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Kriminalermittlungen in Düdelingen: Gerichtsmediziner: „Ein sehr kommunikativer Beruf“
Lokales 11 Min. 10.11.2014 Aus unserem online-Archiv

Kriminalermittlungen in Düdelingen: Gerichtsmediziner: „Ein sehr kommunikativer Beruf“

Dr. Ulrich Preiß und Dr. Andreas Schuff sind Luxemburgs erste Gerichtsmediziner. Schuff arbeitet sei April in Düdelingen, Preiß seit Oktober.

Kriminalermittlungen in Düdelingen: Gerichtsmediziner: „Ein sehr kommunikativer Beruf“

Dr. Ulrich Preiß und Dr. Andreas Schuff sind Luxemburgs erste Gerichtsmediziner. Schuff arbeitet sei April in Düdelingen, Preiß seit Oktober.
Foto:Tania Feller
Lokales 11 Min. 10.11.2014 Aus unserem online-Archiv

Kriminalermittlungen in Düdelingen: Gerichtsmediziner: „Ein sehr kommunikativer Beruf“

Man kennt sie aus Fernseh-Krimis oder aus Romanen, im weißem Kittel. Wissenschaftler, meist recht schrullig und mit einigen Macken sowie einem tiefschwarzen Humor – klar, den brauchen sie ja auch, da sie sich ja schließlich den ganzen Tag über mit Leichen beschäftigen. Doch dieses Bild ist falsch.

(str) - Man kennt sie aus Fernseh-Krimis oder aus Romanen, im weißem Kittel. Wissenschaftler, meist recht schrullig und mit einigen Macken sowie einem tiefschwarzen Humor – klar, den brauchen sie ja auch, da sie sich ja schließlich den ganzen Tag über mit Leichen beschäftigen. Doch dieses Bild ist falsch.

Nicht dass Rechtsmediziner keinen Humor hätten, aber der Tod ist eben nicht ihr ständiger Begleiter. „Tatsächlich macht die Arbeit an Leichen vielleicht 15 bis 20 Prozent unserer Aufgabe aus“, erklärt Dr. Andreas Schuff. Er ist der Leiter des „Département de médicine légale“ des „Laboratoire National de Santé“ in Düdelingen. Erst seit dem 1. April dieses Jahres hat Luxemburg seine eigene rechtsmedizinische Abteilung. Zuvor mussten die Spezialisten immer aus dem Ausland ins Großherzogtum bestellt werden – ein zumeist recht umständliches Verfahren.

Der hochmoderne Sektionssaal in dem Neubau in Düdelingen steht im krassen Gegensatz zu den Räumlichkeiten im Keller des Staatslabors am Verlorenkost, in denen bisher obduziert wurde. Besonders umständlich war dort beispielsweise das Röntgen einer Leiche. „Gerade bei Schussverletzungen, wenn es darum ging, ein Projektil zu orten, mussten wir auf das Militär zurückgreifen“, erinnert sich Dr. Schuff. „Das war ein Riesenaufwand, wenn die Armee dann ihre mobile Röntgeneinheit aufbauen musste.“

Das Instrumentarium eines Gerichtsmediziners.
Das Instrumentarium eines Gerichtsmediziners.
Foto: Tania Feller

Schwierig war auch das Klima in den Kellerräumen. „Das war, um es freundlich auszudrücken, suboptimal“, erklärt Andreas Schuff. Insbesondere im Sommer sei es dort sehr heiß gewesen. „Wenn wir da unten eine Wasserleiche oder eine Fäulnisleiche obduziert haben, dann roch man das im ganzen Gebäude.“

Der alte Sektionssaal habe aber auch seinen Charme gehabt, meint Dr. Schuff. „Als ich da das erste Mal hinkam, dachte ich, hoppla, originell“. So entdeckte der Gerichtsmediziner Geräte, aus längst vergangenen Zeiten, wie er sie noch nie zu Gesicht bekommen hatte – etwa eine ganz spezielle Kopfhalterung. „Die passte aber auch irgendwie da hinein“, meint er. „Auf der Fensterbank lagen die Instrumente ausgebreitet. Da lagen auch uralte Knorpelscheren, uralte Hämmer, die natürlich schon korrodiert waren oder bei denen die Beschichtung ab war. Nur die Schere war die beste. Irgendwann gab es eine neue, aber dann sagte ich, die Alte ist mir 
lieber, die ist scharf.

Bei Kindern wird die Schutzmauer plötzlich ganz dünn.

Doch heute hat sich alles zum Guten gewendet. „Ich glaube nicht, dass es noch besser geht als hier in Düdelingen“, so Schuff, der zuvor als Rechtsmediziner in Saarbrücken und Homburg arbeitete. Am 1. April nahm er die Arbeit in Luxemburg auf. Am heutigen Montag wird die rechtsmedizinische Abteilung des Staatslabors der Öffentlichkeit vorgestellt, zu der neben der Rechtsmedizin auch zwei Toxikologie-
Abteilungen und die Abteilung für Forensische Genetik gehört“.

„Im Gegensatz zu dem, was man vielleicht denkt, ist Gerichtsmediziner ein sehr kommunikativer Beruf“, führt der Leiter der „médicine légale“ aus. Man stehe im ständigen Kontakt zu den Ermittlungsbehörden und der Staatsanwaltschaft. „Das ist schon spannend“, meint Dr. Schuff. „Es macht schon Spaß, dass man zusammen das herausbekommt, was noch in der Instruktion fehlt.“ Das Ganze sei stets wie ein Rätsel, zu dessen Lösung man ein Puzzlestück beitrage, damit ein komplettes Bild entstehe.

Auch die Knochensäge gehört zur Standardausrüstung.
Auch die Knochensäge gehört zur Standardausrüstung.
Foto: Tania Feller

„Ich mag Rätsel, bei denen man auch schon mal um die Ecke denken muss“, betont der 46-Jährige. Jeder Fall sei irgendwie anders. Es gebe zwar Ähnlichkeiten, aber man müsse immer wieder alles überdenken und auch schon mal einen Schritt zurückgehen, sich fragen, ob man nicht doch etwas übersehen hat. „Das ist immer wieder eine tolle Herausforderung“, unterstreicht Andreas Schuff.

„Nicht jeder kann mit Toten“

Aber wie wird man zum Gerichtsmediziner? Bei Dr. Ulrich Preiß, seit dem 1. Oktober der zweite Luxemburger Rechtsmediziner, kam die Idee während des Medizinstudiums auf. Die Rechtsmedizin sei ein sehr vielseitiger Bereich. Die Faszination für den Berufsweg wird allerdings nicht von allen Mitstudenten geteilt. „Von den meisten Kommilitonen habe ich gehört, sie studieren nicht sechs oder sieben Jahre, um dann an Leichen zu schneiden“, erinnert sich Dr. Preiß, der bevor er nach Luxemburg kam, in Oldenburg arbeitete.

„Die Kommilitonen sagen dann immer, wir machen richtige Medizin.“ Aber Gerichtsmediziner werden, könne nicht jeder, hebt Ulrich Preiß hervor. „Wer Medizin studiert hat, findet sich nicht automatisch mit einer Leiche zurecht. Viele bei mir im Semester sagten mir, sie könnten das nicht.“

„Bei der Antrittsrede eines Unfallchirurgen sagte dieser, wir haben doch alle Medizin studiert, um wieder was zu reparieren“, erzählt Andreas Schuff. „Der Internist sorgt dafür, dass das Herz wieder gut geht, die Chirurgen basteln... Dann habe ich meine Kollegin angeguckt und gesagt, naja, wir reparieren eigentlich nichts. Aber dennoch tragen wir dazu bei, dass irgendetwas wieder irgendwie repariert wird. Wir klären den Tathergang oder die Schuldfrage.“

Der Umgang mit Leichen kann aber auch für erfahrene Rechtsmediziner schwierig sein. „Wenn man eine ältere Person da liegen hat, wird man eher damit fertig als mit einem Kind“, betont Ulrich Preiß. „Aber man kennt die Person nicht. Ein Stationsarzt, ein Klinikarzt oder ein Hausarzt hat ein gewisses Verhältnis zum Patienten, wenn dieser stirbt. Er kannte sie über Jahre oder Wochen hinweg. Wir haben eine wildfremde Person, die wir untersuchen. Das ist das eine und das andere ist, dass man die Fälle, die man hier bearbeitet, tagsüber, abends nicht mit nach Hause nimmt.“

Eine starke Lichtanlage erleichtert die Arbeit der Gerichtsmediziner enorm. Zudem ist auch die Entlüftung auf dem neuesten technischen Stand.
Eine starke Lichtanlage erleichtert die Arbeit der Gerichtsmediziner enorm. Zudem ist auch die Entlüftung auf dem neuesten technischen Stand.
Foto: Tania Feller

„Es gibt natürlich Fälle, wo das einem nicht mehr gelingt“, ergänzt Andreas Schuff. „Etwa wenn es so beeindruckend war, dass man es doch mit nach Hause nimmt. Dabei muss man zuhause dann auch aufpassen, mit wem man oder was man darüber spricht. Wenn wir das dann schon untereinander hier im Haus geregelt bekommen, indem wir in der Abteilung darüber sprechen, dann hat immerhin jemand zugehört. Dann kann man es loswerden. Zuhause ist das schon schwierig“.

„Ich beneide Polizisten nicht“

Auch wenn man etwas toll finde, müsse man zuhause darauf aufpassen, dass das nicht ins falsche Licht gerückt wird. „Ich beneide die Polizeibeamten nicht, die vor Ort sind“, fährt Schuff fort. „Wenn wir hier sehr abstrakt und losgelöst von der Situation jemand obduzieren, dann ist da eine gewisse Mauer. Da braucht man auch eine gewisse Schutzweste. Ich fange dann nicht an, das zu transferieren in mein 
Leben. Ich stelle mir nicht vor, wie das Opfer gelitten hat. Das Leid und das Emotionale, da muss man zusehen, dass man das wegbekommt.“

Andererseits sei es schon sehr wichtig, sich vorstellen zu können, wie ein Tatgeschehen abgelaufen ist. „Aber nicht unbedingt unter dem Gesichtspunkt, oh Gott, oh Gott, wie schrecklich.“ Das entwickle man über Jahre hinweg. Bei Kindern sei es allerdings ganz schwierig und die Mauer plötzlich ganz dünn. „Dann ist hier auch eine ganz besondere Atmosphäre“, erzählt Schuff. „Dann ist es auch für Außenstehende schwer zu verstehen, dass auf einmal hier zum Eigenschutz ein Scherz gemacht wird, wo man sich dann denkt, was soll das denn jetzt hier.“

Der Kühlraum bietet Platz für 18 Leichen.
Der Kühlraum bietet Platz für 18 Leichen.
Foto: Tania Feller

Das sind die Aspekte des Berufs, die in den TV-Serien, die den Beruf des Rechtsmediziners bekannt gemacht haben, nur ausnahmsweise beleuchtet werden. Auch ansonsten liegen Realität und filmische Darstellung zumeist sehr weit auseinander. „Ich guck aber auch liebend gerne einen Tatort mit dem hochnäsigen Professor Doktor Boerne“, sagt Andreas Schuff. „Weil das einen gewissen Unterhaltungswert hat – besonders in dieser Konstellation. Auch wenn da Dinge so laufen, wie sie in der Realität nicht passieren. Aber es soll ja auch unterhaltsam sein“.

Filmemacher greifen zudem immer gerne auf Klischees zurück. „Eine Leiche wird irgendwo gefunden, der Rechtsmediziner wird gerufen und dann sagt er, der Todeszeitpunkt liegt zwischen 21.30 und 22 Uhr“, erläutert Dr. Schuff. „Also, das ist sowas von utopisch, gerade wenn ein paar Stunden dazwischen liegen. Wenn alles ganz optimal läuft, kann man sich auf plusminus eineinhalb Stunden festlegen, demnach ein Zeitfenster von drei Stunden“.

Irreführend sei auch die Schnelligkeit, wie sie in Filmen dargestellt wird. „Wenn abends eine Leiche vorgefunden wird und die Ermittler morgens bei Dienstbeginn schon das komplette Sektionsprogramm zur Hand haben, mit allen möglichen Schlussfolgerungen, dann ist das schon sehr unrealistisch“, fügt Ulrich Preiß hinzu. Alleine die Autopsie nimmt zwischen anderthalb und acht Stunden in Anspruch.

Untersuchungsrichter, Staatsanwälte und Kriminalermittler können die Obduktion aus einem getrennten Raum beobachten.
Untersuchungsrichter, Staatsanwälte und Kriminalermittler können die Obduktion aus einem getrennten Raum beobachten.
Foto: Tania Feller

Doch was passiert eigentlich nach einem Leichenfund? „Entscheidend ist nicht nur die Todesursache, sondern auch die Todesart“, erklärt Dr. Schuff. Meistens sei es der Notarzt oder der Hausarzt, der entscheide, ob ein Todesfall suspekt ist. Neben den offensichtlichen Fällen von scharfer Gewalteinwirkung, gilt auch jeder Fall als suspekt, bei dem die Todesursache nicht eindeutig natürlich ist, oder die Situation, in der der Tod eintrat, als merkwürdig anzusehen ist. Der Arzt unterliegt in diesen Fällen einer Meldepflicht. „Da gibt es aber auch Fälle, in denen das mal schiefgehen kann“, betont Andreas Schuff. „Die Oma stirbt, der Hausarzt kommt und der führt vielleicht keine richtige Leichenschau durch. Er unterlässt es vielleicht die Dame zu entkleiden und dabei ist sie erwürgt worden“. Solche Fälle gebe es immer wieder. Die Schätzungen zur Dunkelziffer seien unterschiedlich.

In der rechtsmedizinischen Abteilung wird die Leiche zunächst gewogen. Dann folgt eine äußere Besichtigung, die sehr ausführlich sein kann. Dazu kommt bei Bedarf eine detaillierte Beschreibung der Kleidung. „Dann kommt erst das, was man so kennt, dass man schneidend tätig wird“, erklärt Dr. Schuff seine Arbeit. „Kopf-, Brust- und Bauchhöhle werden regelhaft geöffnet, Organe teils als Paket entnommen und dann separat präpariert. Das kommt auch alles nach der Obduktion zurück in den Körper. Alles wird in Wort und Bild dokumentiert“. Hierbei kommt wie in den Filmen ein Diktafon zum Einsatz. Ein Mitarbeiter der „Police technique“ macht von allen Schritten Fotos. Während der Autopsie ist zudem ein Vertreter der Staatsanwaltschaft oder ein Untersuchungsrichter anwesend. In dem neuen Sektionsraum in Düdelingen können sie die Arbeit der Rechtsmediziner aus einem getrennten Raum durch ein Fenster beobachten.

Arbeiten am lebenden Subjekt

Die Arbeit der Fachärzte aus der Gerichtsmedizin beschränkt sich aber längst nicht auf ungeklärte Sterbefälle, Tötungsdelikte oder Verkehrsunfälle, bei denen ein Staatsanwalt oder ein Untersuchungsrichter eine Autopsie für die Unfall- oder die Tatrekonstruktion für notwendig hält, oder die Auffindesituation Fragen offen lässt. Der Großteil ihrer Aufgaben gehört zum Bereich der klinischen Rechtsmedizin – demnach das Untersuchen von Lebenden. In der Regel sind dies Opfer, die eine Tat überlebt haben. „Dabei gilt es auch, herauszubekommen, ob die Angaben des Opfers zum Tatzeitpunkt, zum Tathergang oder zur Tatwaffe mit dem Spurenbild übereinstimmen“, führt Andreas Schuff aus. „Untersucht wird aber auch in einigen Fällen der Täter, insbesondere bei Tötungsdelikten und scharfer Gewaltanwendung“.

Wesentlich weniger umständlich als früher: Im alten Sektionsraum gab es noch keine mobile Röntgenanlage. Für Röntgen musste immer Armee-Material angefordert werden.
Wesentlich weniger umständlich als früher: Im alten Sektionsraum gab es noch keine mobile Röntgenanlage. Für Röntgen musste immer Armee-Material angefordert werden.
Foto: Tania Feller

Zum Aufgabengebiet der Rechtsmediziner gehören auch Aktengutachten. Das heißt, dass sie nur anhand von Akten medizinische Gutachten erstellen. Das kann ein Verkehrsunfall oder eine fotografisch dokumentierte Verletzung sein. Dazu kommen Vorträge bei Grundausbildung und der Weiterbildung von Polizisten, aber auch themenspezifische Kurse für Kriminalpolizisten und für Ärzte.

Ab dem kommenden Jahr wird in Düdelingen zudem eine Altersdiagnostik eingerichtet, die das Alter von lebenden Personen eingrenzen soll. „Das machen wir beispielsweise im Auftrag des Außenministeriums“, sagt Dr. Schuff. „Da geht es etwa bei minderjährigen illegalen Einwandern darum, festzulegen, ob die wirklich so alt sind, wie sie angeben, oder ob sie doch volljährig sind.“ Minderjährige müssen mit einer ganz anderen Obhut betreut werden. Geplant ist auch die Einführung einer zweiten ärztlichen Leichenschau im Krematorium. Das gibt mehr Rechtssicherheit und stellt sicher, dass der erste Arzt nicht etwas übersehen hat oder nicht wusste. Denn wenn der Leichnam verbrannt ist, kann nichts mehr unternommen werden. Hierfür fehlt derzeit aber noch die rechtliche Grundlage.

Projekt „Opfer-Ambulanz“

Ganz besonders liegt den Rechtsmedizinern aus Düdelingen ein Projekt mit dem Arbeitstitel „Opfer-Ambulanz“ am Herzen. Diese Dienstleistung richtet sich an Opfer meistens häuslicher oder sexualisierter Gewalt, die keine Anzeige erstatten wollen. Sie bietet Opfern die Chance, ohne den Rechtsweg zu gehen, anonym eine gerichtsverwertbare Dokumentation der Verletzungen zu bewerkstelligen, auf die sie dann später zurückgreifen können. „Der klassische Fall ist, dass es über mehrere Jahre innerhalb einer Beziehung immer wieder zu Gewalt kommt, meist durch den Ehemann oder den Partner“, erläutert Dr. Schuff. „Dann nachher entschließt sich die Frau zu einer Anzeige und sagt, das war aber vor zwei Jahren, vor drei, vor fünf. Dann wird die Beweissituation schwierig“. Die „Opfer-Ambulanz“ dient damit dem Schutz von Gewaltopfern. Die Untersuchungsergebnisse unterliegen einer Schweigepflicht und werden anonymisiert gelagert. Dabei spielt auch eine Spurensicherung im Bereich der sexualisierten Gewalt eine Rolle. Für das Opfer soll diese Hilfsleistung kostenlos sein.

Strafrechtlich besteht aber bisher das Problem, dass ein Angestellter einer staatlichen Institution, bei Kenntnis einer Straftat verpflichtet ist, Anzeige zu erstatten. „Das wäre dann ja aber kontraproduktiv“, untermauert Andreas Schuff. „Das ist eine strenge Regelung, die eigentlich gegen Korruption vorgesehen ist, aber vom Wortlaut auch in diesen Zusammenhang passt. Das muss man jetzt erst einmal juristisch ändern – das Gesetz ändern oder ergänzen. Wir hoffen, dass wir diese Opfer-Ambulanz, die wir mit Sicherheit anders nennen werden, noch im kommenden Jahr in Betrieb nehmen können.“