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Kohlenstoffmonoxid: Heimtückisch, aber vermeidbar
Lokales 2 Min. 01.02.2017 Aus unserem online-Archiv

Kohlenstoffmonoxid: Heimtückisch, aber vermeidbar

Kohlenmonoxid entsteht, wenn das Gas nicht entweichen kann, sich somit am Boden staut und dann durch die ganze Wohnung zieht.

Kohlenstoffmonoxid: Heimtückisch, aber vermeidbar

Kohlenmonoxid entsteht, wenn das Gas nicht entweichen kann, sich somit am Boden staut und dann durch die ganze Wohnung zieht.
Foto: Marc Wilwert
Lokales 2 Min. 01.02.2017 Aus unserem online-Archiv

Kohlenstoffmonoxid: Heimtückisch, aber vermeidbar

Cheryl CADAMURO
Cheryl CADAMURO
In Deutschland sind sechs Teenager an einer Kohlenstoffmonoxid-Vergiftung gestorben, die durch einen Holzofen ausgelöst wurde. Wie kann man sich vor solch einem Unfall schützen?

(che) - Kohlenstoffmonoxid kann man nicht schmecken, nicht riechen, nicht sehen – es kann beim Einatmen aber zum Tod führen. Erst vor einigen Tagen sind sechs Jugendliche in Deutschland an einer Kohlenmonoxidvergiftung gestorben. Sie hatten in einem Gartenhäuschen geschlafen, in dem sich ein Holzofen befand. Und dieser war höchstwahrscheinlich der Grund für die Intoxikation.

Prävention als Schutz

Ein tragischer Vorfall also, vor dem man sich jedoch leicht schützen kann, wie Sven Weber vom „Centre d'Intervention Bettembourg“ (Cibett) erklärt: „Es ist wichtig, dass man einen Holzofen nicht in Eigenregie, sondern von einer Fachfirma installieren lässt. Zudem sollten solche Öfen und auch Kamine regelmäßig gewartet werden. Am besten einmal pro Jahr.“

Wer auf Nummer sicher gehen will: Für zehn bis 20 Euro sind Kohlenmonoxid-Melder erhältlich. Bei einer Heizung aufgehängt, melden diese einen Ausbruch des giftigen Gases – egal wo es sich im Haus ausbreitet. Kohlenmonoxid entsteht nämlich, wenn das Gift nicht entweichen kann, sich somit am Boden staut und dann durch die ganze Wohnung zieht. Aber auch veraltete oder schlecht gewartete Gasboiler im Heizungskeller können eine Vergiftung hervorrufen.

Die Merkmale einer Kohlenmonoxid-Vergiftung sind unterschiedlicher Natur: „Betroffene zeigen die unterschiedlichsten Symptome. Diese können von Kopfschmerzen über Kurzatmigkeit und Gereiztheit bis hin zu Übelkeit und Verwirrtheit reichen. Eine hohe Konzentration des Giftes kann binnen Minuten zum Tod führen.“

Besteht der Verdacht einer Vergiftung, sollte man sofort einen Rettungswagen rufen. „Die Sanitäter tragen Instrumente mit sich, mittels denen Kohlenmonoxidwerte gemessen werden können“, erklärt Sven Weber weiter.

Des Weiteren sei es wichtig, dass man sofort an die frische Luft geht um Sauerstoff zu bekommen. Denn genau hier liegt das Problem: zu wenig Sauerstoff. Kohlenmonoxid entsteht nämlich dann, wenn bei Verbrennungsvorgängen zu wenig Sauerstoff vorhanden ist. Das giftige Gas bindet sich im menschlichen Körper an den Blutbestandteil Hämoglobin, die Sauerstoffaufnahme wird verhindert. An der frischen Luft, dort, wo also reichlich Sauerstoff vorhanden ist, kann das Gift wieder abgebaut werden – diese Entgiftung kann sich aber über mehrere Stunden ziehen.

Erst im Oktober 2016 war in Metzdorf im deutschen Grenzgebiet eine Frau aufgrund einer Kohlenmonoxidvergiftung gestorben, das Gas war durch die Heizung ausgetreten und hatte sich im ganzen Haus ausgebreitet. 2014 waren zwei Männer in Küntzig gestorben, weil sie sich mit einem Gaskocher Essen zubereiten wollten. Doch der Kocher war defekt, es trat Kohlenmonoxid aus – die beiden Männer wurden ohnmächtig und starben.



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