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Jagdpolemik statt Ausbildung
Das Umweltministerium wünscht sich mehr Neutralität in der Jägerausbildung.

Jagdpolemik statt Ausbildung

John Lamberty
Das Umweltministerium wünscht sich mehr Neutralität in der Jägerausbildung.
Lokales 13.05.2019

Jagdpolemik statt Ausbildung

Jacques GANSER
Jacques GANSER
Warum Georges Jacobs als Ausbilder für den Jagdschein abgesetzt wurde.

Nach der heftigen Kritik an Umweltministerin Carole Dieschbourg während des Nationalkongresses des Luxemburger Jägerverbandes FSHCL am vergangenen Sonntag in Ettelbrück, blieben eine Reihe von Fragen ungeklärt. FSHCL-Präsident Georges Jacobs kritisierte in erster Linie, dass er von der Ministerin als Kursbeauftragter im Rahmen der Jagdexamen abgesetzt wurde.

Unterschwellige Kritik

Offiziell hieß es am Sonntag als Begründung, Jacobs verfüge nicht über die angemessenen Kompetenzen für diese Rolle. Umweltministerin Carole Dieschbourg ging in ihrer Reaktion nicht näher auf diese Gründe ein, dies wohl auch um nicht zusätzlich Öl ins Feuer zu gießen. Laut den Informationen des „Luxemburger Wort“ störte sich das Umweltministerium aber in erster Linie am Kursmaterial zum Thema Rothirschbejagung. Ganze zwei von insgesamt 60 Stunden jährlich macht dieser Teil des Kurses aus, für den Jacobs verantwortlich zeichnet.


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Der polemische Unterton des Kurses und die Kritik an den Naturschutzgesetzen dürften demzufolge im Umweltministerium mit dazu beigetragen haben, Jacobs als Kursbeauftragten abzusetzen. So wird Fledermausschutz in diesen Unterlagen als übertriebene Maßnahme dargestellt, die ganze Bauprojekte verhindere. Trophäenjagd wird als Anerkennung für geleistete Arbeit ausdrücklich gelobt und gefördert. Zudem werden Mountainbiker, Geocacher und Pilzsucher als störend für die Anwesenheit des Rothirsches bezeichnet, Waldarbeiter und Reiter hingegen nicht. Insbesondere Regeln des Naturschutzgesetzes werden als störend für eine erfolgreiche Ausübung der Jagd dargestellt.

Regeln unterlaufen

Den Vogel abgeschossen hat Jacobs aber wohl mit der Bemerkung, dass die sogenannte Notzeitfütterung im Winter unabdinglich sei, um größere Verbissschäden zu verhindern. Im Umweltministerium dürfte dies als indirekter Aufruf an die Jäger verstanden worden sein, sich nicht an diese staatlichen Auflagen zu halten. Damit wäre ein Ausbilder, der staatliche Regeln vermitteln soll, anstatt sie zu unterlaufen, für die Ministerin nicht mehr tragbar.


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