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Krebs bei Kindern: "Es wird viel Geld für Forschung benötigt"
Lokales 3 Min. 19.09.2019

Krebs bei Kindern: "Es wird viel Geld für Forschung benötigt"

Anne Goeres nennt die Dinge beim Namen.

Krebs bei Kindern: "Es wird viel Geld für Forschung benötigt"

Anne Goeres nennt die Dinge beim Namen.
Foto: Gilles Kayser
Lokales 3 Min. 19.09.2019

Krebs bei Kindern: "Es wird viel Geld für Forschung benötigt"

Die Fondatioun Kriibskrank Kanner investiert seit 2015 in die Forschung. Warum sie das tut, erklärt Direktorin Anne Goeres im Interview.

Interview: Rita Ruppert

Anne Goeres, vor einem Jahr fand die erste Auflage von „Lëtz Go Gold“ statt. Wie viel Geld hat die Veranstaltung eingebracht und was ist damit geschehen?


Fondatioun Kriibskrank Kanner: Zum Geburtstag ein neues Logo
Die Fondatioun Kriibskrank Kanner feiert ihr 30. Jubiläum und freut sich gleich über zwei große Veränderungen: den Umbau ihres Sitzes in Strassen und die Einführung eines neuen, offiziellen Logos.

Insgesamt 580 Anmeldungen gab es damals, 265.000 Euro haben wir eingenommen und damit zwei Projekte unterstützt: Zum einen ein Projekt an der Uni Luxemburg, das erforscht, ob es einen Zusammenhang zwischen Pestiziden und Kinderkrebs gibt, zum anderen die Forschung am Luxembourg Institute of Health (LIH) betreffend die erste Phase der Immuntherapie beim Neuroblastom.

Die Fondatioun Kriibskrank Kanner ist bekannt dafür, Betroffene zu unterstützen und die breite Öffentlichkeit für die Thematik zu sensibilisieren. Seit wann und warum investiert die Stiftung in die Forschung?

Vor vier Jahren hat die Stiftung einen Forschungsfonds geschaffen, der mit drei Millionen Euro aus Eigenreserven dotiert ist. Bei verschiedenen Pathologien gibt es nämlich keine Medikamente, respektive es kommt bei 75 Prozent der Kinder zu starken Folgeschäden durch die Medikation.

Worauf ist das zurückzuführen?

Das kommt daher, dass es sich zum einen um alte Medikamente handelt, zum anderen um Arzneien für Erwachsene, die den Kindern in niedrigerer Dosis verabreicht werden.

Zum 30. Jubiläum der Stiftung haben Kinder zusammen mit dem Künstler Eric Mangen dieser Mauer im Außenbereich des Stiftungssitzes ein farbenfrohes Outfit verpasst.
Zum 30. Jubiläum der Stiftung haben Kinder zusammen mit dem Künstler Eric Mangen dieser Mauer im Außenbereich des Stiftungssitzes ein farbenfrohes Outfit verpasst.
Foto: Gilles Kayser

Weshalb gibt es keine Medikamente gegen Kinderkrebs?

In Europa sterben 6.000 Kinder pro Jahr an Krebs. Trotzdem ist es eine seltene Krankheit, weil es 60 verschiedene Kinderkrebsarten gibt. Die Pharma-Industrie ist nicht an der Entwicklung und Herstellung von neuen Medikamenten interessiert, wenn sie nicht daran verdienen kann. Deshalb hat die Stiftung beschlossen, die Forscher damit zu beauftragen. Fest steht, es wird viel Geld für die Forschung benötigt – und das wollen wir auftreiben.

Das heißt aber auch, dass Sie einen langen Atem brauchen ...

Ja, Geduld ist vonnöten, denn die Entwicklung und Herstellung eines Medikaments dauert zehn Jahre. Verschiedene Phasen könnten auch verkürzt werden. Wichtig zu wissen ist, dass die Spenden aus den Solidaritätsläufen in zehn Ländern in einem Geldtopf landen. Es geht uns letzten Endes darum, die Behandlung drastisch zu verbessern. Die Kinder sollen gesünder werden und besser überleben.

Wie viele Mittel brauchen Sie dieses Jahr?

Wir hoffen, die letztjährige Summe beim „Lëtz Go Gold“ noch zu steigern. Sechs Tage vor Anmeldeschluss sind bereits 650 Teilnehmer angemeldet, mehr als voriges Jahr. Das gesammelte Geld wird übrigens nach dem Solidaritätslauf am 28. September noch vor Ort an die Forscher überreicht. Die Spenden gehen zu 100 Prozent an die letztjährigen Empfänger, die Uni Luxemburg und des LIH, die ihre Forschung fortsetzen, sowie an das europäische Projekt E-Smart. Von Letztgenanntem profitieren bereits zwei Kinder aus Luxemburg, bei denen die erste Behandlung nicht anschlug. Konkret geht es um den Zugang zu klinischen Versuchen. Die Partner respektive Sponsoren der Stiftung decken die Kosten der Veranstaltung.

Was erwartet die Teilnehmer und Besucher am Veranstaltungstag?

Ein Dorf mit 40 Zelten, ein Scientific Corner, gute Verpflegung, Musik, Preise für jene, die am meisten Geld gesammelt haben (Einzelperson, Verein respektive Freundesclique, Betrieb) und eine Geschenketüte für alle Teilnehmer im Ziel. Auch Professor Gilles Vassal, der seit 20 Jahren nach neuen Medikamenten für Kinder und Jugendliche forscht, wird vor Ort sein. Wichtig ist ebenfalls die Gedenkminute für verstorbene Kinder und jene, die noch in Therapie sind. Für betroffene Familien ist das ein sehr starker Moment.



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"Kämpfen wie ein Löwe" ist das Motto der Fondatioun Kriibskrank Kanner.
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