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Korruptionsprozess in Algerien: Zehn Jahre Haft für Majdoub Chani
Lokales 07.05.2015 Aus unserem online-Archiv

Korruptionsprozess in Algerien: Zehn Jahre Haft für Majdoub Chani

Majdoub Chani

Korruptionsprozess in Algerien: Zehn Jahre Haft für Majdoub Chani

Majdoub Chani
Foto: Familie Chani
Lokales 07.05.2015 Aus unserem online-Archiv

Korruptionsprozess in Algerien: Zehn Jahre Haft für Majdoub Chani

Am Donnerstag fielen in Algerien die Urteile in der so genannten "Affäre um die Ost-West-Autobahn". Der Luxemburg-Algerier Majdoub Chani wurde zu zehn Jahren Gefängnis ohne Bewährung sowie einer Geldstrafe von umgerechnet knapp 27.500 Euro verurteilt.

(mth) - Am Donnerstag fielen in Algerien die Urteile in der so genannten "Affäre um die Ost-West-Autobahn". Der Luxemburg-Algerier Majdoub Chani wurde zu zehn Jahren Gefängnis ohne Bewährung sowie einer Geldstrafe von umgerechnet knapp 27.500 Euro verurteilt. Die Staatsanwaltschaft hatte vergangenen Woche mit 20 Jahren Haft und 73.000 Euro Geldbuße weitaus höhere Strafen gefordert. Da Chani seit vier Jahren und sieben Monaten in Algerien in Untersuchungshaft sitzt, bleiben ihm vier Jahre und fünf Monate abzusitzen.

Chani wurde somit in erster Instanz für schuldig befunden, mehrere hohe algerische Beamten im Rahmen eines milliardenschweren Autobahnprojekts bestochen zu haben, um seinen Auftraggebern, einem chinesischen Baukonsortium, illegal Vorteile zu verschaffen.

Die Verteidiger Chanis hatten während des Verfahrens wiederholt die Verletzung der Menschenrechte ihres Mandanten angeprangert und einen Freispruch gefordert. Chani behauptet, nach seiner Verhaftung durch den algerischen Geheimdienst DRS am 16. September 2009 illegal festgehalten, misshandelt und zu einem Geständnis gezwungen worden zu sein, bevor er 21 Tage später einem Untersuchungsrichter vorgeführt wurde.

Weder das Gericht noch die Staatsanwaltschaft wollte jedoch diese Vorwürfe zur Kenntnis nehmen und die Richter wiesen jegliche Versuche der Verteidigung, das Verfahren wegen Missachtung der Rechte ihres Mandanten zu kippen, ab. Chani hatte daher vergangene Woche angekündigt, unabhängig vom Ausgang des Verfahrens in einen Hungerstreik treten zu wollen. Der Geschäftsmann lebte und arbeitete seit mehr als 25 Jahren als Finanzberater und Treuhänder im Großherzogtum und ist mit einer Luxemburgerin verheiratet.


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