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Kéisecker dringend gesucht
Lokales 2 Min. 11.05.2020 Aus unserem online-Archiv

Kéisecker dringend gesucht

Straßenverkehr und Landschaftszerschneidung bedrohen die Lebensräume der Stacheltiere.

Kéisecker dringend gesucht

Straßenverkehr und Landschaftszerschneidung bedrohen die Lebensräume der Stacheltiere.
dpa-tmn
Lokales 2 Min. 11.05.2020 Aus unserem online-Archiv

Kéisecker dringend gesucht

Jacques GANSER
Jacques GANSER
Der Mouvement écologique startet neue Beobachtungs- und Meldeaktion für Igel. Die Bilanz des vorigen Jahres ist ermutigend.

 Der Igel oder Kéisecker, wie er liebevoll auf luxemburgisch genannt wird, behauptet sich trotz aller Widrigkeiten in Luxemburg: Laut der vom Mouvement écologique im vergangenen Jahr organisierten freiwilligen Zählaktion konnten 2019 zwischen dem 8. März und dem 26. Oktober 165 Stacheltiere nachgewiesen werden, dies bei insgesamt 144 verwertbaren Meldungen über Mail oder durch direktes Eintragen in die Beobachtungsliste der Internet-App www.Inaturalist.org  Rund 40 Prozent der Tiere wurden auch fotografisch dokumentiert. 

Der Verlauf der Meldungen spiegelt dabei laut Mouvement auch die Aktivitätsperiode der Igel wieder: Nach dem Winterschlaf sind die Tiere während der Monate Mai und Juni am aktivsten. Allerdings konnte der erwartete Migrationspeak im Herbst, wenn die Tiere sich auf die Suche nach einem Winterrevier machen, nicht festgestellt werden.


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 Ungleiche Verteilung

 Was die geografische Verteilung betrifft, so erfolgten die meisten Beobachtungen im Südwesten des Landes und im Alzettetal. Spitzenreiter waren die Ortschaften Luxemburg, Strassen, Düdelingen und Schieren. So gut wie keine Beobachtungen wurden aus dem Ösling und den engen Flusstälern von Mamer und Eisch gemeldet. Laut Méco könne dies aber auch an der Bevölkerungsdichte und der ungleichen Verteilung der interessierten Beobachter liegen. 

 Fest steht allerdings auch, dass der Igel in Luxemburg unter dem sehr starken Straßenverkehr und der Zerschneidung der natürlichen Lebensräume leidet. So waren 26 gemeldete Tiere Opfer des Verkehrs geworden, insgesamt ein Anteil von 16 Prozent. Alleine an der B7 in Schieren wurden viele überfahrene Igel gemeldet, man darf davon ausgehen, dass die Dunkelziffer um einiges höher liegt. Zumindest in einem Fall war der Feind aber auch ein natürlicher: Ein Uhu hatte den Igel auf den Speiseplan gesetzt.

 Die Beobachtungen erfolgten vor allem in Gärten oder rund ums Haus im urbanen Raum. An zweiter Stelle folgen Felder und Wiesen sowie einige Sichtungen in Waldgebieten. Laut Méco führe die intensive Nutzung der landwirtschaftlichen Flächen und das Fehlen von Hecken und Sträuchern dazu, dass sich der Igel zunehmend in Parks und Gärten im städtischen Raum zurückzieht. 

Als Opportunist und Kulturfolger verschmäht der Igel auch Katzenfutter nicht, verschiedene beteiligte Beobachtungspersonen konnten das Tier als langjährig wiederkehrenden Gast begrüßen. Wer seinen Garten Igelfreundloch gestalten will, sollte Fallen wie Treppenstufen mit einem Brett überbrücken, Weiher abdecken und Passagen wie Öffnungen im Zaun vorsehen. Die aktuelle Beobachtungsaktion läuft seit dem 12. März dieses Jahres.

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Hutt Dir dëst Joer schonn e Kéisécker gesinn?
Wenn ja, dann hatten Sie Glück. Falls nicht, dann werden Sie sich vielleicht gefragt haben, woran das liegen könnte, denn es gibt ja augenscheinlich so viel „Grün“ draußen in der Natur. Doch dieser erste Blick täuscht. In der Tat dominiert momentan üppiges Grün in der offenen Landschaft. Aber eben nur „Grün“!