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Kollektivurlaub beginnt: Auszeit mit Ausnahmen
Lokales 2 Min. 27.07.2017

Kollektivurlaub beginnt: Auszeit mit Ausnahmen

Auf der Roten Brücke wird auch in den kommenden Tagen und Wochen weiter gearbeitet.

Kollektivurlaub beginnt: Auszeit mit Ausnahmen

Auf der Roten Brücke wird auch in den kommenden Tagen und Wochen weiter gearbeitet.
Foto: Pierre Matgé
Lokales 2 Min. 27.07.2017

Kollektivurlaub beginnt: Auszeit mit Ausnahmen

Diana HOFFMANN
Diana HOFFMANN
Der dreiwöchige Kollektivurlaub in der Baubranche beginnt am Donnerstagabend. Doch nicht alle können ab dann morgens liegen bleiben. 152 Sonderregelungen wurden dieses Jahr von der Gewerbeaufsicht gestattet.

(dho) -  Ab Freitagmorgen wird es an etlichen Baustellen ruhiger zugehen. Der Kollektivurlaub beginnt für die Beschäftigten im Hoch- und Tiefbau. Ab Montag können dann auch Sanitär-, Klimatechnik- und Heizungsmonteure sowie Gipser ihren Urlaub antreten. Enden wird dieser am 20. August. Doch wieso beginnt er für alle quasi gleichzeitig und wieso gerade jetzt, wo die Witterungsbedingungen doch eigentlich ideal sind, um draußen zu arbeiten?

In den 1970er-Jahren wurde der Kollektivurlaub in der Baubranche in Luxemburg eingeführt und als große soziale Errungenschaft gefeiert. Einer der Gründe war, dass die Mehrheit der Arbeiter, die in diesem Gewerbe arbeiten, aus Portugal stammten und im Sommer Familie und Freunde in der alten Heimat besuchen wollten. Bis heute ist der Urlaub geblieben, „und das ist auch gut so“, findet Jean-Luc de Matteis vom OGBL. „Sowohl der Arbeitnehmer als auch der Arbeitgeber hat durch den Kollektivurlaub Planungssicherheit. Der Arbeitnehmer hat seinen sicheren Urlaub im Sommer und der Arbeitgeber kann seine Mannschaft organisieren“.

Geht es auch ohne?

Mit der Frage, ob der Kollektivurlaub noch seine Berechtigung habe, hat sich der LCGB in den vergangenen Jahren bereits beschäftigt. Hier sind die Verantwortlichen zu dem Schluss gekommen, dass vor allem kleine Betriebe nicht auf den Kollektivurlaub verzichten können. „Im Baugewerbe wird im Team gearbeitet. Wenn dann zu viele Personen fehlen, funktioniert der Betrieb nicht mehr“, erklärt Jean-Paul Baudot vom LCGB.

In vielen Ländern, wie etwa in Deutschland, gibt es den Kollektivurlaub nicht. Dennoch dürfen Betriebe aus dem Ausland in den kommenden drei Wochen nicht an den hiesigen Baustellen arbeiten. Und auch Arbeitern, die in Luxemburg angestellt sind, ist es nicht erlaubt, an ihren Baustellen im Ausland zu arbeiten.

Nicht überall wird jedoch in den nächsten Tagen und Wochen pausiert. Auch Sonderregelungen sind möglich. Dies für Baustellen, deren Fertigstellung einer gewissen Dringlichkeit unterliegt. Etwa bei Autobahnen, Krankenhäusern, Schulen oder Fabriken.

Sondergenehmigungen

Dieses Jahr wurden 152 solcher Sondergenehmigungen erstattet. 109 Betriebe hatten bei der Gewerbeaufsicht angefragt, in den kommenden Wochen weiter arbeiten zu dürfen. Unter anderem wurden Arbeiten an einigen Schulen oder für die Baustellen der Tram genehmigt.

Ob sich alle Firmen an die gesetzlich verpflichtende Auszeit halten, wird von der Gewerbeaufsicht und der Zollbehörde kontrolliert. Im vergangenen Jahr wurden 140 Kontrollen durchgeführt. Dabei konnten lediglich 
zwei Verstöße festgestellt werden.

Hier einige der Baustellen, an denen auch in den folgenden drei Wochen gearbeitet wird:

An der Europaschule, in der Coque, am „Lycée Hubert Clément“ in Esch/Alzette, an der Grundschule in der Rue Aloyse Kayser in Belair, an der Zentralschule in Klausen, an der „Ecole française“ im Ban de Gasperich. Die Straßenbauverwaltung installiert in Heiderscheidergrund Leitplanken, auf der A1 wird ab heute und bis zum 
12. August zwischen Potaschberg und Wasserbillig der Straßenbelag erneuert und auf dem Viadukt von Irbich wird an der Brücke gearbeitet.

Aber auch an der Fertigstellung der Tramlinie wird weiter gearbeitet. Auf der Roten Brücke werden momentan die Schienen verlegt. Ab dem 10. Dezember soll die Tram voraussichtlich bis zum Glacis fahren. Auf dem Glacis werden währenddessen die Arbeiten vorangetrieben, um das Feld für die Schueberfouer herzurichten.



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