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Keine Krankenpfleger aus Nordafrika
Lokales 15.03.2012 Aus unserem online-Archiv

Keine Krankenpfleger aus Nordafrika

Krankenpfleger: Ein Beruf mit großen Rekrutierungsschwierigkeiten.

Keine Krankenpfleger aus Nordafrika

Krankenpfleger: Ein Beruf mit großen Rekrutierungsschwierigkeiten.
Foto: dpa
Lokales 15.03.2012 Aus unserem online-Archiv

Keine Krankenpfleger aus Nordafrika

Vehement wollen sich die Berufsverbände der Krankenpfleger und Krankenpflegegehilfen gegen eine Überlegung des Familienministerium wehren, aus Mangel an Nachwuchs Fachpersonal in Nordafrika zu rekrutieren. Dabei gehe es nur darum, billige und anspruchslose Arbeitskräfte anzuwerben.

(str) - Schockiert zeigen sich am Freitagmorgen die Verwaltungsräte des Krankenpflegeverbandes in Luxemburg (ANIL) und Krankenpflegegehilfen (ALAS) über kürzliche Aussagen der Familienministerin Marie-Josée Jacobs.

Die Ministerin hatte in einer Pressekonferenz am Mittwoch in Erwägung gezogen, die Nachwuchssorgen beim Pflegepersonal durch eine Rekrutierung in nordafrikanischen Ländern, wie etwa Tunesien, entgegen zu wirken – dies weil es nicht mehr möglich sei, offene Stellen mit Bewerbern aus der Großregion zu besetzen. „Dieses Potenzial ist schon abgegrast“, sagte Marie-Josée Jacobs.

ANIL und ALAS warnen in diesem Zusammenhang vor sprachlichen und kulturellen Barrieren. Den Vorstoß der Ministerin stufen sie als „gefährlich“ ein. Der Beruf verlange nicht nur Wissen auf professioneller Basis, sondern auch auf menschlicher, rechtlicher und kultureller Ebene.

Außerdem würde die Fachkräfte auch in ihrer Heimat gebraucht. Hinter dem sozialen Deckmantel verstecke sich schlicht der Versuch, anspruchslose und billige Arbeitskräfte anzuwerben, heißt es.

Die Regierung solle stattdessen besser für den Pflegeberuf werben, Jugendliche besser informieren, die Arbeitsbedingungen verbessern und die Löhne erhöhen. Zudem fordern die Verbände einen berufsbegleitenden Ausbildungsweg.