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Junge Frauen greifen vermehrt zur Zigarette
Lokales 3 Min. 30.05.2018 Aus unserem online-Archiv

Junge Frauen greifen vermehrt zur Zigarette

24 Prozent der jungen Frauen zwischen 18 und 24 Jahren rauchen. Damit haben sie die Männer in ihrer Altersklasse inzwischen überholt.

Junge Frauen greifen vermehrt zur Zigarette

24 Prozent der jungen Frauen zwischen 18 und 24 Jahren rauchen. Damit haben sie die Männer in ihrer Altersklasse inzwischen überholt.
Foto: Getty Images
Lokales 3 Min. 30.05.2018 Aus unserem online-Archiv

Junge Frauen greifen vermehrt zur Zigarette

Diane LECORSAIS
Diane LECORSAIS
Schockbilder, ein verschärftes Rauchverbot und jede Menge Aufklärungsarbeit – im Kampf gegen den Tabakkonsum wurde in den vergangenen Jahren so manches unternommen. Trotzdem sinkt die Zahl der Raucher bisher nicht.

„Es ist extrem frustrierend“, sagt Lucienne Thommes, Direktorin der Fondation Cancer, zu den jüngsten Zahlen über das Rauchverhalten der Bevölkerung. Anlässlich des Weltnichtrauchertags am Donnerstag hat TNS-Ilres im Auftrag der Stiftung 4 225 in Luxemburg wohnhafte Personen ab 15 Jahren zu ihren Rauchgewohnheiten befragt. Mit einem ernüchternden Ergebnis: 21 Prozent der Bevölkerung greifen zur Zigarette. Das entspricht 103 950 Personen – und einem Prozent mehr als im Vorjahr.

Dabei handelt es sich somit zwar lediglich um einen geringfügigen Zuwachs. Für die Fondation Cancer bedeutet er jedoch, dass in den vergangenen fünf Jahren keinerlei Besserung eingetreten ist. Dies trotz der zahlreichen Maßnahmen, die im Laufe der Jahre getroffen wurden – von Sensibilisierungsaktionen über die kontinuierliche Ausweitung des Rauchverbots bis hin zu den Schockbildern auf den Zigarettenschachteln. 

Anzumerken gilt aber, dass die Erhebung sich auf das Jahr 2017 bezieht – und sich etwaige Auswirkungen der verschärften Gesetzgebung, die im August vergangenen Jahres in Kraft getreten ist, möglicherweise erst im nächsten Jahr zeigen, wie Lucienne Thommes ergänzt.

Die meisten Raucher sind zwischen 25 und 34 Jahre alt: 27 Prozent dieser Altersgruppe rauchen, sprich zwei Prozent mehr als im Vorjahr. Bei den 18- und 24-Jährigen ist hingegen ein deutlicher Rückgang um vier Prozentpunkte feststellbar. Auffallend ist jedoch, dass der Anteil der Raucherinnen in dieser Altersgruppe zunimmt. Derweil nämlich allgemein mehr Männer zur Zigarette greifen als Frauen, hat sich die Tendenz bei den jungen Erwachsenen gewandelt. So rauchen 24 Prozent der Frauen zwischen 18 und 24 Jahren, aber nur 21 Prozent der jungen Männer.

Jugendliche rauchen Wasserpfeife

Besorgniserregend ist für die Fondation Cancer ferner, dass das Shisha-Rauchen weiterhin an Bedeutung gewinnt. 24 Prozent und damit fast jeder Vierte im Alter zwischen 15 und 24 Jahren raucht Wasserpfeife, darunter ebenfalls mehr Frauen als Männer. Zum Vergleich: 2016 war es lediglich jeder Fünfte.

Als positiv zu werten ist der Krebsstiftung zufolge der hohe Anteil an Rauchern, die von ihrer Sucht loskommen möchten. 55 Prozent der Befragten gaben nämlich an, dass sie den Zigaretten abschwören wollen, 22 Prozent wollen ihren Tabakkonsum zumindest reduzieren.

Unterstützung beim Aufhören

Ein Vorhaben, bei dem sie die Fondation Cancer auf Wunsch auch unterstützt. Wie Lucienne Thommes erklärt, bietet die Stiftung neben der telefonischen Beratungsstelle Tabac-Stop unter der Nummer 45 30 331 seit ein paar Monaten auch die Möglichkeit einer persönlichen und personalisierten Betreuung.

Im direkten Gespräch berät eine ausgebildete Tabakologin Unterstützungs-Suchende beispielsweise über mögliche Substitute und motiviert sie. Am wichtigsten ist Lucienne Thommes zufolge der Wille, mit dem Rauchen aufzuhören. Erste Tipps dazu findet man auf info-tabac.lu. Dort werden zunächst einmal die verschiedenen Abhängigkeitsformen – psychologisch oder physisch – erklärt.

Behilflich sein kann außerdem das Erstellen eines sogenannten Rauchertagebuchs, in dem man notiert, wann genau man zur Zigarette greift, unter welchen Umständen und aus welchem Grund. Statistisch gesehen benötigt ein Raucher im Schnitt vier Versuche, um von den Zigaretten loszukommen. Lucienne Thommes sagt: „Die einen schaffen es sofort, andere nicht. Das ist sehr individuell.“ Bei einem erfolglosen Versuch sei es wichtig, herauszufinden, warum man gescheitert ist.

Forderung nach drastischer Zigarettenpreiserhöhung

Wie man den Tabakkonsum in der Bevölkerung nachhaltig eindämmen könnte, ist für die Fondation Cancer indes eindeutig: durch eine abschreckende Preispolitik. Die Stiftung fordert daher eine "drastische Zigarettenpreiserhöhung". Studien zufolge könne man auf diesem Weg gerade Jugendliche vom Rauchen abhalten.

Eine Forderung, die auch bei der Mehrheit der Befragten einer TNS-Ilres-Umfrage, die das Gesundheitsministerium in Auftrag gegeben hat, auf Zuspruch stößt. Wie das Ministerium mitteilt, hätten sich in besagter Erhebung rund 70 Prozent der Befragten für höhere Tabakpreise ausgesprochen.


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