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Kinderpornographie-Verdacht: Trierer Klinik entlässt Mitarbeiter
Lokales 2 Min. 13.03.2019

Kinderpornographie-Verdacht: Trierer Klinik entlässt Mitarbeiter

Das Mutterhaus der Borromäerinnen in Trier ist in der Region vor allem für seine Geburtsstation und seine Kinderambulanz bekannt. .

Kinderpornographie-Verdacht: Trierer Klinik entlässt Mitarbeiter

Das Mutterhaus der Borromäerinnen in Trier ist in der Region vor allem für seine Geburtsstation und seine Kinderambulanz bekannt. .
Foto: Michael Merten
Lokales 2 Min. 13.03.2019

Kinderpornographie-Verdacht: Trierer Klinik entlässt Mitarbeiter

Der "Diakon mit Zivilberuf" habe die Leitung des Trierer Mutterhauses selbst über Ermittlungen gegen ihn informiert. Daraufhin wurde sein Arbeitsverhältnis aufgelöst. Auch das Bistum Trier beurlaubte ihn präventiv.

(KNA/tom) - Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen einen Trierer Diakon wegen Verdachts des Besitzes von Kinderpornografie. Der in seinem Zivilberuf im katholischen Trierer Klinikum "Mutterhaus der Borromäerinnen" tätige Angestellte wurde nach Angaben des Krankenhauses unverzüglich von seinen Dienstpflichten entbunden und freigestellt. "Im Rahmen einer getroffenen Gesamtabwägung und unter Berücksichtigung aller Umstände war eine Fortsetzung des Arbeitsverhältnisses für das Klinikum als Arbeitgeber nicht mehr zumutbar", teilte das Krankenhaus am Mittwoch mit.

"Null Toleranz"

Die Klinikleitung wurde den Angaben zufolge von dem Mitarbeiter selbst über die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Trier nach Paragraf 184b StGB (Verbreitung, Erwerb und Besitz kinderpornografischer Schriften) informiert. Daraufhin sei das Arbeitsverhältnis im Zuge der hauseigenen "Null-Toleranz-Politik" einvernehmlich beendet worden. Es lägen derzeit keine Anhaltspunkte für ein strafbares Verhalten des Mitarbeiters bei der Ausübung seines Berufes im Klinikum vor.



Neben seiner nicht näher definierten Tätigkeit als Angestellter des Klinikums war der Beschuldigte auch als Diakon für das Bistum Trier tätig. Die Diözese informierte am Mittwoch darüber, dass ein Diakon aufgrund der staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen "mit sofortiger Wirkung beurlaubt" worden sei. Es seien keine Vorwürfe in Bezug auf die seelsorgerliche Tätigkeit des Mannes bekannt. Aufgrund der kirchlichen Leitlinien für den Umgang mit sexuellem Missbrauch sei das Bistum aus präventiven Gründen zu der Beurlaubung verpflichtet. Auch ein kirchenrechtliches Voruntersuchungsverfahren sei eingeleitet worden.



POL- PK-Erzbistum/Kindesmissbrauch, Jeau-Claude Hollerich, Martine Jungers, Patrick Hubert und Leo Wagener, Foto: Chris Karaba/Luxemburger Wort
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Wie die Staatsanwaltschaft mitteilte, beruht der Verdacht gegen den Beschuldigten auf Erkenntnissen, die amerikanische Ermittlungsbehörden bei Internetermittlungen gewonnen und an die deutschen Behörden weitergegeben hätten. "Er soll eine Datei mit einer Abbildung kinderpornografischen Inhalts auf einer Online-Plattform zum Tausch mit anderen Nutzern ins Internet hochgeladen haben", so der leitende Trierer Oberstaatsanwalt Peter Fritzen. Im Februar 2019 sei die Wohnung des Diakons, der bislang nicht strafrechtlich in Erscheinung getreten sei, durchsucht worden. Das dabei beschlagnahmte Datenmaterial werde derzeit ausgewertet.  

Größter Arbeitgeber der Region

Das Klinikum Mutterhaus der Borromäerinnen unterhält in Trier drei Standorte, zwei in der Innenstadt und einen im Stadtteil Ehrang. Mit insgesamt rund 2.700 Mitarbeitern ist es einer der größten Arbeitgeber der Region. Träger der Klinik sind die Barmherzigen Schwestern vom Hl. Karl Borromäus. In der Region Trier ist das Mutterhaus vor allem bekannt für seine Geburtsstation und die Kinderambulanz. 


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