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Keine Frauen mehr untergebracht: Givenich: Neues Konzept für "Maison Casel" wird erarbeitet
Lokales 27.11.2014 Aus unserem online-Archiv

Keine Frauen mehr untergebracht: Givenich: Neues Konzept für "Maison Casel" wird erarbeitet

In der ehemaligen Maison Casel sind zurzeit keine weiblichen Häftlinge mehr untergebracht.

Keine Frauen mehr untergebracht: Givenich: Neues Konzept für "Maison Casel" wird erarbeitet

In der ehemaligen Maison Casel sind zurzeit keine weiblichen Häftlinge mehr untergebracht.
Foto: Anne-Aymone Schmitz
Lokales 27.11.2014 Aus unserem online-Archiv

Keine Frauen mehr untergebracht: Givenich: Neues Konzept für "Maison Casel" wird erarbeitet

In einem alten Bauernhof der Haftanstalt in Givenich steht die Frauenabteilung zurzeit leer. Weshalb dies so ist, haben wir nachgefragt.

(asc) - Mussten anfangs im Givenicher Gefängnis nur verurteilte männliche Häftlinge ihre Strafe verbüßen, so sind seit Jahren dort auch Frauen untergebracht. Zurzeit sind drei Frauen und etwa 85 Männer dort im offenen Strafvollzug inhaftiert. Allerdings leben die weiblichen und die männlichen Gefangenen getrennt voneinander.

Die Frauen leben bis vor kurzem im gegenüber der Haftanstalt gelegenen Bauernhof Casel, der in den 2000er-Jahren renoviert wurde. Im Erdgeschoss befinden sich die Schreinerwerkstatt und im ersten Stockwerk ein Frauentrakt. Im Juli 2010 wurde die obere Etage in Betrieb genommen. Im Frauentrakt befinden sich unter anderem acht Einzelzimmer und ein Mutter-Kind-Zimmer. Zurzeit steht die erste Etage allerdings leer. Die drei in Givenich inhaftierten Frauen leben ihrerseits in einem separaten Pavillon auf dem Gelände der Haftanstalt.

Im offenen Strafvollzug in Givenich befinden sich zurzeit etwa 85 männliche Häftlinge und drei Frauen.
Im offenen Strafvollzug in Givenich befinden sich zurzeit etwa 85 männliche Häftlinge und drei Frauen.
Pierre Matge

Wie wir erfuhren, beruht dieser Umstand auf einer administrativen Entscheidung, den Bauernhof vorübergehend nicht zur Unterbringung von weiblichen Häftlingen zu nutzen, da „die Betten dort chronisch unterbelegt waren“.

Zurzeit werde an einem neuen Konzept gearbeitet, um die renovierten Räumlichkeiten einer neuen Nutzung zuzuführen. In Givenich kommen Frauen und Männer nur unter Aufsicht in Kontakt. Dies ist beispielsweise der Fall beim Essen oder bei der Arbeit in der Küche, der Gärtnerei, der Schreinerei, dem Putzdienst und der Schlosserei sowie bei gemeinsamen Freizeit- oder Sportaktivitäten.

Einige Häftlinge im offenen Strafvollzug arbeiten allerdings tagsüber auch außerhalb der Gefängnismauern bei einem privaten Arbeitgeber und kehren abends wieder zurück in die Haftanstalt. Dort verbringen sie dann die Nacht und kehren dann am nächsten Morgen wieder zurück zur Arbeit. In den jeweiligen Werkstätten können die Häftlinge auch eine Ausbildung absolvieren, die ihnen späterhin bei ihrer Freilassung die Wiedereingliederung in die Gesellschaft erleichtert. Welche Häftlinge in den offenen Strafvollzug nach Givenich kommen, entscheidet der „Délégué“ des Staatsanwaltes auf Anraten des „Comité de transfert“. Allerdings kann auch ein Strafgefangener aus Schrassig seine Verlegung nach Givenich beantragen. Ob und wann diese Überführung erfolgen wird, entscheidet jedoch der bei der Staatsanwaltschaft für den Strafvollzug zuständige „Délégué“.


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