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Körperverletzung: Polizist soll in Haft
Lokales 2 Min. 25.09.2019 Aus unserem online-Archiv

Körperverletzung: Polizist soll in Haft

Die Tat ereignete sich im Nachtclub Gotham in Limpertsberg.

Körperverletzung: Polizist soll in Haft

Die Tat ereignete sich im Nachtclub Gotham in Limpertsberg.
Foto: Anouk Antony
Lokales 2 Min. 25.09.2019 Aus unserem online-Archiv

Körperverletzung: Polizist soll in Haft

Im November 2016 hatte ein Polizist einen anderen Beamten schwer verletzt - wohl aus Frust und Eifersucht. Nun wurde eine Haftstrafe gegen den 28-Jährigen gefordert. Beide Polizisten waren zum Tatzeitpunkt außer Dienst.

(SH) - Geht es dem Vertreter der Staatsanwaltschaft nach, soll jener Polizist, der in der Nacht zum 13. November 2016 in einem Nachtclub in Luxemburg-Limpertsberg einen anderen Beamten mehrfach auf den Kopf und ins Gesicht geschlagen und diesen dabei schwer verletzt hatte, ins Gefängnis. 

Er forderte zum Abschluss des Prozesses eine dreieinhalbjährige Haftstrafe sowie eine Geldbuße gegen den Angeklagten. Ein Teil der Gefängnisstrafe soll dabei ohne Bewährung erfolgen, dies aufgrund der Aggressivität des Angriffs sowie des Schadens, der den Opfern zugefügt worden war. Für den restlichen Teil der Strafe könne es zwar wohl einen Aufschub geben, dieser müsse allerdings Auflagen unterliegen. So müsse sich Arno P. weiterhin in psychiatrische Behandlung begeben.

Der Vertreter der Staatsanwaltschaft sprach von einem „Besitzwahn“ auf Seiten des Angeklagten, nachdem dessen Freundin die Beziehung zu ihm beendet hatte. Dieser habe Arno P. dazu verleitet, der jungen Frau nachzustellen und sie zu belästigen, bis diese einen Nervenzusammenbruch erlitt. Doch er habe auch dazu geführt, dass der Beschuldigte einer weiteren Person – dem neuen Partner der Frau – schwere Verletzungen im Bereich des rechten Auges zufügte, obwohl sich dieser nachweislich nichts zu Schulden habe kommen lassen. „Man muss sich in die Situation der Opfer hineinversetzen. Und die Gesellschaft braucht ein Zeichen, dass solche Taten bestraft werden“, erklärte er weiter.

Schlag von hinten

Der Ankläger ging zudem auf die Brutalität des Angriffs ein. Er betonte, dass der erste Schlag auf den Kopf von hinten erfolgte und der Beschuldigte dann weiter auf Kopf und Gesicht eingeschlagen habe – „die empfindlichsten Körperteile“. Hinzu komme, dass der Angreifer, zum Tatzeitpunkt im Wrestling aktiv, nicht von selbst von seinem Opfer losgelassen habe. Vielmehr hätten umstehende Personen ihn gleich zwei Mal losreißen müssen, bevor er sich beruhigt habe.

Für den Vertreter der Staatsanwaltschaft ist denn auch nicht nur die einfache Körperverletzung gegeben, für ihn sind auch die erschwerenden Umstände, so wie sie im Artikel 400 des Strafgesetzbuches vorgesehen sind, erfüllt.


Der Vorfall ereignete sich in der Nacht zum 13. November in der Diskothek Gotham.
Polizist greift Polizisten an und muss vor Gericht
Wohl aus Eifersucht und Frust hatte ein Polizist in der Nacht zum 13. November einen weiteren Beamten angegriffen. Nun musste er sich vor Gericht verantworten.

Wohl habe die Gutachterin eine gute Woche nach der Tat festgehalten, dass die Blessuren am rechten Auge des Opfers eigentlich komplett hätten ausheilen müssen. Man müsse fast drei Jahre später nun jedoch auch jenen medizinischen Attests Rechnung tragen, die vom Opfer eingereicht wurden und die belegen, welchen langen Leidensweg dieses gegangen ist und immer noch geht.

Weiteres Gutachten

„Das Auge ist eines der wichtigsten Organe“, erklärte der Ankläger. Und eben dieses würde dem Mann seit drei Jahren zu schaffen machen. Durch seine Verletzungen könne das Opfer jene Arbeit, der es vor der Tat nachging, derzeit nicht mehr ausführen. Zudem seien seinem Ermessen nach die Bedingungen erfüllt, um von einer Krankheit, die nicht heilbar zu sein scheint, zu sprechen.


Rue de Bouillon Hollerich MClub M-Club / Foto: Steve Remesch
Körperverletzung: Polizisten verurteilt
Wegen Körperverletzung während einer Schlägerei vor einer Diskothek in Hollerich sind am Montag drei Polizisten und ein Soldat zu Haftstrafen auf Bewährung verurteilt worden.

Würden die Richter nicht zu diesem Schluss kommen, könne auch ein weiteres Gutachten beantragt werden, so wie dies von Verteidigung und Nebenkläger gefordert worden war. Aufgrund von dieser Expertise könnten die Richter dann auch den genauen Betrag der Entschädigung festlegen. Vorläufig wurden rund 100.000 Euro für das Opfer gefordert. Hinzu kommen wegen der Belästigung 8.500 Euro für die Ex-Partnerin des Angeklagten.

Von einer unangemessenen Frist bis zum Prozess, wie sie der Verteidiger des Angeklagten erwähnte, könne in diesem Fall nicht die Rede sein, erklärte der Ankläger unterdessen. 

Das Urteil ergeht am 10. Oktober. 


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