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Kein kurzfristiger Glyphosataustieg
Lokales 15.12.2017 Aus unserem online-Archiv
Aktionsplan Pestizide

Kein kurzfristiger Glyphosataustieg

Der nationale Aktionsplan Pestizide formuliert zwar präzise Ziele, der Zeitrahmen ist allerdings weit gesteckt.
Aktionsplan Pestizide

Kein kurzfristiger Glyphosataustieg

Der nationale Aktionsplan Pestizide formuliert zwar präzise Ziele, der Zeitrahmen ist allerdings weit gesteckt.
Foto: Getty Images
Lokales 15.12.2017 Aus unserem online-Archiv
Aktionsplan Pestizide

Kein kurzfristiger Glyphosataustieg

Jacques GANSER
Jacques GANSER
Mit der zweiten Auflage des Aktionsplanes zur Reduzierung des Pestizideinsatzes werden auch klare Ziele genannt. Kurzfristige Änderungen sind aber nicht zu erwarten.

Von Jacques Ganser

Nach scharfer Kritik von Umweltverbänden an der ersten Auflage des nationalen Aktionsplanes zur Einschränkung des Pestizideinsatzes PAN hat Landwirtschaftsminister Fernand Etgen nun die Neuauflage vorgestellt. "Es hat lange gedauert, aber dafür haben wir nun einen Aktionsplan, der diesen Namen auch verdient und der konkrete Ziele beinhaltet", so Etgen.

Der per EU-Richtlinie vorgeschriebene Aktionsplan sieht in seinen großen Linien eine Reduzierung des Pestizideintrages um 50 Prozent bis 2030 vor, bis 2025 soll das Volumen der gefährlichsten und am häufigsten eingesetzten Spritzmittel um 25 Prozent herabgesetzt werden. Zudem wird ein Inventar der in Luxemburg eingesetzten Mittel und der Quantität dieser Mittel eingeführt. Dies soll ermöglichen, den Einsatz der Spritzmittel über einen langjährigen Zeitraum zu verfolgen.

Zugleich will die Regierung eine Strategie ausarbeiten, um mittelfristig aus dem umstrittenen Glyphosat auszusteigen. Es fehlt bisher allerdings ein klarer Zeitrahmen. Auch zu einem allgemeinen Verkaufsverbot von Glyphosat für private Nutzer konnte sich das Landwirtschaftsministerium nicht durchringen. Vorgesehen ist lediglich eine kontrollierte Abgabe mit Beratung durch einen Fachverkäufer.

Im Gegensatz zum ersten Entwurf enthält der Plan 25 konkrete Maßnahmen und Indikatoren, um deren Umsetzung zu überprüfen. Sie betreffen den Schutz von Wasser und Böden, den Erhalt der Biodiversität sowie einen besseren Wissensstand der Nutzer von Pestiziden.  

               


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