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Jägerverband bezieht Stellung zu Zwischenfällen: "Das war sträflich leichtsinnig"
Lokales 2 Min. 15.12.2015 Aus unserem online-Archiv

Jägerverband bezieht Stellung zu Zwischenfällen: "Das war sträflich leichtsinnig"

Eine Treibjagd in Folkendingen war am Dienstag ordnungsgemäß ausgeschildert.

Jägerverband bezieht Stellung zu Zwischenfällen: "Das war sträflich leichtsinnig"

Eine Treibjagd in Folkendingen war am Dienstag ordnungsgemäß ausgeschildert.
Foto: Michel Thiel
Lokales 2 Min. 15.12.2015 Aus unserem online-Archiv

Jägerverband bezieht Stellung zu Zwischenfällen: "Das war sträflich leichtsinnig"

Immer wieder steht die Jagd im Kreuzfeuer der Kritik. Ein Rücktritt und einige Zwischenfälle bei Treibjagden ändern daran auch nichts. Der Präsident der Jägerföderation warnt vor Verallgemeinerungen und fordert Geldbußen für leichtsinnige Jäger.

(ml) - In der „Fédération St-Hubert des chasseurs du Grand-Duché de Luxembourg“ (FSHCL) bahnt sich ein Wechsel an. Generalsekretär Hendrik Kühne hat seinen Rücktritt eingereicht. Der Betroffene nennt persönliche Gründe für seine Entscheidung. Sein Amt habe ihn zu viel Zeit gekostet.

Außerdem habe er keine Lust mehr verspürt, sich mit Themen zu befassen, die ihn nur aufgeregt hätten. Der ehemalige FSHCL-Generalsekretär hatte in der Vergangenheit für Aufsehen gesorgt. Als Betreiber der Internet-Seite "jagen.lu" macht er online Werbung für Jagdreisen in afrikanische Staaten, die als Entwicklungshilfe angepriesen werden.

Bereits bevor Kühne offiziell seinen Rücktritt bei der FSHCL eingereicht hatte, sei ihm vom "comité directeur" das Vertrauen entzogen worden, sagt unterdessen Georges Jacobs, der Präsident des Jägerverbands, dem "Luxemburger Wort". Über die Beweggründe wollte er sich nicht äußern.

"Keine schmutzige Wäsche"

Die Angelegenheit sei relativ komplex, es handele sich um Interna. Beide Seiten hätten sich darauf geeinigt, "keine schmutzige Wäsche" in der Öffentlichkeit zu waschen. Es gebe ausreichend Mutmaßungen, mehr wolle er dazu nicht sagen, so Jacobs. Neuer Generalsekretär wird Pedro Reis. Er wird im Mai 2016 im Rahmen einer Generalversammlung vorgestellt.

In der Öffentlichkeit geraten die Jäger derzeit wegen Zwischenfällen in Zusammenhang mit Treibjagden zunehmend unter Beschuss. Bei einer Jagd im Osten des Landes löste sich aus einem Gewehr ein Schuss und schlug in einen Wagen ein. Zum Glück wurde niemand verletzt.

Die Waffe, die sich zuvor in einem Wagen befand, sei geladen gewesen, so Jacobs, der von einem "sträflich leichtsinnigen" Verhalten spricht. Keineswegs sollte man allerdings den Jägerverband für das Fehlverhalten eines Einzelnen verantwortlich machen, betont der FSHCL-Präsident: "Der ACL wird auch nicht für jeden Raser verantwortlich gemacht."

Ein Schuss in die Vordertür eines Hauses

Am 6. November wurde in Lenningen am Ort "Beim groe Kräiz" in die Vordertür eines Wochenendhauses geschossen. Der Zwischenfall habe sich "womöglich durch Unachtsamkeit" ereignet, heißt es im Polizeibericht. Derzeit sei noch nicht erwiesen, ob dieser Vorfall im Zusammenhang mit einer Treibjagd steht, sagte Polizeisprecher Vic Reuter dieser Zeitung. Eine Untersuchung soll Klarheit schaffen. Die Eigentümer des Hauses haben eine Klage eingereicht.

In der RTL-Sendung "Nol" beschwerte sich am Montagabend ein Einwohner aus Dalheim darüber, dass er neulich während eines Spaziergangs in seiner nahen Umgebung Schüsse hörte, obwohl nirgends Hinweistafeln einer Treibjagd gestanden hätten. Georges Jacobs zufolge war die Jagd im Vorfeld ordnungsgemäß angemeldet. Ob sie auch ausgeschildert war, entziehe sich seiner Kenntnis. Da die Sicherheit Vorrang habe, müsse jede Treibjagd korrekt ausgeschildert werden.

Sicherheit hat Vorrang

"Wenn die Regeln nicht eingehalten werden, ärgert mich das am meisten", so Jacobs. Diejenigen, die trotz Hinweistafeln den Jagdablauf stören, würden sich laut großherzoglicher Verordnung auch strafbar machen, fügt Jacobs hinzu. Er spricht sich dafür aus, dass in beiden Fällen Geldstrafen festgelegt werden, was zurzeit noch nicht der Fall ist.

Des Weiteren weist Jacobs darauf hin, dass die Jagdausübung vom Staat mit Androhung von Strafen gefordert wird. "Wir müssen einen Abschuss durchführen, da wir sonst den Jagdschein entzogen bekommen", unterstreicht der Präsident des Jägerverbandes.


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