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Kockelscheuer: Stadionatmosphäre schnuppern
Lokales 11 4 Min. 16.07.2020

Kockelscheuer: Stadionatmosphäre schnuppern

Die Arbeiten am neuen Stadion neigen sich dem Ende zu. Die Sitze sind installiert, der Rasen verlegt, derzeit läuft der Innenausbau.

Kockelscheuer: Stadionatmosphäre schnuppern

Die Arbeiten am neuen Stadion neigen sich dem Ende zu. Die Sitze sind installiert, der Rasen verlegt, derzeit läuft der Innenausbau.
Foto: Chris Karaba
Lokales 11 4 Min. 16.07.2020

Kockelscheuer: Stadionatmosphäre schnuppern

Nadine SCHARTZ
Nadine SCHARTZ
Die Arbeiten am künftigen nationalen Rugby- und Fußballstadion laufen auf Hochtouren. Das nicht ohne Grund: Im Herbst sollen die Arbeiten abgeschlossen werden. Im März 2021 wird das erste offizielle Spiel in der Arena ausgetragen.

Die weißen Fassadenelemente sind angebracht, der Rasen strahlt in sattem Grün und die Sitze glänzen in den Farben rot-weiß-blau. Nach langem Warten kann man im künftigen nationalen Fußball- und Rugbystadion zumindest etwas Stadionatmosphäre schnuppern. Und um es vorweg zu nehmen: Die Arena hat nun auch einen Namen! 

Bei der Auswahl wurde bewusst auf eine kommerzielle Bezeichnung verzichtet und sich für „Stade de Luxembourg“ entschieden, wie die Bürgermeisterin der Stadt Luxemburg, Lydie Polfer, am Donnerstag bei einer Visite durch das neue Gebäude erklärte. „Was liegt näher als das Stadion nach der Stadt und dem Land, in dem es sich befindet zu benennen“, so Polfer. 

Froh sind denn sowohl die Bürgermeisterin als auch Sportminister Dan Kersch darüber, dass die Arbeiten wenn auch mit einigen Monaten Verspätung, nun zügig voran schreiten. Das nicht ohne Grund: Läuft alles nach Plan sollen die Arbeiten Ende November abgeschlossen werden.

Ein perfekter grüner Rasen, Sitze in den Farben rot-weiß-blau und die unverkennbaren weißen Fassadenelemente prägen die neue Arena.
Ein perfekter grüner Rasen, Sitze in den Farben rot-weiß-blau und die unverkennbaren weißen Fassadenelemente prägen die neue Arena.
Foto: Chris Karaba

Arbeiten in der Endphase 

Die Zeichen, dass diese Frist eingehalten wird, stehen gut. Bis dato seien fast alle Aufträge, insgesamt 92,5 Prozent, für das Projekt in Auftrag gegeben worden, hieß es. So wurden etwa die Fassadenarbeiten am 1. April 2019 aufgenommen und befinden sich nun in der Endphase. Der Hybridrasen, der ebenfalls von diesem Monat an vorbereitet und verlegt wurde, erstrahlt nun in einem satten Grün. 

Während im Innenbereich die Umkleiden schon einsatzbereit sind, stehen in anderen Räumen unter anderem Putz- und Malerarbeiten auf dem Programm. Im Außenbereich hat die Stadt Luxemburg parallel zu dem Innenausbau des Stadions mit dem Bau eines Spielplatzes sowie des Parkplatzes begonnen. 

Letzterer soll über 200 Stellplätze verfügen und unter anderem von den Offiziellen, den Rettungsdiensten und der Presse genutzt werden. Darüber hinaus sollen dort aber auch Veranstaltungen, wie etwa Konzerte, für bis zu 15.000 Personen organisiert werden können. „Wir haben von vorneherein davon abgesehen, Open-Air-Konzerte im Stadion zu organisieren, sondern uns für diese Alternative entschieden“, unterstrich Lydie Polfer. 

Abnahme der UEFA mit Testspiel

Sind sämtliche Arbeiten in der Arena abgeschlossen, erfolgt die Abnahme des Gebäudes, das nach den Plänen des deutschen Architektenbüros Gerkan Marg + Partner und des Luxemburger Büros Beng gestaltet wird. Der Höhepunkt dabei dürfte ohne Zweifel die Abnahme durch die UEFA mit dem ersten Testspiel mit Zuschauern. Das erste offizielle Spiel soll schließlich im März 2021 stattfinden. 

Und dafür erfüllt die Arena sämtliche Rahmenbedingungen: Mit unter anderem den 9.385 Sitzplätzen, Räumlichkeiten für Pressekonferenzen, einem Mehrzwecksaal und den 200 VIP-Parkplätzen in direkter Nähe wird diese nämlich laut UEFA-Stadioninfrastruktur-Reglement in die Kategorie 4  eingestuft und liegt damit auf der gleichen Ebene wie etwa das Lerkendal-Stadion im norwegischen Trondheim (21.405 Sitzplätze), das Anfield im britischen Liverpool (54.067 Sitzplätze) oder gar das Camp Nou im spanischen Barcelona (105.000 Sitzplätze). 

Baustelle mit Unterbrechungen

Allerdings war der Weg vom Baubeginn im Mai 2017 bis zur nun laufenden Endphase mit einigen Hürden verbunden, die das Projekt zum Teil ins Stocken brachten. Aufgrund des starken Wintereinbruchs Ende 2017, Anfang 2018 geriet das Projekt ganze vier  Wochen ins Hintertreffen. Hinzu kamen unvorhersehbare Situationen, etwa Ausschreibungen, die annulliert und erneut eröffnet werden mussten. 

Darüber hinaus konnten verschiedene Arbeiten, darunter die Installation der Stadionbeleuchtung und die Vorbereitung für den Rasen, aufgrund der Wetterbedingungen nicht wie geplant durchgeführt werden. So wurde schnell klar, dass die vorgesehene Frist von April 2020 nicht eingehalten werden könnte. Die Hoffnungen liegen nun darauf, dass die Baustelle im Herbst 2020  abgeschlossen werden könnte. 

Doch mit dem Corona bedingten Lockdown kam das Projekt erneut ins Wanken. Nicht nur der Baustellenstopp, sondern auch Lieferengpässe – vor allem in Bezug auf Bestellungen in Italien – erschweren auch zurzeit noch den reibungslosen Fortgang der Arbeit, hieß es gestern. „Ich kann die Ungeduld der Sportler und der Verantwortlichen verstehen, aber am Ende zahlt sich das Warten aus“, betonte Minister Dan Kersch in Bezug auf die Verspätung.

9.385 Personen haben Platz in der neuen Arena.
9.385 Personen haben Platz in der neuen Arena.
Foto: Pierre Matgé

Teurer als geplant

Doch auch die Kosten mussten im Laufe der Zeit angepasst werden. Ging man lange von Ausgaben in Höhe von 61,15 Millionen Euro für das Stadion und den Multifunktionsplatz aus, musste der hauptstädtische Gemeinderat im Juli 2019 einen Zusatzkredit von 18 Millionen Euro genehmigen. 


Fußballstadion Kockelscheuer - Stade de Foot  Kockelscheuer - Foto: Pierre Matgé/Luxemburger Wort
Neues Stadion heißt Stade de Luxembourg
Stade de Luxembourg. So lautet der Name des Neubaus in Kockelscheuer.

Den aktuellen Berechnungen zufolge wird das Stadion demnach 76,6 Millionen Euro kosten. Das Sportministerium unterstützt das Vorhaben zu 70 Prozent und mit maximal 40 Millionen Euro. Die Kosten für den Multifunktionsplatz belaufen sich auf 2,68 Millionen Euro, die komplett von der Stadt Luxemburg finanziert werden. 

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