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Kleingarten trifft Großstadt
Lokales 2 Min. 23.05.2019

Kleingarten trifft Großstadt

Urban farming: Das Anlegen von Gemeinschaftsgärten, wie hier in Esch/Alzette, liegt gerade im Trend.

Kleingarten trifft Großstadt

Urban farming: Das Anlegen von Gemeinschaftsgärten, wie hier in Esch/Alzette, liegt gerade im Trend.
Anouk Antony
Lokales 2 Min. 23.05.2019

Kleingarten trifft Großstadt

Jacques GANSER
Jacques GANSER
Das Urban farming soll in Luxemburg aktiv unterstützt werden. Umweltministerin Carole Dieschbourg arbeitete dazu eine Strategie aus.

 Gemüsebeete an den Straßenkreuzungen, Lauch auf dem Dach, die Karotten an der Fassade und die Petersilie auf dem Balkon: So könnten die Städte künftig aussehen, wenn man das Prinzip des Urban farming wortwörtlich nimmt. Das Stadtgärtnern ist besonders in verdichteten Großstädten wie New York, London oder Singapur bereits zum grünen Hype geworden. Umweltministerin Carole Dieschbourg stellte am Donnerstag die nationale Strategie vor, mit der eine solche Vision auch in Luxemburg Wirklichkeit werden könnte.

"Urban Farming verschönert die Städte, es bringt die Menschen zurück zur Herstellung ihrer Lebensmittel und ermöglicht eine nachhaltige Produktionsweise", so Dieschbourg. Innerhalb von fünf Jahren soll ein reglementarisches Werk erarbeitet werden und mit Hilfe von Pilotprojekten immer wieder auf die Praxistauglichkeit überprüft werden. Lokale Produzenten sollen in Zusammenarbeit mit Gemeinden, Bildungsstätten und anderen Vereinigungen Freiflächen in den Städten nutzen, um die Lebensmittel dort selbst anzupflanzen und anschließend zu vermarkten oder für den Eigengebrauch zu ernten.


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„CO2-Neutralität, Wasserbewirtschaftung und nachhaltige Lebensmittelversorgung, lokale Produktion sowie zugleich eine besser Lebensqualität in den Städten; Urban farming bietet viele Vorteile“, so Dieschbourg. Partner bei diesem Projekts sind die Plattform Neobuild, die sich für nachhaltiges Bauen einsetzt , sowie der Conseil pour le développement économique de la construction CDEC.


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