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Landwirtschaft und Naturschutz Hand in Hand
Lokales 2 Min. 20.07.2019

Landwirtschaft und Naturschutz Hand in Hand

Die Besucher erfahren, wie stark sich die Landwirtschaft gewandelt hat. Gezeigt werden zudem Projekte, in denen Bauern zugunsten der Umwelt arbeiten.

Landwirtschaft und Naturschutz Hand in Hand

Die Besucher erfahren, wie stark sich die Landwirtschaft gewandelt hat. Gezeigt werden zudem Projekte, in denen Bauern zugunsten der Umwelt arbeiten.
Foto: Volker Bingenheimer
Lokales 2 Min. 20.07.2019

Landwirtschaft und Naturschutz Hand in Hand

Volker BINGENHEIMER
Volker BINGENHEIMER
Unterwegs in Luxemburg: Im Naturschutzzentrum A Wiewesch in Manternach zeigt eine nagelneue Ausstellung, wie sehr Ökologie und Landwirtschaft aufeinander angewiesen sind.

Die vielfältigen Verbindungen zwischen Ökologie und Landwirtschaft machen das Naturschutzzentrum A Wiewesch in Manternach greifbar. Die vorgestern eröffnete Ausstellung zeigt gemeinsame Ziele, aber auch Konflikte um das heiß begehrte Gut Boden.


Auf rund 2.000 Quadratmetern wird alles angebaut, was der Mensch in einem Jahr verzehrt.
2.000 Quadratmeter machen satt
Ein Feldversuch in Kockelscheuer zeigt die Auswirkungen moderner Essgewohnheiten.

In dem umgebauten Bauernhaus aus dem 19. Jahrhundert werden die Besucher von einem großen &-Zeichen empfangen. Es steht für das Zusammenwirken von Naturschützern und Landwirten. Dass Ökologie und Produktion von Nahrungsmitteln nur Hand in Hand funktionieren, wird auf bedruckten Holztafeln anschaulich dargestellt.

So zeigen zum Beispiel Diagramme, wie stark die Zahl von Insekten oder Feldhasen seit 1960 abgenommen hat. Gleichzeitig breitet sich der Kulturfolger Wildschwein in den Agrarlandschaften immer mehr aus.

50 Prozent der Fläche Luxemburgs werden landwirtschaftlich genutzt. Allein diese Zahl zeigt, dass die Bauern eine wichtige Rolle beim Schutz von Tierarten und natürlichen Landschaftsformen spielen.

Der Garten hinter dem Bauernhaus ist einen Besuch wert.
Der Garten hinter dem Bauernhaus ist einen Besuch wert.
Foto: Volker Bingenheimer

Umgekehrt ist die Landwirtschaft direkt abhängig von einer intakten Natur. Von unschätzbarem Wert sind Insekten wie Bienen, Ameisen und Mistkäfer, die Pflanzen bestäuben und den Boden verbessern. Diese Tierarten hängen riesenhaft vergrößert im Raum, ein Getreidesack zeigt symbolisch, welchen Arbeitslohn diese Insekten erwirtschaften. Ein mehrere Quadratmeter großes Puzzle aus Holz stellt bildlich die Nutzung des kostbaren Gutes Boden dar – kostbar einmal, weil viele Akteure um ihn konkurrieren, zum anderen, weil er eine Quelle für tierisches und pflanzliches Leben ist.

Die Ausstellung zeigt zudem auf, wo die Interessen der Landwirtschaft und des Naturschutzes aufeinanderprallen, nämlich beim Einsatz von Dünger und Pestiziden. „Es wäre nicht richtig gewesen, in diesem Punkt die Scheuklappen aufzuziehen“, sagt Frank Wolff, beigeordneter Direktor der Naturverwaltung, bei der Einweihung.

Macht des Verbrauchers

Nicht zuletzt hat der Konsument es in der Hand, wie die landwirtschaftliche Fläche genutzt wird. Für die Natur macht es nämlich einen erheblichen Unterschied, ob der Kunde beim Discounter Fleisch aus Massentierhaltung kauft oder den Bauernhofladen im Nachbardorf aufsucht.

Mit diesem Puzzle – wie die gesamte Ausstellung auf Holzplatten – können sich Besucher ihre Wunschlandschaft zusammenbasteln.
Mit diesem Puzzle – wie die gesamte Ausstellung auf Holzplatten – können sich Besucher ihre Wunschlandschaft zusammenbasteln.
Foto: Volker Bingenheimer

Im Obergeschoss des umgestalteten Bauernhauses erfahren die Besucher Wissenswertes über die alte Kulturpflanze Flachs, die völlig von Luxemburger Feldern verschwunden ist. Einen Besuch im Außenbereich sollte sich niemand entgehen lassen. Hier sieht man Bienenstöcke, landwirtschaftliche Geräte und einen hübsch gepflegten Bauerngarten.

Die Ausstellung „Naturschutz und Landwirtschaft“ ist für Erwachsene und Kinder ab sechs Jahren geeignet. Der Eintritt ist frei. Geöffnet ist täglich von 8 bis 12 und von 13 bis 16 Uhr.

Das Naturzentrum A Wiewesch ist Ausgangspunkt für gleich vier Wanderwege, auf denen die Besucher sich über Zusammenhänge in der Natur informieren können. Einer davon ist die Traumschleife „Manternacher Fiels“ durch den einzigartigen Schluchtwald.




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