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Lausdorn: Ermittlungen stehen vor Abschluss
Lokales 10.04.2020 Aus unserem online-Archiv

Lausdorn: Ermittlungen stehen vor Abschluss

Der Polizeibus hatte den Streifenwagen mit voller Wucht erfasst, als das Auto ein Wendemanöver durchführte.

Lausdorn: Ermittlungen stehen vor Abschluss

Der Polizeibus hatte den Streifenwagen mit voller Wucht erfasst, als das Auto ein Wendemanöver durchführte.
Foto: Pierre Matgé/LW-Archiv
Lokales 10.04.2020 Aus unserem online-Archiv

Lausdorn: Ermittlungen stehen vor Abschluss

Maximilian RICHARD
Maximilian RICHARD
Zwei Jahre nach dem tödlichen Unglück von Lausdorn ist die Schuldfrage noch nicht geklärt. Die Ermittlungen stehen allerdings kurz vor dem Abschluss.

Eigentlich sollte es ein Routineeinsatz sein, die Nacht zum 14. April 2018 endet allerdings tragisch. Ein Polizist stirbt noch an der Unfallstelle, seine Kollegin wird lebensgefährlich verletzt. Bei einer Verfolgung eines vor einer Alkoholkontrolle in Wemperhardt geflüchteten Autofahrers kollidieren auf einer Kreuzung auf der N7 bei Lausdorn zwei Polizeifahrzeuge miteinander. 

Nun fast zwei Jahre nach dem tragischen Unglück ist die Schuldfrage des Unfalls nicht geklärt. Wie die Staatsanwaltschaft Diekirch am Freitag in einem Schreiben betont, stehen die Ermittlungen allerdings kurz vor dem Abschluss. Alle angefragten Gutachten seien bereits beim Untersuchungsrichter hinterlegt worden, auch seien rund 20 Ermittlungsberichte verfasst worden. 


Collision entre deux voitures de police - Weiswampach - Photo :  Pierre Matgé
Lausdorn: Polizist und Fluchtfahrer unter Anklage
17 von insgesamt 32 vom Untersuchungsrichter angeordnete Ermittlungsmaßnahmen sind knapp ein Jahr nach dem tödlichen Unfall von Lausdorn abgeschlossen.

Es obliege nun der Staatsaltanwaltschaft Diekirch darüber zu entscheiden, ob alle notwendigen Ermittlungsschritte erfolgt sind und das Dossier komplett ist. Erst dann kann der Untersuchungsrichter die Ermittlungen endgültig abschließen. Anschließend liegt es wiederum in der Hand der Staatsanwaltschaft eine Ratskammer mit dem Dossier zu befassen. Die Richter entscheiden dann, ob es zu einem Prozess kommt oder nicht. 

Polizist und Fluchtfahrer angeklagt

Der Untersuchungsrichter hat gegen zwei Personen Anklage erhoben. Zum einen gegen den Autofahrer, der vor der Alkoholkontrolle in Wemperhardt gewendet und die Flucht ergriffen hatte. Er wird der fahrlässigen Tötung, der fahrlässigen Körperverletzung, des Widerstands gegen die Staatsgewalt und des Fahrens unter Alkoholeinfluss beschuldigt. Er wurde einen Tag nach dem Unfall verhaftet und musste acht Tage in Untersuchungshaft verbringen. 

Angeklagt ist aber auch der Fahrer des Polizeibusses. Er hatte den an der Kreuzung in Lausdorn wendenden Streifenwagen mit voller Wucht an der Fahrerseite erfasst. Die Streifenwagenbesatzung hatte zuvor kurz angehalten, um einen unbeteiligten Autofahrer als möglichen Zeugen zu befragen.   

Der Polizist ist ebenfalls wegen fahrlässiger Tötung und fahrlässiger Körperverletzung angeklagt.  

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