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Lastwagenfahrer vor Gericht: Kurvenfahrt mit Todesfolge
Das Urteil in dem Prozess wegen fahrlässiger Tötung ergeht am 2. Februar.

Lastwagenfahrer vor Gericht: Kurvenfahrt mit Todesfolge

Foto: Anouk Antony
Das Urteil in dem Prozess wegen fahrlässiger Tötung ergeht am 2. Februar.
Lokales 05.01.2017

Lastwagenfahrer vor Gericht: Kurvenfahrt mit Todesfolge

John LAMBERTY
John LAMBERTY
Wegen fahrlässiger Tötung musste sich am Donnerstag am Bezirksgericht Diekirch ein Lastwagenfahrer verantworten, der im Juni 2014 zwischen Esch/Sauer und Lultzhausen mit einem Motorradfahrer kollidiert war.

(jl) -  Vor dem Bezirksgericht in Diekirch musste sich am Donnerstag ein 60-jähriger Lastwagenfahrer wegen fahrlässiger Tötung verantworten. Der Angeklagte war am 30. Juni 2014 mit seinem Sattelschlepper zwischen Esch/Sauer und Lultzhausen mit einem entgegenkommenden Motorrad kollidiert, dessen Fahrer dabei ums Leben gekommen war.

Trotz offenbar vorschriftsmäßiger Geschwindigkeit und Fahrweise hatte der Motorradfahrer beim Erscheinen des schweren Sattelzuges inmitten einer Kurve so stark überbremst, dass er gestürzt und unter den Laster geschleudert worden war.

Wie der zuständige Gutachter vor dem Richterpult erklärte, hatten die Spuren am Unfallort aber ebenso klar gezeigt, dass der Auflieger des Lastwagens zuvor zum Teil über den Mittelstreifen auf die 
Gegenspur ausgebrochen war.

Ob das heftige Bremsmanöver des Motorradfahrers allein auf das plötzliche Erscheinen des imposanten Sattelzugs oder aber auf den allzu weit auf die Gegenspur 
geratenen Teil des Aufliegers zurückzuführen war, darüber gingen die Meinungen von Verteidigung, Zivilkläger und Staatsanwaltschaft im Anschluss jedoch deutlich auseinander.

Frage nach dem Kausalzusammenhang

Während der Verteidiger des Angeklagten, Me François Delvaux, die Überreaktion des Motorradfahrers als primäre Unfallursache benannte, aber keinen eindeutigen Beweis für einen kausalen Zusammenhang zwischen dieser und dem auf die Gegenspur geratenen Auflieger erkennen konnte, zeigten sich die Anwälte der Zivilklage davon überzeugt, dass der Lastwagenfahrer die Kurve mit dem Auflieger unbotmäßig geschnitten und das Unglück somit – unabhängig von der Reaktionsintensität des Motorradfahrers – provoziert hatte.

Sie forderten denn auch für die Hinterbliebenen des Opfers Schmerzensgelder und Schadenersatzzahlungen von mehreren hunderttausend Euro.

Im Namen der Staatsanwaltschaft sah auch Substitut Georges Sinner den Fahrfehler des Lastwagenfahrers als verantwortlich für den Unfall an. Er forderte eine Haftstrafe von drei Monaten auf Bewährung, 
eine Geldbuße und ein 24-monatiges Fahrverbot – außer eventuell für berufliche Zwecke. Das Urteil ergeht am 2. Februar.


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