Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Kirmes anno dazumal in Rindschleiden
Sehr viele Besucher hatten sich auf dem Kirmesgelände eingefunden.

Kirmes anno dazumal in Rindschleiden

Foto: Nico Muller
Sehr viele Besucher hatten sich auf dem Kirmesgelände eingefunden.
Lokales 35 02.09.2018

Kirmes anno dazumal in Rindschleiden

Nico MULLER
Nico MULLER
Am Sonntag ging es in der Ein-Seelen-Ortschaft Rindschleiden für einmal hoch her. Gefeiert wurde nämlich eine Kirmes nicht wie jede andere.

Die Zeiten, in denen zur Kirmeszeit auch in kleinen Dörfern zumindest eine Schießbude aufgestellt wurde, sind längst vorbei. Die Freunde des Thillenvogtei-Museums in Rindschleiden wollen dieser Entwicklung entgegensteuern. Bereits zum zweiten Mal organisierten sie deshalb am Sonntag in Rindschleiden eine Kirmes wie anno dazumal. Und der große Aufwand, den sie im Vorfeld betrieben hatten, sollte sich lohnen, denn sehr viele Besucher fanden bei guten äußeren Bedingungen den Weg ins kleinste Dorf des Landes, ja sogar der Welt – es ist nämlich lediglich eine Person hier angemeldet.

Ganz nach dem Motto des Rindschleider Landmuseums Thillenvogtei „Mehr als nur ein Museum“ war das Kirmesfest auch weit mehr als ein Fest. Es war keine Kirmes wie jede andere, sondern eine, wie sie vor hundert Jahren gefeiert wurde. Jede Menge Kirmesleute in alter Kleidung trugen denn auch viel dazu bei, dass die Kirmes erstaunlich authentisch wirkte. 

Um das Museumsgelände herum fanden zahlreiche Animationen statt, während auf dem Feld nebenan die mühsame Arbeit in früheren Zeiten dargestellt wurde. Dazu passend konnte man seine Schälfähigkeiten beim Kartoffel-Schäl-Wettbewerb unter Beweis stellen. Derweil maßen sich auf der Wiese Jung und Alt bei allerhand Kirmesspielen.


Ungeahnte Schätze
Aus dem Auto ausgestiegen, hört man außer Vogelgezwitscher kein Geräusch: willkommen in Rindschleiden, dem kleinsten Dorf Luxemburgs. Doch nicht immer herrscht hier eine solche Stille. Jetzt, im August, kehrt für kurze Zeit richtig viel Leben ein.

Für das leibliche Wohl war natürlich auch gesorgt. Neben den heutzutage gängigen Grillspezialitäten gab es aber auch ausgefallenere Gerichte wie Kniddelen, Feierstengszalot und deftige Bauernsuppe. Brot und Torten kamen selbstverständlich frisch aus dem alten Museums-Backofen.

Zwischendurch sorgten die Tanzgruppen Royal Réveil Ardennais aus Stavelot (B) und die Danzgrupp Wahl für Kurzweil, bevor am Abend der Abschlussball mit Les Gavroches über die Bühne ging.