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Kein Schwein in Sicht
Der Zaun verläuft entlang der Fahrradpiste zwischen Niederkerschen und Sterpenich.

Kein Schwein in Sicht

Anouk Antony
Der Zaun verläuft entlang der Fahrradpiste zwischen Niederkerschen und Sterpenich.
Lokales 2 Min. 14.06.2019

Kein Schwein in Sicht

Jacques GANSER
Jacques GANSER
In der speziell eingerichteten Zone blanche entlang der belgischen Grenze wurde bisher noch kein einziges Wildschwein erlegt. Mit dieser Aktion sollte ein Ausbreiten der Afrikanischen Schweinepest verhindert werden.

Nach den teils hitzigen Debatten um den Verlauf des Schutzzaunes entlang der belgischen Grenze ist das Thema Afrikanische Schweinepest vorerst wieder aus den Schlagzeilen verschwunden. In Belgien werden zwar wöchentlich neue infizierte Tierkadaver aufgefunden, die Epidemie bewegt sich aber jetzt in nördlicher Richtung und nicht mehr in direkter Nähe zur luxemburgischen Grenze. Eine ganze Reihe von Gebieten, die für Fußgänger gesperrt wurden, sind mittlerweile wieder geöffnet worden.

Mitte Mai war der rund sieben Kilometer lange Schutzzaun zwischen Sterpenich und Niederkerschen fertiggestellt worden, zugleich entstand damit die sogenannte Zone blanche. Innerhalb dieser Zone zwischen dem belgischen und dem luxemburgischen Zaun sollten eigentlich sämtliche Wildschweine erlegt werden. Das Landwirtschaftsministerium hatte aus diesem Grunde sogar eine Prämie für jedes innerhalb der Zone erlegte und angelieferte Wildschwein in Aussicht gestellt. Ob die Waidmänner nur begrenzten Tatendrang an den Tag legen oder die Zone ohnehin nur sehr schwach von Borstentieren bewohnt ist, steht zwar noch nicht fest, eins aber ist klar: Die Ausbeute ist bis heute mehr als mager.


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Magere Jagderfolge

„In der Tat wurde bis heute noch keine einzige Prämie angefragt, also auch kein einziges Wildschwein in der betroffenen Zone erlegt“, muss Landwirtschaftsminister Romain Schneider eingestehen. Allerdings war man von Anfang an davon ausgegangen, dass sich die Zahl der Tiere innerhalb dieser doch sehr schmalen Zone ohnehin in Grenzen halten würde. Laut Schneider stehe man aber auch erst am Anfang der Aktion: „Wir warten jetzt auf den Bericht des Experten der EU-Kommission, der denn auch veröffentlicht werden wird. Anschließend werden wir wohl Anfang Juli zusammen mit den belgischen Kollegen eine groß angelegte Jagdaktion innerhalb der Zone blanche starten. Sollte sich herausstellen, dass sich dort anders als erwartet viele Wildschweine aufhalten, werden sie erlegt oder aber wir müssen in einer zweiten Phase mit Fallen nachhelfen“, so Schneider.

Die Zusammenarbeit mit den Jagdpächtern und der Naturverwaltung verlaufe laut Schneider sehr gut.

Verlängerung nach Norden

Auch die hitzigen Diskussionen um den Verlauf des Zaunes konnten demnach beigelegt werden. „Wir haben uns mit den Betroffenen zusammengesetzt und den Verlauf dort angepasst, wo es notwendig war. Zudem planen wir bereits zusammen mit den Grundstückseigentümern und der Naturverwaltung an einer Verlängerung des Zaunes Richtung Norden.“ Laut den neuesten Statistiken bleibt Luxemburg weiterhin von der für Schweine tödlichen Krankheit verschont. So wurden insgesamt 204 Wildschweinkadaver analysiert, sämtliche Testergebnisse verliefen aber negativ.


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