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Jägerverband kritisiert Ende der Fuchsjagd: "Fuchsjagd nützt Mensch und Tier"
Lokales 23.01.2015

Jägerverband kritisiert Ende der Fuchsjagd: "Fuchsjagd nützt Mensch und Tier"

Sinn oder Unsinn? Das Ende der Fuchsjagd ist jedenfalls beschlossene Sache.

Jägerverband kritisiert Ende der Fuchsjagd: "Fuchsjagd nützt Mensch und Tier"

Sinn oder Unsinn? Das Ende der Fuchsjagd ist jedenfalls beschlossene Sache.
LW-Archiv
Lokales 23.01.2015

Jägerverband kritisiert Ende der Fuchsjagd: "Fuchsjagd nützt Mensch und Tier"

Der Verband der Jäger FSHCL kritisiert die Entscheidung, die Fuchsjagd zu verbieten. Sie halte die Bestände gesund und verhindere das Ausbreiten des Fuchsbandwurmes.

(jag) - Das angekündigte Verbot der Fuchsjagd stößt nicht nur auf Sympathie. Zwar ist das Echo vor allem bei Tierfreunden sehr positiv. Für Georges Jacobs, den Präsidenten des Jägerverbandes, macht eine solche Entscheidung aber keinen Sinn. Zum einen würde die Jagd den Fuchsbestand regulieren und damit gesund halten. Rund 3000 Füchse sterben jedes Jahr durch die Jagd und den Straßenverkehr. "Ohne Bejagung werden die Bestände sich verdoppeln, dies führt zur Ausbreitung von Krankheiten und zu Nahrungsmangel. Die Tiere werden dann elend verhungern oder aber die Städte vermehrt aufsuchen", so Georges Jacobs.

Zugleich stellten die Tiere eine Gefahr für sogenannte Bodenbrüter wie Fasane dar. Deren Zahl würde sich parallel zur Reduzierung der Fuchsbestände erholen. Allerdings fallen viele dieser Fasane auch wieder den Jägern zum Opfer, so dass die Schutzwirkung als Argument nicht durchgehen kann. 

Eine weitere Gefahr sieht Georges Jacoby beim Fuchsbandwurm. Die Eier dieses gefährlichen Parasiten werden mit dem Kot ausgeschieden und können dann über Haustiere auf den Menschen übertragen werden. Er kann dann verheerende Schäden in der Leber und im Gehirn verursachen. "Gefährdet wären dann auch Kinder die in Sandkästen spielen", so der Präsident des Jägerverbandes. Er selbst kenne zwei betroffene Personen in Luxemburg.  Die Statistik zeigt allerdings auch, dass in Europa ein bis drei solcher Fälle pro einer Million Einwohner gezählt werden, das Risiko ist also extrem niedrig. Zudem kann der Bandwurm, wenn er früh entdeckt wird, chirurgisch entfernt werden.

Letztlich bleibt der Sinn der Fuchsjagd aber zweifelhaft, wissenschaftliche Studien zeigen, dass es vor allem der eingeengte Lebensraum ist, der das Verhalten und das Nahrungsangebot der Füchse bestimmt und reguliert. Sämtliche Informationen über das Leben der Füchse und die Jagdthematik wurden in einer Veröffentlichung des Umweltamtes gesammelt.

 


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