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Klimaschutz: "Es gibt keinen Planeten B"
Lokales 51 2 Min. 15.03.2019 Aus unserem online-Archiv

Klimaschutz: "Es gibt keinen Planeten B"

Klimaschutz: "Es gibt keinen Planeten B"

Gerry Huberty
Lokales 51 2 Min. 15.03.2019 Aus unserem online-Archiv

Klimaschutz: "Es gibt keinen Planeten B"

Rosa CLEMENTE
Rosa CLEMENTE
Rund 7.500 Luxemburger Schüler appellieren am Freitag bei der Demonstration für den Klimaschutz an die Politiker und die Bevölkerung. Die Forderung lautete ganz klar: "Es muss sich was ändern!"

Es ist 11.30 Uhr. Spannung liegt in der Luft. Man hört laute Rufe und Gesang, sieht junge Menschen aus allen Seitenstraßen kommen. Mehrere Hundert sind bereits auf dem Glacis-Feld in Limpertsberg versammelt. Einige schmieren sich grüne Farbe ins Gesicht, andere wiederum sorgen mit Megafonen und Musik für Stimmung. Im Sekundentakt treffen weitere Schüler auf dem großen Parkplatz ein, mit Plakaten und Flaggen ausgerüstet. „Jetzt geht es bald los“, jubelt ein junges Mädchen sichtlich aufgeregt und hält dabei ein großes, selbst angefertigtes „Rettet die Erde“-Plakat in die Luft. 

Der Spruch ist Programm: Inspiriert von der internationalen Fridays-for-future-Bewegung, die auf die schwedische Aktivistin Greta Thunberg zurückgeht, gehen am Freitag auch in Luxemburg mehrere Tausend Jugendliche für den Klimaschutz auf die Straße. 

„We want change“ 

Offizieller Treffpunkt ist um 12 Uhr. Zu diesem Zeitpunkt befinden sich laut Polizei bereits zwischen 2.500 und 3.000 Jugendliche auf dem Glacis. Mehrere Beamte sorgen für die nötige Sicherheit. 12.15 Uhr, die Avenue de la Porte Neuve wird für den Verkehr gesperrt. Die Organisatoren der Aktion, die Mitglieder von Youth for Climate Luxembourg, stellen sich auf, um den Fußmarsch anzuführen. Gleichzeitig gesellen sich weitere Schüler hinzu. 

12.30 Uhr, die Demonstration beginnt. Die Stimmung ist euphorisch, die Plakate werden in die Luft gehalten, im Einklang hört man die lauten Rufe der Jugendlichen „We want change“

Über die Avenue de la Porte- Neuve, den Boulevard Royal, die Rue Phillipe II, die Rue Notre-Dame und die Rue du Fossé bis auf den Knuedler – die Stadtmitte wird während einer Stunde zu einer riesigen, farbigen Bühne für die Jugend, die an diesem weltweiten Protesttag für ein gemeinsames Ziel kämpft. Schnell wird jedem, der sich das Spektakel aus der Nähe anschaut, klar, dass es weitaus mehr als nur 3.000 Teilnehmer sind. Wie die Polizei später mitteilt, sollen geschätzt 7.500 Schüler dabei gewesen sein. 

Auf dem Knuedler angekommen, stürmen die Organisatoren auf die Bühne, greifen zum Mikrofon und rufen lauthals: „Wir zeigen heute allen Erwachsenen, dass wir diese Gelegenheit nicht ausnutzen, um die Schule zu schwänzen, sondern hier sind, weil wir den Politikern die Augen öffnen wollen. Wir Luxemburger müssen endlich aufwachen und handeln. Unsere Stimmen können nicht ignoriert werden!“ Das Publikum applaudiert, es wird gejubelt und gepfiffen. Aus den Lautsprechern ertönt „We are the world“ von Micheal Jackson. Alle singen mit und bewegen dabei ihre Plakate. 

Im Laufe der weiteren Stunde werden mehrere flammende Reden gehalten, wie die von der 16-jährigen Schülerin und Mitinitiatorin Zohra Barthelemy: „Die Politiker müssen endlich der Wahrheit ins Auge schauen und die Klimakrise auch als solche erkennen.“ Aber auch mit Mahnungen wird nicht gespart. „Wenn die Politiker jetzt nicht reagieren, müssen wir weitermachen. Wir können nächste Woche ja wieder auf die Straße gehen“, meint der 18-jährige Moritz Ruhstaller. 

Regierung zeigt sich empfänglich 


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Alles in allem fand die gestrige Protestaktion viele Anhänger. Die Regierung begrüßte den Schülerprotest in einem Schreiben, in dem stand, dass man empfänglich für die Argumente der Jugend sei. 



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