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Kony 2012: Flashmob gegen den „Menschenschlächter von Uganda“
Lokales 2 3 Min. 19.04.2012 Aus unserem online-Archiv

Kony 2012: Flashmob gegen den „Menschenschlächter von Uganda“

Im Visier einer weltweiten Kampagne: Rebellenchef Joseph Kony

Kony 2012: Flashmob gegen den „Menschenschlächter von Uganda“

Im Visier einer weltweiten Kampagne: Rebellenchef Joseph Kony
Foto: AP
Lokales 2 3 Min. 19.04.2012 Aus unserem online-Archiv

Kony 2012: Flashmob gegen den „Menschenschlächter von Uganda“

Eine weltweite Hatz auf den „Menschenschlächter von Uganda“ hatte ein millionenfach gesehenes Internetvideo Anfang März ausgelöst. Darin wird für die Nacht zum Sonntag zu einer weltweiten Plakataktion aufgerufen wird. Auch Luxemburger Unterstützer werden an der Kampagne teilnehmen – auf ganz eigene Art und Weise.

(str) - Eine weltweite Hatz auf den „Menschenschlächter von Uganda“ hatte ein Internetvideo Anfang März ausgelöst. Binnen fünf Tagen hatten 70 Millionen Menschen den Kurzfilm angeklickt, in dem für die Nacht zum Samstag zu einer weltweiten Plakataktion aufgerufen wird. Auch Luxemburger Unterstützer werden an der Kampagne teilnehmen – auf ganz eigene Art und Weise.

„Invisible Children“ nennt sich die Non-Profit-Organisation, die mit der Kampagne gegen den ugandischen RebellenführerJoseph Kony auf Youtube und Vimeo einen nie dagewesenen Erfolg verbucht hatte. Nach Kony, im Video „Menschenschlächter von Uganda“ genannt, lässt der Internationale Strafgerichtshof seit 2003 weltweit wegen Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit fahnden.

360 Videos werden hier nicht unterstützt. Wechseln Sie in die Youtube App, um das Video anzusehen.

In ihrer hochemotionalen Videokampagne KONY 2012 riefen die Macher zu einer weltweiten „Cover the night“-Aktion auf. Überall auf der Welt sollten Wände mit Plakaten mit dem Antlitz Konys beklebt werden, so dass Massenvergewaltigungen, Kindersoldaten, Vertreibung und Krieg weltweit zum Thema würden. Auf diese Weise solle Druck ausgeübt werden, damit Kony endlich gefasst werde.

Auf Distanz zu 'Invisible Children'

In Luxemburg haben sich auf Facebook mehr als 3000 Menschen bereit erklärt, an einer „Cover the night“-Aktion teilzunehmen. „Wir hatten ursprünglich geplant, in Absprache mit der Stadtverwaltung 'Cover-Spots' zu definieren“, erklärt einer der Initiatoren, Patrick Azevedo gegenüber wort.lu. Demnach sollten bestimmte Orte und Wände definiert werden, die mit Genehmigung mit den Plakaten beklebt werden könnten -ohne, dass sich die Unterstützer strafbar machen.

„Um uns von 'Invisible Children' zu distanzieren, wollten wir unsere eigenen Kony-Plakate erstellen“, erzählt Azevedo. 'Invisible Children' stand wegen ihrer Kony-Kampagne nämlich auch in der Kritik. So wurde etwa von Kritikern bemängelt, dass die Argumente aus dem Video teils nicht fundiert seien und den aktuellen Entwicklungen im Uganda nicht Rechnung trage.

So werde beispielsweise nur am Rande erwähnt, dass die Rebellen um Kony längst aus dem Norden Ugandas vertrieben wurden und, dass sich die reguläre Armee – mit der die Organisation sympathisiert – bei der Rückeroberung der gleichen Verbrechen wie Konys Mannen schuldig gemacht habe.

Zudem würden in dem Video jegliche Friedensbemühungen ausgeklammert. Die Kampagne trage nur zum Bekanntheitsgrad einer privaten Organisation bei, deren Finanzierung mehr als untransparent sei.

Flashmob am Freitag an der „Plëss“

Die Abgrenzung von 'Invisible Children' war den Luxemburger Unterstützern der Kampagne besonders wichtig. Wie Patrick Azevdo betonte wolle man auch eher generell auf das Gewaltproblem Zentralafrikas aufmerksam machen.

In einem Gespräch mit Hauptstadt-Bürgermeister Xavier Bettel wurde allerdings schnell klar, dass es nur sehr begrenzte Möglichkeiten gibt in der Stadt Plakate legal aufzukleben. So entschieden sich die Initiatoren zu einem Flashmob. Am Freitagabend, dem 20. April, treffen sich die Kony-Jäger gegen 18 Uhr an der hauptstädtischen Place-d'Armes.

Die Teilnehmer sollten sich auf den Flashmob vorbereiten und wie in diesem Video vorgeführt eine Sprühschablone basteln und damit ein T-Shirt (wie in dieserVideoanleitung) bemalen. Um 18 Uhr ertöne dann ein Pfeifsignal bei dem alle ihr T-Shirt überziehen und sich flach auf den Boden legen.

Twitter:  #konylux

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