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Kriminalreport - Teil 2: Sprengstoffanschlag und vergiftete Suppe
Lokales 2 Min. 28.12.2016

Kriminalreport - Teil 2: Sprengstoffanschlag und vergiftete Suppe

In diesem Mehrfamilienhaus in Bereldingen wurden die zwei Leichen gefunden.

Kriminalreport - Teil 2: Sprengstoffanschlag und vergiftete Suppe

In diesem Mehrfamilienhaus in Bereldingen wurden die zwei Leichen gefunden.
Foto: Anouk Antony
Lokales 2 Min. 28.12.2016

Kriminalreport - Teil 2: Sprengstoffanschlag und vergiftete Suppe

Volker BINGENHEIMER
Volker BINGENHEIMER
In diesem Jahr haben zahlreiche Verbrechen die Öffentlichkeit erschüttert. Im Herbst starb ein Pärchen an vergifteter Suppe. Verdächtigt wird der Bruder der Toten, ein Polizist. Auch die Rivalität von Dealergruppen im Bahnhofsviertel erreichte einen Höhepunkt.

(str) - Vier Morde in einem Monat, ein Polizist, der einen anderen fast zu Tode prügelt, ein Sprengstoffanschlag und ein Kopfschuss auf einem Balkon: Kein Zweifel, es war ein heißer Herbst im Großherzogtum. Doch 2016 gab es noch eine ganze Reihe anderer Kriminalfälle und Straftaten, die Ermittler und Gerichte sicherlich noch in den kommenden Jahren beschäftigen werden. Ein Überblick.

Territorialkampf im Bahnhofsviertel

Auch in der Bekämpfung der Drogenkriminalität machen sich Erfolge bemerkbar. Einzelne Straßen im Bahnhofsviertel, die zuletzt fest in der Hand von Dealergruppen schienen, vermitteln inzwischen zumindest tagsüber einen sicheren Eindruck. Aber auch nachts zeigt die Polizei deutliche Präsenz und hält den Druck auf die Rauschgifthändler durch regelmäßige Razzien in einschlägig bekannten Lokalen hoch.

Geschäfte im Visier

In Luxemburg wird kaum noch eine Bank überfallen. Dennoch bleiben bewaffnete Überfälle nicht aus. Mitte Dezember wurden gleich zwei Geschäfte an einem Tag überfallen: ein Juweliergeschäft in Ettelbrück und ein Supermarkt in Kehlen. Aber auch Tankstellen in Grenznähe sind noch immer Gefahren ausgesetzt, 2016 beispielsweise in Remerschen und Schengen.

Lehrer unter Verdacht

Gegen gleich zwei Lehrer wurde 2016 ein Ermittlungsverfahren wegen Sexualdelikten gegenüber von Minderjährigen eingeleitet. Ein Grundschullehrer aus Bissen wurde beschuldigt Schüler unsittlich berührt bzw. gefilmt zu haben. Ein Direktionsbeauftrager aus dem Lycée Technique de Bonnevoie wurde seinerseits bezichtigt, sexuelle Kontakte zu Minderjährigen unterhalten zu haben. Beide Lehrkräfte befinden sich derzeit in Untersuchungshaft.

In Erinnerung werden mit Sicherheit aber vor allem die Herbstmonate 2016 bleiben, denn hier kam es zu einer beeindruckenden Häufung von schwerwiegenden Vorfällen:

Sprengstoffanschlag auf Familienvater

So war die Polizei Anfang Oktober in Bergem mit einem Mordversuch von scheinbar grenzenloser Brutalität konfrontiert: Mit einer Autobombe trachtete offenbar ein 39-jähriger Mann seinem Vater nach dem Leben. Die Bombe explodierte, aber wohl nicht wie geplant. Das Opfer überlebte. Der mutmaßliche Täter wurde noch am gleichen Tag verhaftet.

Vergiftete Suppe

Erschütternde Kaltblütigkeit legte zumindest laut der Tathypothese der Ermittler auch ein Doppelmörder in Bereldingen an den Tag: Hier steht ein 26-jähriger Polizist in Verdacht Schwester und Schwager mit einer vergifteten Suppe getötet zu haben. Fünf Tage sollte es dauern bis der Verdächtige vor den Untersuchungsrichter kam. Während der Ermittlungen kam zudem der Verdacht auf, der junge Mann könnte auch vor wenigen Jahren seine Mutter auf ähnliche Weise umgebracht haben. Der Beschuldigte hat die Taten nicht gestanden – zumindest nicht den Tatvorwürfen entsprechend. Allerdings schildert er den Ablauf des Geschehens nun anders als zu Beginn seiner Anhörungen.