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Juncker: "Ich muss mich doch nicht pausenlos beleidigen lassen"
Lokales 2 Min. 20.01.2013 Aus unserem online-Archiv

Juncker: "Ich muss mich doch nicht pausenlos beleidigen lassen"

Juncker: „Wir sind auf einem Niveau lamentabler Armseligkeit angekommen."

Juncker: "Ich muss mich doch nicht pausenlos beleidigen lassen"

Juncker: „Wir sind auf einem Niveau lamentabler Armseligkeit angekommen."
Foto: LW-Archiv
Lokales 2 Min. 20.01.2013 Aus unserem online-Archiv

Juncker: "Ich muss mich doch nicht pausenlos beleidigen lassen"

In der RTL-Radiosendung "Background am Gespréich" brachte Premierminister Jean-Claude Juncker den RTL-Journalisten und Chefredakteur Guy Kaiser am Samstag ganz schön in Bedrängnis.

(mig) - In der RTL-Radiosendung "Background am Gespréich", in der am Samstag Premierminister Jean-Claude Juncker zu Gast war, ging es in der zweiten Hälfte ausschließlich um die Geheimdienstaffäre. Dabei brachte Juncker den RTL-Journalisten und Chefredakteur Guy Kaiser ganz schön in Bedrängnis. 

„In einer Zeitung stand, RTL habe Herrn M. Stimmproben von mir gegeben. Wussten Sie das, Herr Kaiser?“ Das entziehe sich seiner Kenntnis, entgegnete dieser. „Sehen Sie, und wenn ich so antworte, bin ich ein Lügner. Dann heißt es, Juncker will sich herausreden.“

Der Premier setzte sich mächtig gegen die Art und Weise zur Wehr, wie momentan in der Öffentlichkeit mit ihm umgegangen wird.

Ihm gehe der allgemeine Eindruck, „dass alle Politiker korrupt und Lügner sind, gewaltig auf den Wecker.“ „Ich muss mich doch nicht wie einen Kriminellen oder ein korruptes Schwein beschreiben und mich pausenlos beleidigen lassen. Es reicht.“

"Niveau lamentabler Armseligkeit"

Angesprochen auf seinen ehemaligen Chauffeur, der später auch beim Geheimdienst tätig war, sagte Juncker: „Wir sind auf einem Niveau lamentabler Armseligkeit angekommen. Meine Mitarbeiter haben auch Rechte.“

Mit Blick auf seine Aussagen in der kommenden Woche vor der Enquete-Kommission sagte Juncker, er werde für Transparenz sorgen, „aber in dem Maße, wie ich sie verantworten kann.“ Die Arbeit des Geheimdienstes sei geheim. „Ich kann und werde nicht im Radio sagen, wer vom Geheimdienst beobachtet oder abgehört wird.“

"Ich muss mir viel gefallen lassen."

Ihm falle auf, dass "die Transparenz sich komischerweise immer nur auf meine Person bezieht". "Ich bin nicht pingelig, was meine Privatsphäre angeht. Ich muss mir viel gefallen lassen. Aber es gibt Grenzen. Und ich möchte genau so respektiert werden, wie die anderen Menschen in diesem Land.“

"Mit welchem Recht schreiben Zeitungen: "Juncker lässt das ganze Land abhören"?, fuhr der Premier fort. Es gebe eine Grenze der Belastung und der Verdächtigungsintensität.

Auf die Frage, ob er noch ruhigen Gewissens Staatsminister sein könne, antwortete Juncker, er sei für die Sicherheit des Landes verantwortlich, und erfülle diese Pflicht. „Ich kann ruhigen Gewissens Staatsminister bleiben.“ Er sei auch weiterhin motiviert, dem Land zu dienen.