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Leben retten, Leiden lindern
Lokales 2 Min. 28.12.2015 Aus unserem online-Archiv
Erste Hilfe

Leben retten, Leiden lindern

Erste Hilfe: Mit ein paar Handgriffen kann man Leben retten.
Erste Hilfe

Leben retten, Leiden lindern

Erste Hilfe: Mit ein paar Handgriffen kann man Leben retten.
Foto: Anouk Antony
Lokales 2 Min. 28.12.2015 Aus unserem online-Archiv
Erste Hilfe

Leben retten, Leiden lindern

Erste Hilfe ist und bleibt das Mittel der Wahl für Laien, um schnell und effizient medizinisch eingreifen zu können. Manchmal hängt ein Leben davon ab.

Von Jacques Ganser

„Erste-Hilfe-Kurse sind beliebt und auch gut besucht“ , so Yves Marx, "chargé de direction" bei der „Croix Rouge“ und selbst erfahrener Ersthelfer. Rund 100 Kurse mit etwa 2000 Teilnehmer werden jährlich veranstaltet. Meist beginnen die Kurse Ende September, Anfang Oktober. Die Ausbildung wird in den Gemeinden gratis angeboten, sie zieht sich über zwei mal 14 Stunden und wird mit einem Test abgeschlossen. Angeboten werden ebenfalls Auffrischkurse, diese ziehe sich über insgesamt 8 Stunden. Sie sind für jene „Sekuristen“ empfehlenswert, deren Erste-Hilfe-Kursus Jahre oder gar Jahrzehnte zurückliegt. Auch in den Schulen wird vermehrt versucht, Jugendliche zu gewinnen.

Jeder kann es lernen

Viele Unternehmen müssen zudem eine gewisse Anzahl an Ersthelfer in ihren Reihen zählen. Hier werden denn auch spezifische, kostenpflichtige Kurse angeboten. In Gesundheitsberufen oder der Kinderbetreuung ist die Erste-Hilfe-Ausbildung sogar Pflicht. Auch Zureden kann helfen In den Kursen einschreiben kann sich jeder Interessierte ab dem Alter von 14 Jahren. Erlernt werden die wichtigsten Gesten, mit dem man im Notfall einem Freund, einem Familienmitglied, einem Mitarbeiter oder einem Unbekannten das Leben retten kann oder zumindest die erste Not lindern kann.

Dazu gehören die Wiederbelebung mit Herzmassage und Beatmung, die Benutzung von Defibrillatoren bei Herzstillstand, das Erkennen und Behandeln von Schockzuständen sowie die richtige Reaktion bei Verbrennungen, Vergiftungen, Blutungen und Frakturen. Klar, dass auch das richtige Anlegen von Verbänden und das Stabilisieren von Brüchen zu der Grundausbildung gehört. Natürlich hat Erste Hilfe ihre Grenzen und irgendwann muss der Ersthelfer durch den Notarzt und schweres medizinisches gerät abgelöst werden.

Grafik: Sébastien Héraud

"Nichts zu tun ist das Allerschlimmste"

„Aber sehr oft ist Nichtstun das Allerschlimmste, das man dem Patienten in der Not antun kann. Schon beruhigendes Zureden kann helfen, den Patienten zu entspannen,“so Yves Marx. Auch Angst vor Fehlgriffen sollte man nicht haben. „Niemand hat etwas zu befürchten, wenn er einem Menschen nach bestem Wissen und Gewissen helfen will. Wer in der Not nicht eingreift, kann sich hingegen strafbar machen.“ Durch beherztes Helfen kann man zudem verhindern, dass dem Patienten durch unkundige Helfer Schaden entsteht.

Kurz nach Erlangen seines Erste-Hilfe-Diploms konnte Yves Marx sein wissen bereits umsetzen. Er hatte eine bewusstlose Person aufgefunden und ihr durch seine erlernten Handgriffe das Leben gerettet. Zumindest hat sich sein Zustand durch den Eingriff nicht weiter verschlechtert und dem Betroffenen konnte kuerze Zeit später professionell geholfen weden. Wer sich die lebenserhaltenden Griffe noch einmal in der Zusammenfassung vor Augen führen will, kann auf die „croix-rouge“-App zurückgreifen.


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