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Kritik am Umgang mit Behinderten
Lokales 09.07.2020

Kritik am Umgang mit Behinderten

Menschenrechtskommission, Zentrum für Chancengleichheit und Ombudsman beklagten den Umgang mit behinderten Menschen in Heimen.

Kritik am Umgang mit Behinderten

Menschenrechtskommission, Zentrum für Chancengleichheit und Ombudsman beklagten den Umgang mit behinderten Menschen in Heimen.
Guy Jallay
Lokales 09.07.2020

Kritik am Umgang mit Behinderten

Jacques GANSER
Jacques GANSER
Vertreter verschiedener Menschenrechtsorganisationen verweisen auf Missstände in Heimen für Menschen mit Behinderung. Diese würden in verschiedenen Fällen gegen die Menschenrechtskonvention verstoßen.

Die Commission consultative des Droits de l'homme (CCDH), das Centre pour l'égalité du traitement (CET) und der Ombudsman ziehen die Alarmglocke: in vielen Behinderteneinrichtungen werden die Menschenrechte der Betroffenen nicht in der Form eingehalten, wie sie die Menschenrechtskonvention für Behinderte eigentlich vorsieht.

"Personal betritt unangemeldet das Zimmer, Türen bleiben während Pflegeakten offen stehen, Menschen werden gemeinsam gewogen oder es kommt zu subtilen Strafaktionen gegenüber Menschen, die spezielle Wünsche ausdrücken, die nicht mit der Meinung der Heimbetreiber übereinstimmen", so Fabienne Rossler, Generalsekretätin der beratenden Menschenrechtskommission CCDH. Berufen wird sich dabei auf Aussagen von Betroffenen sowie Mitarbeitern. 

Keine Unterstellung für Böswilligkeit

Die drei Organisationen erinnern daran, dass Luxemburg die internationale Konvention zum Schutz der Menschenrechte von Behinderten unterzeichnet hat und dass die geschilderten  Vorfälle gegen die Konvention verstoßen.   

"Wir unterstellen niemandem, böswillig gehandelt zu haben, allerdings erleben es die betroffenen Menschen als übergriffig", so Gilbert Pregno, Präsident der CCDH.

Ombudsman machtlos

Die drei Organisationen fordern die Regierung auf, eine externe Kontrolle einzuführen um diese Institutionen zu überwachen. "Ich kann nur auf politischer Ebene aktiv werden, aber ich habe kein Recht, mich in die internen Abläufe solcher meist privaten Pflegeinstitutionen einzumischen, so Ombudsman Claudia Monti.


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Wegen der aktuellen sanitäre Krise habe sich die Problematik weiter zugespitzt und sei auch sichtbarer geworden, so die Vertreter der drei Organisationen.

Die Politik zeige zwar guten Willen, sie müsse sich jetzt aber die notwendigen Mittel geben, um die Lage zu kontrollieren und sich gegebenenfalls mit den verschiedenen Trägern an einen Tisch setzen, um nach Lösungen zu suchen.  

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