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Kommentar: Die DP beseitigt Dinosaurier
Leitartikel Lokales 24.10.2013

Kommentar: Die DP beseitigt Dinosaurier

Marc THILL
Marc THILL
Wie selten zuvor hat mit der DP eine Partei einem Dinosaurer erlaubt, als Spitzenkandidat im Bezirk Norden ein Comeback auf der nationalen politischen Ebene zu feiern, was Charles Goerens ja auch gelungen ist. Nun aber bleibt dieser Dinosaurer wie ein Fossil auf der Strecke, was natürlich einige Fragen aufwirft.

Ein Bild sagt manchmal mehr als 1000 Worte. Das Foto unten wurde an diesem Mittwoch Abend vor der Sitzung des "Comité directeur" der demokratischen Partei aufgenommen und zeigt zwei DP-Spitzenkandidaten, Charles Goerens im Norden und Xavier Bettel im Zentrum. Der eine ist Stadtbürgermeister und Shooting Star der DP und will Premierminister in einer Regierung von DP, LSAP und Déi Gréng werden, der andere war Minister und ist Europaabgeordneter und will nicht in eine Regierung dieser Dreierkoalition. Er verzichtet auf Mandat und Ministerposten.

Wie selten zuvor hatte mit der DP eine Partei bei diesen Wahlen einem Dinosaurier erlaubt, als Spitzenkandidat im Bezirk Norden ein Comeback auf der nationalen politischen Ebene zu feiern, was ihm ja auch gelungen ist. Nun aber bleibt dieser Dinosaurier wie ein Fossil auf der Strecke, was natürlich einige Fragen aufwirft.

Auch wenn Charles Goerens das Gegenteil behauptet, so scheint es doch, als habe die DP eine ernsthafte Hürde nehmen müssen, um die Dreierkoalition auf die Beine zu bringen. Charles Goerens ist das erste prominente Opfer der widerspenstigen Dreierkoalition. 17 523 Stimmen hat er noch am Sonntag für seine Partei einfahren können, nur 10.933 hatte der zweite DP-Mann auf der Liste André Bauler.

Ist das Betrug am Wähler? Bei der DP hat man damit schon Erfahrung. Stadtbürgermeister Helminger hatte ja auch bei den letzten Gemeindewahlen auf sein Mandat in der Hauptstadt verzichtet, nachdem ihm Xavier Bettel mit 500 Stimmen mehr auf der Nase rumtrat.

Wie viele personelle Opfer wird die Dreierkoalition noch von den Parteien verlangen, bis sie dann endlich operativ sein wird? Und vor allem wie viele thematische Opfer wird das programmatische Schnittmengenmodell der drei Parteien erfordern?

Marc Thill