Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Protestzug der Kohlearbeiter verlief friedlich
Lokales 14 8 2 Min. 22.10.2021
In Kirchberg und Limpertsberg

Protestzug der Kohlearbeiter verlief friedlich

Die tschechische Botschaft wird von Polizeibeamten abgeschirmt
In Kirchberg und Limpertsberg

Protestzug der Kohlearbeiter verlief friedlich

Die tschechische Botschaft wird von Polizeibeamten abgeschirmt
Foto: Guy Jallay
Lokales 14 8 2 Min. 22.10.2021
In Kirchberg und Limpertsberg

Protestzug der Kohlearbeiter verlief friedlich

Über 1.000 Kohlearbeiter aus Polen protestierten am Freitag in Kirchberg. Rund 800 Polizisten waren vor Ort.

(j-ps/SH) - Vor dem Europäischen Gerichtshof und der tschechischen Botschaft protestierten am Freitagmorgen polnische Kohlearbeiter gegen ein Urteil, das tägliche Strafzahlungen vorsieht, bis es zur Einstellung der Aktivitäten im Braunkohletagebau Turow kommen wird. Zu diesem Zweck waren die polnischen Demonstranten mit Bussen nach Kirchberg gekommen. Für die Sicherheit sorgten in dem Viertel am Freitag über 800 Polizisten. Die Luxemburger Einsatzkräfte hatten hierfür Verstärkung aus Belgien bekommen. Auch zwei belgische Wasserwerfer waren vor Ort. 

Gegen 13 Uhr hat sich der Protestzug aufgelöst. Zu Auseinandersetzungen und größeren Zwischenfällen war es nicht gekommen.

Gegen 8.45 Uhr waren die ersten Hupkonzerte in Kirchberg zu vernehmen. Zunächst blieben die Demonstranten beim Europäischen Gerichtshof eingekesselt

Kurz vor 11 Uhr begaben sich die Demonstranten dann vom Boulevard Adenauer in Kirchberg an der Chambre de Commerce entlang auf den Weg Richtung Rout Bréck und Stadtzentrum. 

An der Place de l'Europe hatte sich eine kleinere Gegendemo gebildet. Hier wurde die Europa-Hymne gespielt, zudem hielten die Menschen europäische und polnische Flaggen hoch.   

Gegen 11.45 Uhr erreichten die Demonstranten dann ihr zweites Ziel: die tschechische Botschaft. LW-Informationen zufolge sollen einige der Demonstranten Einlass in die Botschaft erhalten haben und sich mit dem Botschafter ausgetauscht haben. Hintergrund des Gangs zur tschechischen Botschaft ist der Umstand, dass Tschechien Polen vor dem Europäischen Gerichtshof verklagt hatte.

Yasha und Felix haben sich etwas zu essen besorgt und wollen nun zurück in die Schule.
Yasha und Felix haben sich etwas zu essen besorgt und wollen nun zurück in die Schule.
Foto: Jean-Philippe Schmit

In der Nähe der Botschaft hielten sich auch Yasha und Felix auf, zwei Schüler aus dem Jongelycée. Sie haben sich etwas zu essen besorgt und wollen nun direkt zurück zur Schule. Dass der Protest stattfinden würde, wussten sie. Angst haben sie aufgrund der massiven Polizeipräsenz jedoch nicht. 

Zwei Gerwerkschaftlerinnen des OGBL drücken den Protestierenden unterdessen ihr Mitgefühl aus. Man unterstütze sie, wäre man früher über den Protestmarsch informiert gewesen, hätte man sich beteiligt, sagen sie.

Die Demonstranten auf dem Weg zur tschechischen Botschaft.
Die Demonstranten auf dem Weg zur tschechischen Botschaft.
Foto: Guy Jallay

Bisher kam es zu keinen Auseinandersetzungen. „Wir verlieren unsere Jobs“, geht ein Demonstrant auf den Grund des Protestes ein. „Polen ist ein armes Land, wir brauchen Strom.“ Durch ein Stopp der Arbeiten in Turow sieht man in Polen die Stabilität des Stromsystems gefährdet.




Die Polizei hatte im Vorfeld mit 2.000 Demonstranten gerechnet. Gegen 9.30 Uhr waren Schätzungen der Polizei zufolge rund 1.000 Teilnehmer vor Ort. Weitere Busse folgten jedoch noch. Auch polnische Medienvertreter sind da.


Die Straße von Kirchberg in Richtung Stadtzentrum ist gegen 11 Uhr gesperrt. In die andere Richtung ist der Verkehr möglich. Die Rout Bréck ist nicht befahrbar.

Vor dem Eintreffen der Kohlearbeiter war eine Anwohnerin am Freitagmorgen noch schnell mit dem Hund Gassi. „Wenn der Europäische Gerichtshof nebenan ist, sind solche Demos zu befürchten. Das Polizeiangebot ist schon beeindruckend, aber auch der Grund, warum ich mich nicht fürchte“, sagte sie.

Lesen Sie jetzt weiter:

Folgen Sie uns auf Facebook, Twitter und Instagram und abonnieren Sie unseren Newsletter.


Lesen Sie mehr zu diesem Thema