Kriminalreport 2016 -Teil 1: Von Pokémon bis Doppelmord
Vier Morde in einem Monat, ein Polizist, der einen anderen fast zu Tode prügelt, ein Sprengstoffanschlag und ein Kopfschuss auf einem Balkon: Kein Zweifel, es war ein heißer Herbst im Großherzogtum. Doch 2016 gab es noch eine ganze Reihe anderer Kriminalfälle und Straftaten, die Ermittler und Gerichte sicherlich noch in den kommenden Jahren beschäftigen werden. Ein Überblick.
Die Polizei hatte 2016 keinen leichten Stand: Die Mordermittlungen im Herbst brachten die Kriminalpolizei an ihre Grenzen. Zudem musste sie auch gegen eigene Leute ermitteln. Im Bahnhofsviertel gingen Polizisten in mühevoller Kleinstarbeit gegen die im Viertel Überhand nehmenden Drogenbanden vor. Und auch sonst waren ruhige Tage eher die Ausnahme für die Sicherheitskräfte.
Einbrechern auf den Pelz gerückt
Mehr als 60 Festnahmen kann die Polizei etwa im Zusammenhang mit Einbruchskriminalität aufweisen. Ein deutlicher Mehraufwand durch ein kurzfristig reaktionsfähiges und national koordiniertes Einsatzkonzept brachte überdies einen Rückgang der Einbruchstaten von rund 20 Prozent. Trotzdem bleibt die Zahl hoch. So wurde beispielsweise Anfang Dezember an einem einzigen Wochenende ganze 30 Mal eingebrochen.
Tierische Entführung
Gewöhnliche Diebe stehlen auch schon Mal ungewöhnliche Dinge: Aus dem Schmetterlingsgarten in Grevenmacher wurde das Chamäleon „Freddy“ gestohlen. Sein Nachfolger „Jack“ kommt deshalb, um seine Sicherheit zu gewährleisten in Schutzhaft – in einem Terrarium hinter Schloss und Riegel.
Im Pokémon-Fieber
Ganz andere Tiere lagen in den Sommermonaten voll im Trend: Pokémons. Diese Fantasiegestalten aus einem Handyspiel wurden auch schon mal in Nachbars Garten gesucht – etwa bei der Großherzoglichen Familie – und über dem Autofahren, was dann Blechschäden und Geldbußen zufolge hatte. Andere stolzierten mit ihrem Smartphone in der Hand dort herum, wo sie es besser nicht getan hätten. So oder so, die Polizei musste sich mit Pikachu, Hornilu, Sterndu und Taubsi herumschlagen.
Alte Masche – neue Opfer
Noch immer haben Betrüger in Luxemburg Hochkonjunktur. Dabei sollten deren Maschen mittlerweile längst bekannt sein. Deshalb noch einmal zum Mitschreiben: Alle Luxemburger Polizisten sprechen luxemburgisch und können einen Dienstausweis vorzeigen. Fremde schenken Ihnen kein Gold. Auf SMS mit obskuren afrikanischen Vorwahlen sollte nicht, wie in den Kurzmitteilungen gefordert, zurückgerufen werden. Und wenn Enkel Sie am Telefon bitten, Ihnen aus unklaren Gründen und auf ungewöhnlichem Weg Geld zu schicken, versichern Sie sich, dass es auch wirklich Ihre Enkel sind.
