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Klouschtergaart: Säen und Ernten
Lokales 2 Min. 22.05.2015 Aus unserem online-Archiv
"Porte ouverte" am Freitag

Klouschtergaart: Säen und Ernten

Der "Klouschtergaart" kann am Freitag 22.5 von 10 bis 18 Uhr besucht werden.
"Porte ouverte" am Freitag

Klouschtergaart: Säen und Ernten

Der "Klouschtergaart" kann am Freitag 22.5 von 10 bis 18 Uhr besucht werden.
Foto: Chris Karaba
Lokales 2 Min. 22.05.2015 Aus unserem online-Archiv
"Porte ouverte" am Freitag

Klouschtergaart: Säen und Ernten

Der „Klouschtergaart“ in der Hauptstadt hat sich zum Ziel gesetzt, „alte“ Nutz- und Kulturpflanzen wieder aufleben zu lassen. Das besondere Mikroklima im Grund trägt hierzu bei.

(dhay) - Der im Volksmund „Klouschtergaart“ genannte Garten liegt am Fuße des Bockfelsens, gegenüber der Abtei Neumünster. Er verläuft entlang der Alzette und wurde 2007 im Rahmen des Kulturjahres in seiner heutigen Form angelegt.

Seine Fläche beträgt mehr als 34 Ar, von denen momentan etwa 30 genutzt werden. Der Garten ist terrassenförmig angelegt. Weinreben gehören auch dazu. In den einzelnen Beeten finden sich 72 verschiedene Arten von Pflanzen.

Es handelt sich vorwiegend um Gemüse und Kräuter, Getreide und vereinzelt um Obstsorten. Das eigentliche Ziel ist jedoch nicht die im Garten angebauten Kulturpflanzen zu verzehren, sondern die Herstellung des Samens dieser Pflanzen. Die wahre Bestimmung des Gartens ist daher, den Fortbestand und Erhalt der „alten“ Gewächse zu sichern.

Mikroklima im Grund

„In diesem kleinen und etwas versteckt liegenden Teil der Hauptstadt herrscht ein spezielles Mikroklima vor“, so Steve Schwartz, Gärtner und Verantwortlicher des „Klouschtergaart“. Er erklärt: „Von frühmorgens bis in den späten Nachmittag hinein scheint die Sonne auf die Beete und erhitzt den Boden. Abends und nachts geben die Felsen, die den Garten schützend umgeben, die gespeicherte Wärme wieder an die Pflanzen ab.“

Dieser „positive Teufelskreis“ lässt den ausgesäten Samen und die eingepflanzten Sprösslinge prächtig gedeihen, da der Boden nie vollständig abkühlt. Doch nicht alle Pflanzen überleben in diesem einzigartigen Mikroklima.

Die Samenkörner erhalten die Verantwortlichen von sogenannten Samenbanken aus dem Ausland.„Aber auch die Solidarität unter Privatpersonen ist groß. Heutzutage ist das Internet sehr hilfreich, um andere Sammler kennenzulernen und sich mit ihnen auszutauschen“, so Schwartz, der auch privat einen Garten hegt und pflegt.

Um die Ertragssicherheit zu gewährleisten, behält der Gärtner nur die Sämereien der anpassungsfähigsten Pflanzen zurück.

Zum ersten Mal bietet der Klostergarten selbst gewonnenen Samen an. Jeder Interessierte kann sich diesen kostenlos besorgen, um zu Hause einzupflanzen. Ein Garten ist nicht unbedingt von Nöten. Der Blumentopf auf dem Balkon reicht aus.

Der „Klouschtergaart“ hat sich zum Ziel gesetzt,
„alte“ Nutz- und Kulturpflanzen
wieder aufleben zu lassen.
Der „Klouschtergaart“ hat sich zum Ziel gesetzt, „alte“ Nutz- und Kulturpflanzen wieder aufleben zu lassen.
Foto: Chris Karaba

Den Namen zurückgeben

Bisher haben hauptsächlich Gemeinschaftsgärten und Schulanlagen das hauseigene Saatgut bezogen und führen damit die Samenproduktion weiter. Nur so können die traditionellen, seltenen und zum Teil bereits vergessenen Pflanzen auch die nächsten 100 Jahre überstehen.

„Der Zweck dieses Gartens ist nicht nur die Erhaltung und Samenproduktion der alten Arten. Unser Ziel ist auch, den Pflanzen ihren Namen zurückzugeben und sie sozusagen wieder in der Gesellschaft zu verwurzeln“, führt Jean-Claude Weber, Mitarbeiter beim „Service des Parcs“ der Stadt Luxemburg, aus. Es sei erschreckend, wie viel Wissen in den vergangenen Jahrzehnten verloren ging, bemerkt Weber weiter.

Katastrophal aber sei, dass neben dem Wissen auch die Pflanzen selbst verschwinden. „Seit dem 19. Jahrhundert sind von den damals weltweit bekannten Arten bis heute knapp 75 Prozent verloren gegangen“, so Gärtner Schwartz.

Zur "Porte ouverte" sind Besucher am Freitag, 22.5 von 10 bis 18 Uhr willkommen.


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