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Krise: Schadensbegrenzung in Echternach
Lokales 2 Min. 19.10.2020

Krise: Schadensbegrenzung in Echternach

Laut den Statistiken seien im Juli – trotz der Krise – 66.000 Gäste im Stadtkern gezählt worden.

Krise: Schadensbegrenzung in Echternach

Laut den Statistiken seien im Juli – trotz der Krise – 66.000 Gäste im Stadtkern gezählt worden.
Foto: Anne-Aymone Schmitz
Lokales 2 Min. 19.10.2020

Krise: Schadensbegrenzung in Echternach

Anne-Aymone SCHMITZ
Anne-Aymone SCHMITZ
Der Schöffenrat von Echternach spricht über Konsequenzen der Pandemie auf den Handel und anstehende Projekte.

Die Abteistadt Echternach hat die Krise bisweilen gut gemeistert, so lautete das Fazit des Schöffenrats gestern zumindest anlässlich einer Begegnung mit der Presse. Nach dem ab Mitte März von der Regierung angeordneten Lockdown hätten unterschiedliche Veranstaltungen und Initiativen, die unter anderem vom Kultur- und Kongresszentrum Trifolion, vom lokalen Geschäftsverband, vom Betreiber des Ciné Sura sowie von den Vereinen organisiert wurden, wieder viele Besucher in die Stadt gelockt, sodass Echternach wieder rasch aus seinem Zwangsschlaf erwacht sei, stellte Bürgermeister Yves Wengler fest. 

Am ehemaligen Standort der Bauruine A la petite marquise ist vor zwei Wochen auch der noch auf dem Terrain verbleibende Mesenburg-Komplex abgerissen worden. Nun können die Archäologen das Grundstück auf historische Überbleibsel untersuchen.
Am ehemaligen Standort der Bauruine A la petite marquise ist vor zwei Wochen auch der noch auf dem Terrain verbleibende Mesenburg-Komplex abgerissen worden. Nun können die Archäologen das Grundstück auf historische Überbleibsel untersuchen.
Foto: Anne-Aymone Schmitz

Gutscheine haben Zweck erfüllt

Auf wirtschaftlicher Ebene hätten besonders die Geschenkgutscheine (Welcome Back- und Bong-Appétit-Aktionen), die an Echternach-Besucher verteilt wurden, damit letztere die Scheine in einem Restaurant einlösen oder in den lokalen Läden damit einkaufen konnten, ihre erhoffte Wirkung nicht verfehlt und den Umsatz der Betriebe in den vergangenen Monaten gesteigert. Die Gemeinde ließ sich diese Aktionen zur Ankurbelung des lokalen Handels insgesamt 50.000 Euro kosten und das Einkaufszentrum am Seeeingang steuerte weitere 10.000 Euro hinzu. Durch beide Aktionen hätten die Geschäfte und die Gastronomiebetriebe einen zusätzlichen Umsatz von rund 500.000 Euro erwirtschaftet. „Dies ist für eine Stadt wie Echternach sehr gut“, kommentierte Yves Wengler dieses Resultat. 


"Ofrëss-Méindeg". Ofrëss vum La petite Marquise a Echternach / Foto: Viktor WITTAL
"Petite marquise" verschwindet: Unter dem Abrissbagger
Viele Echternacher haben diesen Tag herbeigesehnt: Nach über 20 Jahren wird das verfallene ehemalige Restaurant „A la petite marquise“ seit Montag abgerissen.

Laut den Statistiken der Besucherzählgeräte seien im Juli – trotz der Krise – 66.000 Gäste im Stadtkern gezählt worden. Und auch in den übrigen Monaten seien viele Leute nach Echternach gekommen. Auf dem kommunalen Campingplatz, der vom lokalen Tourismusverein verwaltet wird, habe es trotz kürzerer Öffnungsdauer bis Ende September 11.000 Übernachtungen (2019: 14.000 Übernachtungen) gegeben. Zahlen zu den Hotelübernachtungen lägen derzeit noch nicht vor, doch man gehe davon aus, dass sie sich in etwa 40 Prozent unter jenen vom letzten Jahr ansiedeln, so Wengler.

Vor zwei Wochen sind auf dem Gelände der einstigen Bauruine A la petite marquise am Marktplatz die Bagger angerollt, um den noch nicht entfernten mehrstöckigen Mesenburg-Komplex abzureißen. „Weil das Areal sich im historischen Stadtkern befindet, müssen Archäologen des Centre national de recherche archéologique (CNRA) noch Grabungen am Standort tätigen. Erst wenn diese abgeschlossen sind, kann mit dem Bau des neuen Wohn- und Geschäftskomplexes begonnen werden“, teilte Schöffe Luc Birgen (LSAP) mit. 


In absehbarer Zeit sollen auch die Gebäude in der Mitte abgerissen werden, damit der Komplex mit Wohnungen, Läden, einem Restaurant und einem Bistro gebaut werden kann.
"Petite marquise": Mehr Geld muss her
Die Vorbereitungen für das Immobilienprojekt am Areal des früheren „A la petite marquise“ in Echternach liegen im Zeitplan. Weil aber die Kosten zu knapp berechnet waren, erhöhte der Gemeinderat das Budget von 10,7 auf 14 Millionen Euro.

Hochwassermaßnahmen fertig

Weit fortgeschritten sind indes auch die Infrastrukturarbeiten auf dem Schulcampus am alten Busbahnhof. Schon weitestgehend abgeschlossen ist im Überflutungsgebiet der Bau des Regenüberlaufbeckens und des Hochwasserschutzes. Und auch die Leitungen für Strom, Wasser und Telefon werden bald verlegt sein. Danach folgen die Arbeiten für den Anschluss an das neue Fernwärmenetz. Und am nächsten Montag soll dann der Grundstein für das neue Bildungshaus auf dem Campus eingefügt werden, so Luc Birgen.


Echternach: Bagger reißen CFL-Wartehalle ab
Am alten Busbahnhof in Echternach schaffen Bagger Platz für den neuen Schul- und Sportcampus mit dem Bildungshaus für 300 Kinder.

Schöffe Ben Scheuer (LSAP) wies seinerseits darauf hin, dass der Echternacher See in den vergangenen Monaten viele Menschen angelockt hat. Voraussichtlich im nächsten Monat werden dort die Entschlammungsarbeiten anfangen. Sie sollen bis März 2021 andauern.

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