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Jagdunfall in Fentingen: Es kommt zum Prozess
Lokales 08.03.2019 Aus unserem online-Archiv

Jagdunfall in Fentingen: Es kommt zum Prozess

In diesem Stuhl saß die damals 46-jährige Frau, als sie von der Kugel getroffen wurde.

Jagdunfall in Fentingen: Es kommt zum Prozess

In diesem Stuhl saß die damals 46-jährige Frau, als sie von der Kugel getroffen wurde.
Foto: Guy Wolff
Lokales 08.03.2019 Aus unserem online-Archiv

Jagdunfall in Fentingen: Es kommt zum Prozess

Jener Jäger, der mit seiner Kugel im September 2016 eine Frau getroffen haben soll, muss sich in der kommenden Woche vor Gericht verantworten.

(jag/str/SH) - Rund zweieinhalb Jahre, nachdem eine Frau auf einer Terrasse in einem Wohnviertel am Ortsrand von Fentingen von einer Kugel ins Gesicht getroffen und dabei schwer verletzt worden war, kommt es nun zu einem Gerichtsverfahren. Am kommenden Dienstag und Mittwoch muss sich ein Jäger wegen fahrlässiger Körperverletzung vor dem Bezirksgericht Luxemburg verantworten.

Die Folgerung liegt demnach nahe, dass es sich bei dem Vorfall vom 24. September 2016 um einen tragischen Unfall handelte, der durch das fehlerhafte Handeln eines Menschen verursacht wurde.

Jagd auf ein Wildschwein

Die Ermittlungen hatten sich zunächst auf jene drei Jäger konzentriert, die an jenem Samstagabend auf die Jagd nach Wildschweinen gingen, als ein örtlicher Landwirt ein Maisfeld aberntete. Von der landwirtschaftlichen Maschine aufgeschreckt, war ein Wildschwein aus dem Feld geflüchtet. Die drei Jäger gaben daraufhin vier Schüsse auf das Tier ab, ohne es jedoch zu treffen.

Wie eine Kugel schlussendlich im Unterkiefer des Opfers landen konnte, war eine der Fragen, mit denen mehrere Gutachter inzwischen befasst wurden. Deren Ergebnisse werden Gegenstand des nun anberaumten Gerichtsverfahrens sein.


Links der Stuhl, in dem das Opfer von Fentingen saß, rechts die Dachgeschosswohnung, in der sich das Drama von Bereldingen abspielte. Während im Fall der verlorenen Kugel der beschuldigte Jäger Rechtsmittel gegen eine Anklageerhebung eingelegt hat, sind die Ermittlungen zum mutmaßlichen Doppelmord noch nicht abgeschlossen. Der tatverdächtige Polizist befindet sich weiter in U-Haft.
Die Kugel und das Gift
Eine verirrte Kugel in Fentingen und ein mutmaßlicher Doppelmord in Bereldingen: Die zwei Fälle an einem Wochenende schockieren das Land im Herbst 2016. Der Stand der Dinge zwei Jahre danach.

Jägern wird nicht verboten, in der Nähe von Wohnhäusern zu schießen. Das Jagdgesetz sieht keine Mindestdistanz zu Wohnsiedlungen vor. Allerdings sind Jäger angehalten, keine Schüsse in Richtung eines Wohnhauses abzugeben. Auch müssen sie bei der Schussabgabe darauf achten, dass die Kugel von oben nach unten abgefeuert wird und somit im Boden landet.

Die Ermittlungen selbst dauerten rund 20 Monate an. Sie konnten Anfang Juni vergangenen Jahres abgeschlossen werden. Die Staatsanwaltschaft beantragte dabei die Anklageerhebung gegen einen von drei Jägern, die zur Tatzeit in der Nähe des Wohnviertels in Fentingen auf ein Wildschwein schossen.

Spätfolgen für das Opfer

Die Ratskammer des Bezirksgerichts Luxemburg entschied nun, dass die Beweislage ausreicht, um ein Gerichtsverfahren gegen den beschuldigten Jäger zu führen.

Das Opfer, eine Frau aus Belgien, die an jenem Tag bei einer Freundin zu Besuch war, musste nach dem Vorfall mehrfach operiert werden und leidet, wie sie bei „L'essentiel“ ausgesagt hatte, noch immer unter den körperlichen und psychischen Folgen. Ihr Unterkiefer musste plastisch wiederhergestellt werden.


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Noch immer ist nicht bekannt, was am 24. September 2016 in Fentingen geschah. Ein Umstand, der dem Rechtsstaat nicht gut zu Gesicht steht.
Gericht - Prozesser - Photo : Pierre Matgé
Im Fall der verirrten Kugel, die im September 2016 eine Frau in Fentingen schwer verletzte, ist die Arbeit des Untersuchungsrichters abgeschlossen. Nun wurde eine Anklageerhebung gegen einen Jäger vor der Ratskammer beantragt.
In diesem Stuhl saß die damals 46-jährige Frau, als sie von der Kugel getroffen wurde.
Ballistische Untersuchungen nach Zwischenfall von Fentingen
16 Monate nach dem tragischen Schießunfall in Fentingen konzentriert sich die Justiz jetzt auf einen der drei damals anwesenden Jäger. Er könnte den Schuss abgegeben haben, der die Frau im Gesicht verletzt hat.
16 Monate nach dem Zwischenfall hat die Justiz jetzt einen der drei Jäger im Visier.
Mutmaßlicher Jagdunfall
Auch sieben Monate, nachdem in Fentingen eine Frau von einem Projektil getroffen worden war, ist noch immer unklar, wie dies geschehen konnte und wer dafür die Verantwortung trägt. Die Ermittlungen laufen.
Jagdunfall Fentange. Photo Guy Wolff