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Jodpillenkampagne kostete 345.000 Euro
Lokales 17.01.2017 Aus unserem online-Archiv
Präventionskampagne

Jodpillenkampagne kostete 345.000 Euro

Jodpillen können im Fall einer nuklearen Katastrophe Leben retten.
Präventionskampagne

Jodpillenkampagne kostete 345.000 Euro

Jodpillen können im Fall einer nuklearen Katastrophe Leben retten.
Foto: Chris Karaba
Lokales 17.01.2017 Aus unserem online-Archiv
Präventionskampagne

Jodpillenkampagne kostete 345.000 Euro

Teddy JAANS
Teddy JAANS
Für den Fall eines Nuklearzwischenfalles in Cattenom wurden ab 2014 Jodpillen an die Bevölkerung verteilt. Wie viele Luxemburger haben sich die Gratis-Pillen besorgt? Wer trägt die Kosten?

(TJ) - Es ist ein Horrorszenario, das hoffentlich niemals eintritt. Dennoch: Ein nuklearer Zwischenfall ist nie ganz auszuschließen. Sollte bei einem Unfall in einem Atomkraftwerk massiv radioaktives Material austreten, muss damit gerechnet werden, dass verseuchtes Jod die Umwelt belastet. Wird dieses eingeatmet oder über Lebensmittel eingenommen, reichert es sich in der Schilddrüse an und kann  degenerative Krankheiten wie Krebs auslösen.

Als einzig wirksame Vorbeugemaßnahme gilt die Einnahme von Jodtabletten. Um im Fall der Fälle die Bevölkerung schnell mit dem lebensrettenden Kaliumiodid versorgen zu können, hatte die Regierung 2014 beschlossen, Pillen an die Bevölkerung zu verteilen.

Diese Maßnahme sollte den Staatshaushalt summa summarum mit 350.000 Euro belasten. Davon gingen 250.000 Euro für die Sensibilisierungskampagne drauf, die Herstellung der Pillen schlug mit gerade einmal 95.000 Euro zu Buche. Eine Ration (Blister) mit zehn Pillen kostet 0,38 Euro. Dies geht aus der Antwort von Innenminister Dan Kersch und Gesundheitsministerin Lydie Mutsch  auf eine parlamentarische Frage der Abgeordneten Max Hahn und Claude Lamberty hervor.

Ob man einen Antrag auf Rückerstattung der Kosten an den Cattenom-Betrieber Electricité de France gestellt habe, wollten die beiden Abgeordneten weiter wissen. In der Tat, so die Minister, sei ein entsprechendes Schreiben an die EDF geschickt worden. EDF habt das Gesuch jedoch mit der Begründung, man sei nur für den Interventionsplan auf französischem Territorium zuständig, abgelehnt.

182.000 Personen haben sich die Pillen besorgt. Zudem haben 150 Unternehmen rund 15.000 Rationen für den Fall eines Zwischenfalles eingelagert. Auch in Schulen und Tagesstätten werden Pillen vorrätig gehalten.