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Kein Schnee in Sicht: Grün statt Weiß
Lokales 2 Min. 24.12.2017

Kein Schnee in Sicht: Grün statt Weiß

Ein Mann läuft durch den Schnee in der festlich beleuchteten Hauptstadt: Dieses Foto vom 25. Dezember 1986 
entspricht dem Postkartenidyll der weißen Weihnachten.

Kein Schnee in Sicht: Grün statt Weiß

Ein Mann läuft durch den Schnee in der festlich beleuchteten Hauptstadt: Dieses Foto vom 25. Dezember 1986 
entspricht dem Postkartenidyll der weißen Weihnachten.
Foto: Lé Sibenaler/LW-Archiv
Lokales 2 Min. 24.12.2017

Kein Schnee in Sicht: Grün statt Weiß

Sophie HERMES
Sophie HERMES
Wer bis jetzt von weißen Weihnachten geträumt hat, wird enttäuscht werden: Auch in diesem Jahr wird es keinen Schnee an den Feiertagen geben. Denn dies ist in Luxemburg ein eher seltenes Phänomen.

(SH) - „Leise rieselt der Schnee, ...“ Trafen die Worte des Weihnachtsklassikers zu Beginn der Woche noch zu, so muss sich nun auch der letzte Romantiker den Tatsachen stellen: Auch in diesem Jahr wird es nichts aus dem Traum von weißen Weihnachten.

Der staatliche Wetterdienst Meteolux meldet für Heiligabend Temperaturen zwischen vier und acht Grad Celsius. Dabei ist mit Wolken sowie vereinzelten Regenschauern zu rechnen. Am ersten Weihnachtsfeiertag wird es dann insbesondere in der Nacht etwas kühler. Minimaltemperaturen von zwei Grad Celsius sind vorgesehen, während es maximal sechs Grad warm werden soll. Mit Regen ist allerdings kaum zu rechnen, erst am zweiten Weihnachtsfeiertag soll dieser wieder einsetzen.

Schneedecke oder -fall

Wetterexperten sprechen von weißen Weihnachten, wenn entweder eine geschlossene Schneedecke auf dem Boden liegt – in der Regel mindestens ein bis zwei Zentimeter – oder aber an den Weihnachtstagen selbst Schnee fällt.

In Luxemburg ist Schnee anden Feiertagen jedoch eine Seltenheit. Die letzten weißen Weihnachten gehen auf 2010 zurück. Ganze 26 Zentimeter Schnee lagen damals am Boden. Zudem wurde vor sieben Jahren an der Wetterstation in Findel mit -12 Grad Celsius der kälteste erste Weihnachtstag seit Beginn der Wetteraufzeichnungen im Jahr 1947 gemessen.

Neben 2010 hat es in den letzten 20 Jahren lediglich ein weiteres Mal über die Feiertage geschneit, nämlich 2001. 2003 lag am 24. Dezember zudem eine dünne Schneeschicht auf dem Boden. Auch in den 1980er- und 1990er-Jahren war Schnee an den Feiertagen hierzulande alles andere als üblich.

Wer auf weiße Weihnachten pocht, ist demnach gut beraten, einen Last-minute-Trip in die Berge zu buchen. Zumindest in den Höhenlagen sollte eine Schneedecke vorhanden sein.

Postkartenidyll

Das Idyll von weißen Weihnachten entstand übrigens erst Mitte des 19. Jahrhunderts. Wie Forscher herausfanden, zeigten sich ab den 1860er-Jahren markante Wandlungen auf weihnachtlichen Postkarten, die nun immer mehr verschickt wurden. Denn waren zuvor eher herbstlich anmutende Szenen auf den Karten zu sehen, so musste sich – zumindest auf den Karten – ab der Mitte des 19. Jahrhunderts der Weihnachtsmann zunehmend seinen Weg durch verschneite Landschaften oder über mit Schnee überdeckte Dächer suchen.

Schneeschaufeln am Aldringen: Dieses Foto entstand kurz nach 
Weihnachten, am 3. Januar 1979.
Schneeschaufeln am Aldringen: Dieses Foto entstand kurz nach 
Weihnachten, am 3. Januar 1979.
Foto: LW-Archiv

Den Forschern zufolge stammen diese Bilder wohl aus dem winterlichen Neuengland in den USA. Die ruhige, besinnliche Atmosphäre der weißen, schimmernden Landschaften sorgte in Europa dann für ein Umdenken: Hatten die Menschen den kalten Winter bisher eher gefürchtet, so mutierte Schnee zu den Feiertagen nun zu einem Wunschdenken.

Übrigens sind beispielsweise auch in Australien auf Weihnachtspostkarten Schneelandschaften zu sehen. Da auf diesem Kontinent im Dezember jedoch Sommer ist, erkennen die Menschen „Down under“ gleich, dass es sich dabei um Bilder aus einer anderen Kultur handeln muss. In Europa hingegen sind viele Menschen der Auffassung, dass es sich lediglich um Szenen aus einer längst vergangenen Epoche handelt.

Die Tage werden länger

Mit der Wintersonnenwende hat die kalte Jahreszeit am Donnerstag zumindest kalendarisch offiziell begonnen. Während dies zwar wohl bedeutet, dass die richtig kalten Wochen des Winters noch bevorstehen, heißt dies jedoch auch, dass es seit Donnerstag langsam, aber sicher wieder etwas länger hell bleibt. Dauerte der Tag am Freitag beispielsweise nur acht Stunden und vier Minuten, so sind es an Silvester bereits fünf Minuten mehr. Dann wird die Sonne um 16.42 Uhr untergehen.


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