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Kürzere Wartezeiten erwünscht: Vorerst wohl nur zwei neue MRT-Geräte
Lokales 2 Min. 07.09.2017 Aus unserem online-Archiv

Kürzere Wartezeiten erwünscht: Vorerst wohl nur zwei neue MRT-Geräte

Die Wartezeiten für eine MRT-Untersuchung sind lang.

Kürzere Wartezeiten erwünscht: Vorerst wohl nur zwei neue MRT-Geräte

Die Wartezeiten für eine MRT-Untersuchung sind lang.
Foto: AFP
Lokales 2 Min. 07.09.2017 Aus unserem online-Archiv

Kürzere Wartezeiten erwünscht: Vorerst wohl nur zwei neue MRT-Geräte

Sophie HERMES
Sophie HERMES
Die Wartezeiten für MRT-Untersuchungen sind lang. Vier zusätzliche Geräte könnten Abhilfe schaffen, sie sind jedoch mit hohen Investitionen verbunden. Dabei sind viele Verschreibungen nicht gerechtfertigt.

(SH) - Wer sich einmal einer MRT-Untersuchung (Magnetresonanztomografie, in Luxemburg vor allem als IRM bekannt) unterziehen musste, weiß, dass er mitunter lange auf seinen Termin warten muss.

Bereits im Juni 2016 hatte Gesundheitsministerin Lydia Mutsch bestätigt, dass vier weitere MRT-Geräte in Krankenhäusern aufgestellt werden sollen. Dies solle dazu beitragen, die Wartezeiten zu verringern. Passiert ist bisher jedoch noch nichts.

Wie Romain Schneider, als Minister für die Sozialversicherung zuständig, in seiner Antwort auf eine parlamentarische Anfrage der DP-Abgeordneten Alexander Krieps und Edy Mertens erklärt, sie die Installation mit hohen Kosten verbunden. Man habe sich auf dazu entschieden, Geräte mit einer magnetische Flussdichte von 1,5 Tesla zu kaufen. Diese kosten rund 600.000 Euro pro Stück, zusätzlich ist mit etwa 60.000 Euro Wartungskosten pro Jahr zu rechnen.

Investitionen in Millionenhöhe

Allerdings muss noch vor der Inbetriebnahme der Apparate in die Infrastruktur der Krankenhäuser investiert werden. Hierbei fallen je nach Klinik 400.000 bis 1,5 Millionen Euro an. Für die vier Krankenhäuser - betroffen sind das "Centre hospitalier de Luxembourg", das "Centre hospitalier Emile Mayrisch", die "Hôpitaux Robert Schuman" und das "Centre hospitalier du Nord" - wird sich das Budget auf rund 3 Millionen Euro belaufen. Die hochwertigen Apparate benötigen nämlich eine Infrastruktur, in der sowohl Statik, Abschirmung, Kühlung sowie der notwendige Platz für das Gerät und die Schutzvorkehrungen garantiert sind.

Sollte es zu einer Einigung kommen, werden die Kosten zu 80 Prozent vom Gesundheitsministerium und zu 20 Prozent von der Gesundheitskasse (CNS) übernommen. Letztere hatte ihr Einverständnis bereits gegeben, dieses galt allerdings für vier weniger hochwertige MRT-Geräte, deren Installation ebenfalls mit weniger hohen Kosten verbunden gewesen wäre. Diese Apparate werden jedoch nicht mehr hergestellt.

Laut Romain Schneider hat sich die CNS nun dafür ausgesprochen, in einer ersten Phase in zwei Geräte zu investieren und abzuwarten, ob sich diese Anschaffung als positiv erweise. Sollte es im Oktober zu einer Einigung kommen, könnten die ersten Geräte ab Ende 2018 in den Einsatz kommen. Abhängig vom Resultat einer Studie im darauffolgenden Jahr könne man es dann bei diesen beiden zusätzlichen Geräten belassen oder aber bis 2022 zwei weitere Apparate installieren.

Ungerechtfertigte Untersuchungen

Dass zwei zusätzliche Geräte durchaus ausreichen könnten, belegen unterdessen Zahlen der OECD (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung). 2014 lag Luxemburg demnach unter jenen Ländern, in denen pro tausend Einwohner am meisten MRT-Untersuchungen durchgeführt werden, auf Rang drei.

Wie Romain Schneider betont, würden viele Ärzte solche Untersuchungen verschreiben, ohne dass sie notwendig wären. Dennoch werden sie durchgeführt. Einem Audit des Gesundheitsministeriums zufolge sollen nur knapp vier von fünf Untersuchungen gerechtfertigt sein. Die Anschaffung von vier zusätzlichen Geräten könne die Zahl der Untersuchungen weiter in die Höhe treiben und einen bedeutenden finanziellen Impakt für die Sozialversicherungen haben.


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