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Konferenz über Parkinson: Wenn nichts mehr stillsteht
Lokales 17.04.2015

Konferenz über Parkinson: Wenn nichts mehr stillsteht

Konferenz über Parkinson: Wenn nichts mehr stillsteht

Foto: Shutterstock
Lokales 17.04.2015

Konferenz über Parkinson: Wenn nichts mehr stillsteht

In Luxemburg leben zwischen 1 000 und 1 200 Menschen mit der Parkinson-Krankheit. Nach Alzheimer ist Parkinson die am häufigsten diagnostizierte chronische Erkrankung des Nervensystems.

(AH) - In Luxemburg leben zwischen 1 000 und 1 200 Menschen mit der Parkinson-Krankheit. Nach Alzheimer ist Parkinson die am häufigsten diagnostizierte chronische Erkrankung des Nervensystems in Europa und Luxemburg. Angesichts der demografischen Entwicklung wird die Krankheit in Zukunft wahrscheinlich noch häufiger auftreten.

Anlässlich des Welt-Parkinson-Tags am 11. April wird am Freitag eine große Konferenz rund um die neurodegenerative Krankheit in Luxemburg abgehalten. Der Verlust der Kontrolle über den eigenen Körper ist für viele Menschen ein Albtraum. Für Parkinson-Patienten ist es der Alltag. Täglich kämpfen sie gegen Bewegungsarmut, Zittern, Gleichgewichtsstörungen, eine Verlangsamung der Beweglichkeit und Muskelsteifheit.

„Die Ursache von Parkinson ist ein Mangel am Botenstoff ,Dopamin‘ im Gehirn, der ein vorschnelles Altern von bestimmten Nervenzellen im Gehirn hervorruft. Dopamin ist ein wichtiger Botenstoff des Nervensystems. Es leitet Signale zwischen Neuronen weiter und sorgt so für die Steuerung körperlicher Bewegungen“, erklärt Dr. Rejko Krüger, Neurologe im „Centre hospitalier de Luxembourg) CHL.

Die Entstehung von Parkinson ist laut Forschungsergebnissen der vergangenen Jahrzehnte sehr komplex. „Insbesondere wurden in den vergangenen 15 Jahren bei der seltenen erblichen Form des Parkinson-Syndroms beeindruckende Erfolge erzielt: Über 20 gestörte Gene konnten entdeckt werden, die Parkinson hervorrufen. In den meisten Fällen wird die neurodegenerative Krankheit aber durch ein Zusammenspiel von genetischen Faktoren und Umweltfaktoren (z. B. Umweltgifte) hervorgerufen“, fügt der Arzt hinzu.

Neben den üblichen Symptomen können bei Parkinson-Patienten auch Riechstörungen, Schlafstörungen, Depressionen und Störungen im Verdauungstrakt auftreten. Medikamente können die motorischen Einschränkungen bei Parkinson deutlich verbessern. Durch Tabletten wird der Dopamin-Mangel im Gehirn ersetzt. Für Patienten im fortgeschrittenen Stadium sind Hirnschrittmacher oft die letzte Hoffnung.

„Das beste Medikament hilft allerdings nichts, wenn man zu Hause sitzen bleibt und resigniert. Parkinson-Patienten sollen Mut zur Öffentlichkeit zeigen und aktiv am Leben teilnehmen. Strukturen, die Menschen mit der Krankheit auffangen und betreuen, sind enorm wichtig. Die Patienten müssen eine Anlaufstelle für ihre Sorgen und Ängste haben“, betont der Neurologe.

Konferenz über die Parkinson-Krankheit

In Leudelingen findet am Freitag von 14.30 bis 17.30 Uhr eine Konferenz über die Parkinson-Krankheit statt, bei der das große Forschungsprojekt über Parkinson in Luxemburg im Mittelpunkt steht.

www.parkinson.lu


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