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Junckers möglicher Rücktritt beschäftigt auch das Ausland
Lokales 09.07.2013 Aus unserem online-Archiv

Junckers möglicher Rücktritt beschäftigt auch das Ausland

Zeitungen im In- und Ausland beschäftigen sich mit der Zukunft von Jean-Claude Juncker.

Junckers möglicher Rücktritt beschäftigt auch das Ausland

Zeitungen im In- und Ausland beschäftigen sich mit der Zukunft von Jean-Claude Juncker.
Foto: Shutterstock
Lokales 09.07.2013 Aus unserem online-Archiv

Junckers möglicher Rücktritt beschäftigt auch das Ausland

Das politische Schicksal von Premier Juncker beschäftigt auch die ausländische Presse. Die Süddeutsche Zeitung zum Beispiel macht sich in ihrer Dienstags-Ausgabe Gedanken um den Rücktritt Junckers – und darüber, ob er vielleicht noch einmal antritt.

(vb) – Das politische Schicksal von Premier Juncker beschäftigt auch die ausländische Presse. Die Süddeutsche Zeitung zum Beispiel macht sich in ihrer Dienstags-Ausgabe Gedanken um den Rücktritt Junckers – und darüber, ob er vielleicht noch einmal antritt.

Dass Juncker am Mittwoch im Parlament seinen Rücktritt anbieten wird, gilt in der internationalen Presse als ausgemacht. Am Montag und Dienstag waren sich die Polikressorts der großen Zeitungen einig. Die Süddeutsche Zeitung bemerkt dazu süffisant: "In den Jahren als Präsident der Eurogruppe hat er sein eigenes Großherzogtum dermaßen vernachlässigt, dass ihm eine Serie von Intrigen und Affären des eigenen Geheimdienstes über den Kopf gewachsen ist."

Tritt er nochmal an?

Die Zeitung gelangt zu der Einschätzung, dass ein Regierungsrücktritt für Luxemburger Verhältnisse "eigentlich eine undenkbare Sache" sei und kommt dann zu der entscheidenden Frage: Tritt Juncker nach seinem Rücktritt noch einmal an?

Anscheinend habe sich Juncker dazu noch nicht geäußert. Die SZ kann sich eine erneute Kandidatur unter den gegebenen Umständen schwer vorstellen: "Wie solle er denn begründen, dass er einerseits wegen massiver Führungsschwäche zurücktrete – und sich dann wieder für das Amt bewerbe?"

Bevölkerung hält an Juncker fest

Die SZ-Journalistin hat offenbar mit Politikern aus Junckers Umfeld gesprochen und zitiert sie mit den Worten: "Juncker ist nicht der Politiker, der einfach die Bühne verlässt." Wenn Juncker jetzt durchblicken lasse, keine Lust mehr zu haben, heiße das vor allem, dass er gebeten werden wolle, noch einmal anzutreten. Dies sei auch im Sinne des Volkes, die immer noch sehr an Juncker als Führungspersönlichkeit und Identifikationsfigur hängen. Die Ergebnisse der "Frage des Tages" auf der französischsprachigen wort.lu-Seite deutet ebenfalls in diese Richtung.

Noch selten war die Lage vor einer Parlamentssitzung so undurchsichtig. Doch wie sich die Parteien auch entscheiden: Spätestens am Mittwoch um 22 Uhr werden die Bürger mehr wissen.


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