Keine Elektroschockwaffen für die Polizei
(mth) - Die Luxemburger Polizei plant derzeit nicht, ihre regulären Streifenpolizisten mit so genannten "Tasern", also Elektroschockwaffen, auszurüsten. Dies geht aus der Antwort des Ministers für Innere Sicherheit, Etienne Schneider auf eine parlamentarische Anfrage der beiden Abgeordneten Léon Gloden und Marc Spautz (beide CSV) hervor, die am Freitag veröffentlicht wurde.
Die beiden Abgeordneten hatten auf positive Erfahrungen mit der Abwehrwaffe in Deutschland hingewiesen und nachgefragt, ob Schneider gewillt sei, ebenfalls solche Waffen einzuführen. Die Antwort ist wie gesagt negativ. Schneider erklärt, dass luxemburgische Polizeibeamten derzeit mit den so genannten Tonfa-Schlagstöcken und mit Pfefferspray als nicht-letale Abwehrwaffen ausgerüstet seien. Diese würden als ausreichend erachtet.
Die Einführung einer zusätzlichen Abwehrwaffe bringe nicht zwangsläufig Vorteile, so der Minister weiter. Zudem würden zusätzlichen Kosten für die Beschaffung und Ausbildung anfallen. Da die Taser-Waffe ähnlich wie die bereits im Einsatz befindlichen Waffen sowohl Vor- als auch Nachteile besäßen, plane man derzeit keine Einführung.
Die Spezialeinheit der Polizei ist bereits mit Elektroschockern ausgerüstet, da sie besondere Aufträge durchführt, bei denen eine solche Waffe sinnvoll sein kann.
Taser sind weltweit als Abwehrwaffe umstritten. Sie können bei Personen, die Herzprobleme haben, unter bestimmten Drogen stehen oder anderweitig gesundheitlich angeschlagen sin, durchaus tödlich wirken. In den USA, wo die Geräte seit Jahrzehnten flächendeckend im Einsatz sind, sollen laut einer Studie von Amnesty International allein zwischen 2001 und 2007 277 Personen bei Taser-Einsätzen durch die Polizei getötet worden sein.