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Kampf gegen die Tonne in Luxemburger Schulen
Lokales 2 Min. 28.10.2019 Aus unserem online-Archiv

Kampf gegen die Tonne in Luxemburger Schulen

Das sogenannte Schouluebstprogramm soll dabei helfen, dass Kinder und Jugendliche öfters mal zu Äpfeln und anderem Obst greifen – weggeworfen wird dabei nichts.

Kampf gegen die Tonne in Luxemburger Schulen

Das sogenannte Schouluebstprogramm soll dabei helfen, dass Kinder und Jugendliche öfters mal zu Äpfeln und anderem Obst greifen – weggeworfen wird dabei nichts.
Foto: Shutterstock
Lokales 2 Min. 28.10.2019 Aus unserem online-Archiv

Kampf gegen die Tonne in Luxemburger Schulen

Sandra SCHMIT
Sandra SCHMIT
Durch das sogenannte Schouluebstprogramm werden Kinder und Jugendliche in Luxemburger Schulen mit kostenlosen Früchten versorgt - Lebensmittel sollen dabei nicht verschwendet werden.

In den Grundschulen und Lyzeen des Großherzogtums wird kostenloses Obst an Kinder und Jugendliche verteilt. Lebensmittel werden dabei nicht verschwendet, wie aus der gemeinsamen Antwort von Agrarminister Romain Schneider (LSAP) und Bildungsminister Claude Meisch (DP) auf eine parlamentarische Anfrage von Franz Fayot (LSAP) hervorgeht.

In der Anfrage bezieht der LSAP-Abgeordnete sich auf das sogenannte Schouluebstprogramm, das es im Großherzogtum auf europäische Initiative hin seit 2010 gibt. Im Schuljahr 2017/2018 haben insgesamt 93 Prozent der Schulen in Luxemburg an dem Programm teilgenommen, sodass im vergangenen Jahr jede Woche rund 100.000 Schüler mit frischem, kostenlosen Obst versorgt werden konnten.


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Franz Fayot sorgt sich nun darum, dass es dabei zu Problemen mit Lebensmittelverschwendung kommt. Kontrollen in den Schulen von der Verwaltung der technischen Landwirtschaftsdienste zeigen laut Romain Schneider und Claude Meisch allerdings, dass dies nicht der Fall ist. In der Regel ist das Obst nämlich lange genug haltbar und wird von den Schülern gegessen, bevor es verdirbt. Falls es doch einen Überschuss gibt, werden die Früchte zu Saft, Smoothies, Kompott oder Obstkuchen weiterverarbeitet.

Eine Portion pro Woche

Allerdings gibt es Unterschiede in der Organisation der Lieferungen des Obstes, je nachdem ob Einrichtungen des Enseignement fondamental oder des Enseignement secondaire der Kunde sind: Die Grundschulen erhalten einmal pro Woche zwischen Montag und Donnerstag frische Früchte, sodass laut Romain Schneider und Claude Meisch jeder Schüler eine Portion Obst pro Woche erhält. Die Früchte sollen dann spätestens innerhalb von zwei Tagen nach der Lieferung gegessen werden. So können die Grundschulschüler auch mit Obst versorgt werden, das leichter verdirbt – wie beispielsweise Pfirsiche oder Pflaumen.

Der Umfang der Lieferung richtet sich dabei nach der Anzahl der Schulkinder. Diese Zahl teilt ein Koordinator in den Grundschulen den Zuständigen mit. Dieser Koordinator kann gegebenenfalls auch Änderungen am Lieferumfang beantragen – wenn auffällt, dass mehr oder weniger Obst gebraucht wird. Sogar kurzfristige Abänderungen seien möglich, beispielsweise wenn Klassenreisen anstehen, oder viele Schüler auswärts Praktika absolvieren. 

Zugreifen

Die Kantinen und Cafeterien der Lyzeen werden Anfang der Woche beliefert. Während der gesamten Woche können sich die Schüler dann an den Obstkörben bedienen, die regelmäßig nachgefüllt werden. Es werden dabei Früchte angeboten, die bei Kühlung mindestens fünf Tage haltbar sind. Dabei wird jede Woche verschiedenes Obst angeboten. Auch in den Lyzeen orientiert sich der Umfang der Lieferungen an der Schüleranzahl. 


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Deshalb nimmt die Verwaltung der technischen Landwirtschaftsdienste sowohl am Anfang des Schuljahres als auch im Laufe davon immer wieder Kontakt zu den Schulen auf, um sich zu vergewissern, dass nicht zu viel geliefert wird – alles Maßnahmen, um die Lebensmittelverschwendung zu reduzieren. Darüber hinaus werden die Schüler während des Unterrichts zu einem nachhaltigen Umgang mit Nahrungsmitteln sensibilisiert. 

Ob manche Schulen auch wieder auf das Schouluebstprogramm verzichtet haben, will Franz Fayot in seiner parlamentarischen Anfrage an die Minister außerdem wissen. Ein einziges Mal kam das bisher vor und das auch nur vorübergehend: Anfang 2011 hatte der Schöffenrat einer Gemeinde – die die Minister nicht namentlich nennen – entschieden, das Programm nicht mehr zu unterstützen, da ein Großteil der Früchte nicht aus biologischem Anbau und außerdem nicht aus dem Großherzogtum stamme. Zur großen Zufriedenheit der Schulleitung entschied der neu gewählte Schöffenrat allerdings später, wieder an dem Programm teilzunehmen.


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