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„Kein Kompromiss bei Fußgängersicherheit“
Lokales 2 Min. 22.11.2021
Fußgängerkollektiv ZUG gibt sich nicht geschlagen

„Kein Kompromiss bei Fußgängersicherheit“

Der Code de la Route sieht ein Parkverbot in einem Abstand von fünf Metern von Zebrastreifen vor. Dennoch gibt es dort Parkplätze – laut einem Fußgängerkollektiv an 475 Stellen in der Hauptstadt.
Fußgängerkollektiv ZUG gibt sich nicht geschlagen

„Kein Kompromiss bei Fußgängersicherheit“

Der Code de la Route sieht ein Parkverbot in einem Abstand von fünf Metern von Zebrastreifen vor. Dennoch gibt es dort Parkplätze – laut einem Fußgängerkollektiv an 475 Stellen in der Hauptstadt.
Foto: Marc Wilwert
Lokales 2 Min. 22.11.2021
Fußgängerkollektiv ZUG gibt sich nicht geschlagen

„Kein Kompromiss bei Fußgängersicherheit“

Steve REMESCH
Steve REMESCH
Das Kollektiv ZUG will Experten zur Frage der 475 mutmaßlichen Gefahrenstellen in der Hauptstadt zurate ziehen.

Das Fußgängerkollektiv Zentrum fir urban Gerechtegkeet (ZUG) gibt sich nicht geschlagen: Nachdem der hauptstädtische Mobilitätsschöffe Patrick Goldschmidt (DP) erklärt hat, dass nur bei 32 Fußgängerüberwegen der Mindestabstand von fünf Metern zu Parkplätzen nicht gewährleistet sei, und nicht wie beanstandet in 475 Fällen, will man nun Experten zu Rate ziehen, und die Sachlage erneut überprüfen. 

„Wir wollen die Gelegenheit nutzen, um noch einmal auf das Ziel unseres Safe-Crossing-Projekts hinzuweisen: Fußgänger zu schützen“, schreibt das Kollektiv in einer Stellungnahme. „Die Sicherheit der am meisten gefährdeten Verkehrsteilnehmer, darf nicht Interpretationen und Kompromissen überlassen werden.“ 


05.11.2021 Fussgängerstreifen , Sicherheit , sécurité , passage pour piétons , boulevard Pierre Dupong , Foto Marc Wilwert / Luxemburger Wort
475 gefährliche Zebrastreifen in der Hauptstadt
Eine Gruppe von Fußgängern hat die Übergänge in der Hauptstadt untersucht und beanstandet deren 475 von 1.787.

Der Code de la Route sieht vor, dass Fahrer ihre Fahrzeuge nicht näher als fünf Meter an einem Fußgängerüberweg abstellen dürfen, um das Sichtfeld für Fußgänger und Fahrer zu behindern und die Sicherheit nicht zu gefährden. ZUG hatte durch die Analyse frei zugänglicher Daten festgestellt, dass dies an 475 Stellen in der Hauptstadt nicht der Fall sei.

Schöffenrat widerspricht  

Der Schöffenrat bestreitet dies und bringt ein stilles Abkommen mit dem Mobilitätsministerium ein, demzufolge in einer beidseitig befahrenen Straße nur bei den Parkplätzen in Fahrtrichtung und nur vor dem Fußgängerüberweg die Fünf-Meter-Regel zur Anwendung kommen müsse. Von vier möglichen Gefahrenpunkten blieben dann nur zwei übrig. 


05.11.2021 Fussgängerstreifen , Sicherheit , sécurité , passage pour piétons , avenue Jean-Pierre Pescatore , Foto Marc Wilwert / Luxemburger Wort
Eine Diskrepanz bei den Zahlen
Die Gruppe ZUG hatte von 475 nicht konformen Fußgängerüberwegen berichtet, der Mobilitätsschöffe der Hauptstadt spricht von 32.

Die Einschätzung von mehr als 200 anderen Gefahrenstellen sei zudem auch falsch, insbesondere weil es sich bei diesen Zebrastreifen um gesicherte Überwege, etwa mit Verkehrsampeln, handele. 

Goldschmidt stellte außerdem die Analysemethode des ZUG-Kollektivs in Frage. Detailfragen werde man in einer kommenden Sitzung des städtischen Mobilitätsausschusses besprechen. Kommissionssitzungen sind prinzipiell nicht öffentlich. 

ZUG fordert Transparenz 

Im Namen der Transparenz fordert ZUG die Stadtverantwortlichen auf, sowohl das Übereinkommen mit dem Mobilitätsministerium als auch die Analyse der städtischen Dienste der 475 Fußgängerwege, auf die Goldschmidt sich berufen hatte, schriftlich offenzulegen. 


Lokales, Zebrastreifen, Fussgängersicherheit, boulevard Royal, Porte NeuveFoto: Luxemburger Wort/Anouk Antony
Hauptstadt: „Eng déck Datz“ bei der Fußgängersicherheit
Ein bislang unveröffentlichtes Audit legt umfangreiche Schwachstellen bei der Verkehrsführung in der Hauptstadt offen – eine Analyse.

Erst wenn diese Informationen vorgelegt würden, und das mindestens sieben Tage vor einem Meeting, sei man bereit, sich mit der Stadtverwaltung an einen Tisch zu setzen. Im Gegensatz zu diesen sei man selbst stets vollständig transparent vorgegangen. 

„Der erstellte Datensatz muss als Chance genutzt werden, das Problem zu lösen“, schreibt ZUG weiter, „anstatt nun unnötige Energie, darauf zu verschwenden, den inadäquaten Ist-Zustand zu verteidigen“. Die politisch Verantwortlichen sollten das Gesamtbild im Blick behalten. Menschen seien gefährdet. 

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