Klima-Bonus für geschädigte Wälder
Klima-Bonus für geschädigte Wälder
Um den luxemburgischen Wald ist es schlecht bestellt: Die bereits in der Vergangenheit festgestellten Baumschäden haben sich durch die sehr heißen und trockenen Sommer 2018 und 2019 weiter verschlimmert. "Jeder zweite Baum ist entweder deutlich bis schwer geschädigt oder bereits abgestorben", so Frank Wolter, Direktor der Naturverwaltung. Laut den Ergebnissen der offiziellen Waldbestandsaufnahme, während derer von Mitte Juli bis Mitte August insgesamt 1176 Bäume unter die Lupe genommen wurden, hat die Zahl der geschädigten Bäume um 60 Prozent zugelegt. Beobachtet werden dabei der Zustand der Kronen, die Verfärbung des Laubes sowie das Ausmaß des Schädlingsbefalls.
Auch Buchen unter Stress
"Betroffen sind nicht nur die Nadelbäume sondern auch die heimischen Buchen", erklärt Wolter. "Fast 65 Prozent dieser Baumart sind schwer geschädigt, rund sieben Prozent bereits abgestorben." Bei den Fichtenbeständen liegt nach dem sehr trockenen Sommer zudem ein erheblicher Befall des Borkenkäfers bevor. Um den Schaden in Grenzen zu halten und für die Auswirkungen des Klimawandels gewappnet zu sein, hat das Umweltministerium nun eine Reihe von Maßnahmen angekündigt, die vor allem die Waldbesitzer und Pächter betreffen. So soll zusätzliche Beratung und Weiterbildung angeboten werden, insbesondere was das Neuanpflanzen von Wäldern betrifft.
Weg von der Monokultur
"Wir müssen weg von hochsensiblen Nadelwald-Monokulturen zu einem stabileren Mischwald, der gegenüber äußeren Einflüssen resistenter ist", so Umweltministerin Carole Dieschbourg. Es gäbe dabei aber nicht die eine Baumart, die als perfekte Lösung in Frage käme. " Wir müssen also diversifizieren, um das Risiko zu minimieren", so noch Dieschbourg. Rund 80 Prozent der Monokulturen befinden sich in der Hand von Privatbesitzern. Doch nicht nur theoretische Hilfe bei Neuanpflanzungen wird in Aussicht gestellt, den Waldbesitzern soll auch mit finanziellen Beihilfen unter die Arme gegriffen werden.
"Wir werden das großherzogliche Reglement bezüglich der Beihilfen dahin gehend abändern, dass jede Neuanpflanzung in geschädigten Wäldern, jeder Unterhalt oder auch Schutz vor Wildverbiß integral vom Staat finanziert wird", so Dieschbourg. Zugleich werden Ausgleichszahlungen für Ausfälle erstattet. Das Ganze läuft unter dem vielversprechenden Namen "Klima-Bonus".
Infos im Geoportal
Weil das Umweltministerium davon ausgeht, dass künftig ein Umdenken bei der Auswahl der neu zu pflanzenden Baumsorten notwendig sein wird, wird im Geoportal eine Informationsseite zu den jeweiligen Standorten und den zu bevorzugenden Baumarten erstellt Zugleich wird eine Waldbodenkarte wichtige Informationen zu den einzelne Baumstandorten mit ihren Vor- und Nachteilen liefern.

