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Kandidatur der Südgemeinden: Kulturjahr soll am Barbaratag starten
"All we need ... is love" könnte der Wahlspruch 2022 in Esch lauten.

Kandidatur der Südgemeinden: Kulturjahr soll am Barbaratag starten

Foto:Guy Jallay
"All we need ... is love" könnte der Wahlspruch 2022 in Esch lauten.
Lokales 3 Min. 27.04.2016

Kandidatur der Südgemeinden: Kulturjahr soll am Barbaratag starten

Luc EWEN
Luc EWEN
Am Mittwoch wurde im Escher Stadthaus das erste Konzept für die Kandidatur der Südgemeinden zur europäischen Kulturhauptstadt 2022 vorgestellt.

(L.E.) - Am Mittwoch wurde im Escher Stadthaus das Konzept und eine erste Version des Programms für die Kandidatur der Südgemeinden Luxemburgs zur europäischen Kulturhauptstadt 2022 vorgestellt. Das Thema der Kandidatur dreht sich rund um die Liebe. Bereits am 4. Dezember 2021, dem Tag der heiligen Barbara, beginnt das Kulturjahr. 

Nicht nur ProSud-Gemeinden nehmen teil

Eingangs der Präsentation stellte der Escher Kulturschöffe Jean Tonnar das Konzept vor. Er unterstrich, dass erst am 14. Juni die Vorstellung des Projektes vor der Jury sei. Mit einer Entscheidung sei im Frühjahr 2017 zu rechnen. Zu den teilnehmenden Gemeinden zählen auch die acht französischen Gemeinden des "Val de l'Alzette".

ProSud-Präsident Dan Biancalana sprach von einer "Chance für die Südregion".

Die Hauptpunkte des Programms pro Gemeinde

  • Bettemburg. Die "Nuit des Merveilles" soll revalorisiert werden und ein Programm rund um die kreative Szene soll ausgearbeitet werden. Das Literatour-Festival könnte eventuell auch auf andere Gemeinde ausgeweitet werden.
  • Differdingen. Die "Grouss- Gaz-Maschinn", Diffwinds und das Blues Festival, sollen im Mittelpunkt des Programms in der Cité du Fer stehen.

  • Düdelingen. Die Vereine der Stadt sollen in Aktivitäten rund um das Thema Liebe mit einbezogen werden. Auch das Düdelinger Jazz-Festival soll in diese Richtung organisiert werden. Drittens soll gemeinsam mit dem CNA auf der Brache der Nei-Schmelz eine Art "Creative Hub" für Künstler entstehen.

  • Esch/Alzette. Das Konzept "Un artiste à la maison" soll auch die Einwohner der Stadt miteinbeziehen. Zudem sollen die bekannten Austragungsorte der Stadt genutzt werden.
  • Petingen. Der Karneval und die Erinnerung an die Befreiung nach dem Zweiten Weltkrieg, sollen hier im Mittelpunkt stehen. Petingen war die erste Stadt, die von amerikanischen Truppen befreit worden war. Auch sollen der Jugend- und Familientourismus eine besondere Rolle einnehmen.
  • Rümelingen. Im Mittelpunkt der Feierlichkeiten in der Stadt am roten Felsen soll das nationale Minenmuseum stehen. Auch sollen rund um die alten Kalköfen neue experimentelle Ausstellungsflächen geschaffen werden und ein "Phantomzug" soll fahren.
  • Sassenheim. Das neue Kulturzenter Artikuss und der Galgenberg sowie das Sassenheimer Schloss sollen als Austragungsorte dienen. Zum Thema Liebe soll im Rahmen von "Tendances Jardin" die Liebe zum Garten gefördert werden. Des Weiteren will man Wert auf intergenerationelles Zusammenleben legen.
  • Schifflingen.  Das europäische Festival, das bereits 2003 und 2013 in Luxemburg war, soll auch 2022 während einer Woche wieder in Schifflingen stattfinden. Zudem soll ein Jugendkunstfestival stattfinden. In Schifflingen bekommt ein Kulturhaus, das voraussichtlich 2020 fertiggestellt sein wird, so dass es auch 2022 zur Verfügung stehen wird.
  • Val de l'Alzette. Die acht französischen Gemeinden werden ein kollektives Priojekt rund um das Bild ausarbeiten. Im Mittelpunkt sollen das italienische Kino und Video-Mapping stehen. 

"Nein" in Kayl, Abwarten in Käerjeng und Monnerich

Die Idee, dass die Südgemeinden - sprich die ProSud-Gemeinden - gemeinsam ihre Kandidatur stellen, hat durch das Regelwerk der Veranstaltung einen Dämpfer bekommen. Demnach muss eine einzelne Stadt, in diesem Fall Esch/Alzette, ihre Kandidatur stellen.

Kayl betrachtet sich selbst nicht mehr als ProSud-Gemeinde. Die anderen Mitgliedsgemeinden hatten gegen einen Austritt gestimmt. Juristische Konsequenzen werden erwartet, sobald Kayl sich weigert, den demnächst fälligen Mitgliedsbeitrag zu zahlen.
Kayl betrachtet sich selbst nicht mehr als ProSud-Gemeinde. Die anderen Mitgliedsgemeinden hatten gegen einen Austritt gestimmt. Juristische Konsequenzen werden erwartet, sobald Kayl sich weigert, den demnächst fälligen Mitgliedsbeitrag zu zahlen.
Foto: Marc Wilwert

Von den insgesamt elf ProSud-Gemeinden hat mit Kayl - das sich selbst nicht mehr als ProSud-Gemeinde bezeichnet -  bereits eine der Kandidatur eine klare Absage erteilt.

Käerjeng und Monnerich haben sich bislang ebenfalls geweigert, die von Escher Seite vorgelegte Absichtserklärung zu unterzeichnen. Allerdings haben diese beiden Gemeinden noch nicht definitiv ja oder nein gesagt.

Die anderen ProSud-Gemeinden - Bettemburg, Differdingen, Düdelingen, Petingen, Sassenheim, Schifflingen und Rümelingen - haben die Escher Absichtserklärung, teils unter Vorbehalt, in ihren Gemeinderäten abgesegnet.

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