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Keine Gnade für Homejacker
Lokales 2 Min. 12.12.2018

Keine Gnade für Homejacker

In diesem Mehrfamilienhaus sind am 23. Dezember 2008 eine damals 75-jährige Frau und ein 83-jähriger Mann in der eigenen Wohnung auf besonders brutale Art und Weise überfallen worden.

Keine Gnade für Homejacker

In diesem Mehrfamilienhaus sind am 23. Dezember 2008 eine damals 75-jährige Frau und ein 83-jähriger Mann in der eigenen Wohnung auf besonders brutale Art und Weise überfallen worden.
Foto: Chris Karaba
Lokales 2 Min. 12.12.2018

Keine Gnade für Homejacker

Steve REMESCH
Steve REMESCH
Keinerlei Empathie hatten vier Räuber vor zehn Jahren gezeigt, als sie ihre Opfer in deren eigener Wohnung misshandelten. Im Prozess konnten die drei angeklagten Männer und eine Frau sowie ihr mutmaßlicher Auftraggeber nun genauso wenig auf Nachsicht hoffen.

Zehn Jahre sind vergangen, seit eine Tätergruppe ein älteres Ehepaar in Bereldingen auf außerordentlich und grundlos brutale Art und Weise überfiel. Sechs Jahre hatte es gedauert, bis DNS-Spuren die Ermittlungen auf die Spur der Verdächtigen brachten. Nun hat die Staatsanwaltschaft hohe Haftstrafen für fünf beschuldigte Franzosen gefordert.


Das Urteil ergeht am 17. Oktober.
Täter schlagen älteres Ehepaar in eigener Wohnung nieder
Nach einem außerordentlich brutalen Raubüberfall am 23. Dezember 2008 in Bereldingen wird nun, fast zehn Jahre später, fünf Franzosen der Prozess gemacht.

Den Angeklagten, die allesamt aus dem französischen Forbach stammen, wirft die Staatsanwaltschaft schweren, gewaltsamen Diebstahl, Freiheitsberaubung und Körperverletzung vor, jeweils mit den erschwerenden Umständen, dass die Taten nachts, in einem bewohnten Haus erfolgten und Waffen vorgezeigt wurden. Den Tatvorwürfen entsprechend seien Haftstrafen von 15 bis 25 Jahren für alle Tatbeteiligten möglich.

„Völlig sinnloser und unnötiger Gewaltexzess“

Mehrfach wies der Ankläger zudem auf das absolut rücksichtslose Vorgehen der Täter hin, die beim Raub am 23. Dezember 2008 durchaus den Tod ihrer betagten Opfer in Kauf genommen hätten. Die Gewalt gegenüber der damals 75-jährigen Frau und ihres 83-jährigen Mannes sei völlig unnötig gewesen.

Für Sendy F., den er als Contremaître der Bande bezeichnete, forderte er denn auch eine Haftstrafe von 16 Jahren. Der 41-Jährige, der bereits eine 15-seitige Strafakte vorweisen könne, habe sich besonders durch unnötige Gewaltanwendung gegenüber der Ehefrau ausgezeichnet.


Appartementgebäude in der rue de Luxembourg in Bereldange, le 19 Octobre 2018. Photo: Chris Karaba
Ängstliche Räuber
Bei dem Überfall auf das ältere Ehepaar im Jahr 2008 in Bereldingen gingen die Täter rücksichtslos und brutal vor. Auf der Anklagebank bemühen sie sich nun, ihre eigene Rolle bei dem Verbrechen herunterzuspielen.

Auch Marouan H., der erst am letzten Verhandlungstag eine Tatbeteiligung einräumte und bei der Tat besonders den Ehemann misshandelte, soll für 16 Jahre in Haft. Der 36-Jährige sei zudem einschlägig vorbestraft.

Zwölf Jahre Haft forderte der Vertreter der Staatsanwaltschaft für Kevin H., der zunächst als Lockvogel die Wohnung ausgekundschaftet hatte. Am Tattag hatte er sich gemeinsam mit Amandine U. unter dem Vorwand, die zum Verkauf stehende Wohnung des Opferpaares besichtigen zu wollen, Zugang zum Appartement verschafft.

Den Opfern zufolge war er bei der Tat mit einer Pistole bewaffnet. Da er bislang strafrechtlich nicht auffällig geworden sei, werde er sich einem teilweisen Strafaufschub für den 31-jährigen nicht widersetzen, so der Ankläger.


Ein Rüpel in der Opferrolle
Im Prozess um einen Raubüberfall auf ein älteres Ehepaar im Jahr 2008 in Bereldingen ist am Mittwoch der erste von fünf Angeklagten zu Wort gekommen.

Für Amandine U., die stets behauptete, nichts von den Überfallplänen gewusst zu haben und im Anschluss von der Situation überfordert gewesen zu sein, forderte der Vertreter der Staatsanwaltschaft eine Gefängnisstrafe von sieben Jahren, deren Vollzug ebenfalls zum Teil zur Bewährung ausgesetzt werden könne.

Wahl der Komplizen als erschwerender Umstand

Kenan D., der fünfte Angeklagte, war dem Prozess ferngeblieben. Er ließ sich lediglich von einem Anwalt vertreten, der nicht müde wurde, die Unschuld seines Mandanten zu beteuern.

Für die Staatsanwaltschaft gilt er als Drahtzieher des gewaltsamen Überfalls. Er habe nicht nur die Opfer ausgesucht, sondern auch das konkrete Vorhaben geplant und sich während der Tat auf dem Laufenden halten lassen sowie auch die von den Tätern benutzten anonymen Prepaid-Handys organisiert.


Der Überfall ereignete sich im Dezember 2008 in einem Mehrfamilienhaus in Bereldingen.
Prozess um Raubüberfall: weiterer Aufschub
Wegen eines Raubüberfalls auf ein älteres Ehepaar in deren Wohnung im Dezember 2008 stehen derzeit vier Männer und eine Frau vor Gericht. Das Plädoyer der Staatsanwaltschaft ist für den 11. Dezember angesetzt.

Besonders erschwerend sei auch, dass er gerade Sendy F. für die Tat ausgesucht habe, der für seine Aggressivität und Rücksichtslosigkeit bekannt sei. Deshalb sei auch Kenan D. zu einer Haftstrafe von 16 Jahren zu verurteilen, forderte der Ankläger.

Das Urteil der Kriminalkammer ergeht am 17. Januar.


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