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Keine Angst vorm bösen Wolf
Lokales 2 Min. 17.07.2018

Keine Angst vorm bösen Wolf

Kein Grund zur Sorge: Der Wolf ist bisher ein eher seltener Gast.

Keine Angst vorm bösen Wolf

Kein Grund zur Sorge: Der Wolf ist bisher ein eher seltener Gast.
Vincent Vignon
Lokales 2 Min. 17.07.2018

Keine Angst vorm bösen Wolf

Jacques GANSER
Jacques GANSER
Seit der Wolf im Juli vergangen Jahres in Luxemburg wieder nachgewiesen wurde, sorgen sich die Viehhalter um gerissene Tiere.

Es wurde zwar rezent kein neues Exemplar gesichtet, trotzdem sorgt der Wolf jetzt bereits für Sorgenfalten bei den CSV-Nordabgeordneten. Gleich drei von ihnen, Martine Hansen, Marco Schank und Aly Kaes wollen von Umweltministerin Carole Dieschbourg und Landwirtschaftsminister Fernand Etgen per parlamentarischer Frage in Erfahrung bringen, wie das künftige Zusammenleben zwischen geschütztem Raubtier und Weidetieren sich denn nun gestalten soll.

Absprache mit Viehhaltern

Beide Minister verweisen in ihrer Antwort auf den Wolfsmanagementplan, der zusammen mit insgesamt acht Vertretern aus dem Bereich der Landwirtschaft und der Viehzucht erarbeitet wurde. Vor der Veröffentlichung sei dieses Dokument gemeinsam diskutiert worden. Zudem habe jeder Landwirt und jeder registrierte Ziegen- und Schafshalter ein Exemplar des Dokumentes zugestellt bekommen. Etgen und Dieschbourg verweisen zudem auf die Bestimmungen in den Nachbarländern, welche zum Teil übernommen wurden. Eine europäische Direktive in diesem Sinne bestehe laut beiden Ministern nicht.


Hierzulande wird der Europäische Wolf (lat. Canis lupus lupus) möglicherweise in den kommenden Jahren wieder heimisch.
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Was die langfristige Kohabitation zwischen Wolf und Weidetier betrifft, so braucht es neben einem Managementplan, der den Umgang mit Wölfen regelt, laut Dieschbourg und Etgen aber auch den guten Willen aller Beteiligten. Vor allem sei eine sachliche Diskussion notwendig. In der Praxis wird die Öffentlichkeit bei jedem Nachweis einer Wolfsanwesenheit über den Presseweg informiert. Eine Warnung wird es allerdings nicht geben, da diese laut beiden Ministern nicht notwendig sei.

Auch im Falle einer eindeutigen Beobachtung wird diese Information an die Öffentlichkeit weitergegeben. Dazu muss der Sichtnachweis aber eindeutig belegt sein. Bisher zeigt die Mehrzahl der an die Naturverwaltung gesendeten Fotos nämlich Hunde und keine Wölfe. Es gab allerdings zwei Ausnahmen: Das Foto vom 5. Juli 2017 in Leudelingen zeigte eindeutig einen Wolf. Beim überfahrenen Tier auf der A1, welches am 27. September 2017 erfasst wurde, handelte es sich hingegen um ein Wildschwein.

GPS-Sender noch Zukunftsmusik

Die Fragesteller werfen auch die Thematik der GPS-Sender auf, mit denen einzelne Wölfe im Ausland ausgestattet sind. Die ANF wird informiert, wenn sich ein solches Tier in Luxemburg aufhält. An eine systematische Ausrüstung der Tiere mit diesen Sendern wird zurzeit nicht gedacht, sie wären aber eventuell eine Option für die Zukunft. Allerdings werden auch solche Sender nicht verhindern können, dass einzelne Tiere gerissen werden, so beide Minister. Was die Entschädigung im Falle eines Wolfsrisses betrifft, so nehmen Vertreter der ASTA Kontakt zu den geschädigten Viehhaltern auf. Der Wert des Tieres wird aufgrund seiner Rasse und seines Alters geschätzt, der Halter entsprechend entschädigt.

Nachgewiesener Schaden wird zurückerstattet

Auch die Kosten für eventuelle tierärztliche Behandlungen werden übernommen. Selbst Schäden am Zaun und der materielle Aufwand für das Entsorgen der toten Tiere werden nach Maschinenringtarif berechnet und dementsprechend ausbezahlt. Selbst die Resozialisierung traumatisierter Tiere und der Produktionsausfall durch geringere Milchleistung werden zurückerstattet.


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Der Viehhalter hat also keine materiellen Einbußen zu befürchten. Der Anspruch auf Entschädigungen gilt übrigens, sobald ein Wolf in einem Umkreis von 10 Kilometern zur betroffenen Weide und innerhalb der letzten 12 Monate eindeutig nachgewiesen wurde. Dies gilt auch grenzübergreifend.


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So dürfte das Exemplar, das in Luxemburg nachgewiesen wurde, ausgesehen haben.