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Justiz ermittelt in drei Punkten gegen Ex-Geheimdienstler Kemmer
André Kemmer wurde auf Wunsch von Wirtschaftsminister Schneider zur Kriminalpolizei zurückversetzt.

Justiz ermittelt in drei Punkten gegen Ex-Geheimdienstler Kemmer

Foto: Serge Waldbillig
André Kemmer wurde auf Wunsch von Wirtschaftsminister Schneider zur Kriminalpolizei zurückversetzt.
Lokales 11.06.2013

Justiz ermittelt in drei Punkten gegen Ex-Geheimdienstler Kemmer

Die Hintergründe der personellen Konsequenzen in der Geheimdienst-Affäre werden deutlicher. Am Dienstagnachmittag wurde bekannt, warum der ehemalige Geheimdienstler André Kemmer vom Dienst suspendiert wurde.

(vb) – Die Hintergründe der personellen Konsequenzen in der Geheimdienst-Affäre werden deutlicher. Am Dienstagnachmittag wurde bekannt, warum der ehemalige Geheimdienstler André Kemmer vom Dienst suspendiert wurde.

Wie das "Luxemburger Wort" aus Justizkreisen erfuhr, ermittelt die Staatsanwaltschaft in drei Punkten:

  • Er hat seinen Aussagen in der Enquête-Kommission nach SREL-Chef Marco Mille geholfen, Staatsminister Juncker mit einer präparierten Armbanduhr abzuhören.

  • Von diesem Gespräch hat er von der Technik-Abteilung des SREL mehrere Kopien auf CD angefertigen lassen.

  • Außerdem spielte er offenbar eine Rolle bei der illegalen Abhörung von Telefongesprächen mit dem Geschäftsmann M.

Das abgehörte Gespräch zwischen Juncker und Mille hatte 2007 stattgefunden. Anfang des Jahres hatte die Justiz bekannt gegeben, dass das Gespräch keine strafrechtliche Untersuchung nach sich ziehen würde. Die Tat sei verjährt.

Kemmer war jahrelang Kriminalpolizist und ging von dort aus zum Geheimdienst und anschließend – nach einem Zerwürfnis mit SREL-Chef Marco Mille – zum Wirtschaftsministerium, wo er bisher half, Wirtschaftsspionage aus dem Ausland abzuwehren.

Am Dienstag wurde André Kemmer offiziell wieder zur Kriminalpolizei zurückversetzt. Dies allerdings nur, um ihn vom Dienst zu suspendieren. Kemmer gilt als Schlüsselfigur in der Geheimdienstaffäre. Er informierte zum Beispiel Staatsminister Juncker darüber, dass Mille ihn mit einer präparierten Armbanduhr abgehört hatte. Außerdem soll Kemmer Privatdetektive auf Staatsanwalt Roby Biever angesetzt haben.

Im Interview mit Radio DNR bestätigte Innenminister Halsdorf die Suspendierung, ohne auf die Hintergründe einzugehen. Bei der so genannten "Procédure non-contentieuse" dürfe André Kemmer innerhalb von acht Tagen eine Stellungnahme zur Suspendierung und zu seiner Rückversetzung abgeben.