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Ein Fall für die Polizei und nicht für die Archäologen
Lokales 14.04.2017 Aus unserem online-Archiv
Knochenfund auf dem Knuedler

Ein Fall für die Polizei und nicht für die Archäologen

Unter dem Knuedler wird momentan die Tiefgarage erweitert.
Knochenfund auf dem Knuedler

Ein Fall für die Polizei und nicht für die Archäologen

Unter dem Knuedler wird momentan die Tiefgarage erweitert.
Foto: Chris Karaba
Lokales 14.04.2017 Aus unserem online-Archiv
Knochenfund auf dem Knuedler

Ein Fall für die Polizei und nicht für die Archäologen

Diana HOFFMANN
Diana HOFFMANN
Bei den am Dienstag auf dem Knuedler gefundenen Knochenresten handelt es sich wahrscheinlich nicht um einen archäologischen Fund. Jedoch lagen die Knochen seit längerem dort vergraben. Nun ermittelt die Staatsanwaltschaft.

(dho) - Nachdem am Dienstag bei Bauarbeiten auf dem Knuedler die sterblichen Überreste eines Menschen gefunden worden waren, ermittelt nun die Staatsanwaltschaft. Dies bestätigte Justizsprecher Henri Eippers am Freitag auf Nachfrage. Die sterblichen Überreste werden in einem Labor auf Alter und Geschlecht untersucht. Es stellt sich die Frage, wie lange die Knochen dort lagen.

Jahrzehnte oder Jahrhunderte?

Die Zeitung „Le Quotidien“ hatte am Freitag bereits gemutmaßt, dass die Überreste dort während Arbeiten an der Kanalisation in den 1980er-Jahren vergraben worden sein könnten. Wo genau auf dem Knuedler die Knochen gefunden wurden, war bisher nicht in Erfahrung zu bringen.

Laut Eippers könne momentan noch nicht gesagt werden, ob es sich um einen archäologischen Fund handelt oder nicht. Eine solche Annahme wäre naheliegend gewesen, befanden sich über die letzten Jahrhunderte doch mehrere Gotteshäuser sowie ein Friedhof auf dem heutigen Knuedler.

Die Bauarbeiter waren am Dienstag bei Grabungen zur Erweiterung der Tiefgarage auf Teile eines Beines und des Beckens gestoßen. Laut der Zeitung „Le Quotidien“ hätten sich daran noch Hautreste und ein Stück blaue Jeans befunden. Eine solche Spekulation bestätigt Henri Eippers jedoch nicht. Es sei wahrscheinlicher, dass es sich um Gewebereste handelt.

Dennoch schien ziemlich schnell klar gewesen zu sein, dass es sich um eine polizeiliche Angelegenheit handeln würde, weshalb Leichenspürhunde aus Deutschland zum Einsatz kamen. Dies, um in Differdingen auf der Deponie, wo der Bauschutt hingebracht wurde, weitere Indizien zu finden. Jedoch blieb die Suche erfolglos.


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