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Jack Russell beißt Frau: Prozess gegen Hundebesitzer
Lokales 2 Min. 13.02.2019

Jack Russell beißt Frau: Prozess gegen Hundebesitzer

Die Urteile ergehen am 7. März.

Jack Russell beißt Frau: Prozess gegen Hundebesitzer

Die Urteile ergehen am 7. März.
Foto: Lex Kleren
Lokales 2 Min. 13.02.2019

Jack Russell beißt Frau: Prozess gegen Hundebesitzer

Mit einem Jack Russell, der eine Frau und einen Malteser verletzt hatte, sowie Hühnern, die nicht artgerecht gehalten wurden, beschäftigten sich die Richter am Mittwoch. Verantworten mussten sich in beiden Fällen die Halter der Tiere.

(SH) - An den Spaziergang mit ihren drei Hunden durch den Merscher Park am 17. Mai vergangenen Jahres wird sich eine junge Frau noch lange erinnern. Denn es war der Tag, an dem sie und eines ihrer Tiere von einem Jack Russell angegriffen worden waren. „Der Hund kam angelaufen und hat sich sofort auf meinen Malteser gestürzt“, erklärte die Frau vor Gericht.

Der Malteser wurde zwei Mal gebissen und stand nach dem Angriff unter Schock. Als die Frau versuchte, die beiden Tiere zu trennen, wurde auch sie vom Jack Russell ins Visier genommen und an der Hand verletzt. Auch sie musste sich in ärztliche Behandlung begeben.

Vor Gericht musste sich nun der Halter des Jack Russell verantworten, der seinen Hund nicht an der Leine – und auch nicht im Griff – hatte. Der 80-jährige Mann erklärte, sich noch durchaus dazu imstande zu fühlen, einen Hund zu halten. Richter und Staatsanwaltschaft ließen daran Zweifel aufkommen. Auch, weil es nicht das erste Mal war, dass der nicht an der Leine geführte Jack Russell einen anderen Hund und eine Person angegriffen hatte. 2017 war der Mann, der beide Male die Rechnungen des Tierarztes nicht beglichen hatte, deswegen vom Polizeigericht zu einer Geldstrafe verurteilt worden. „Es scheint jedoch, als habe dies nichts bewirkt“, so die Vertreterin der Staatsanwaltschaft.

In ihren Augen sei deshalb nun ein anderes Strafmaß angebracht. sie forderte, neben einer Geldbuße, eine zweimonatige Haftstrafe, die unter Auflagen zur Bewährung ausgesetzt werden könne. Unter anderem müsse der Halter, wenn er seinen Jack Russell denn behalten will, mit seinem Hund an einem Dressurkurs teilnehmen.

Keine Empathie für die Tiere

Die Richter mussten sich allerdings nicht nur mit Hunden befassen, sondern auch mit Hühnern. In einem Garten bei Remich hatte ein Halter im Februar vergangenen Jahres seine Tiere sich selbst überlassen.

Vor Ort bemerkte ein Polizist, dass eines der Tiere bereits verstorben war und sich mehrere weitere Hühner in sehr schlechtem Zustand befanden. Zudem stand ihnen keine Nahrung zur Verfügung, das Trinkwasser war bereits gefroren und das Gehege dreckig. Zudem befanden sich dort Plastik- und Holzteile sowie spitze Gegenstände.

Im Mai 2018 war der Angeklagte in Abwesenheit bereits zu einer dreimonatigen Haftstrafe ohne Bewährung, zu einer Geldbuße von 1 500 Euro und einem Verbot, künftig noch Tiere zu halten, verurteilt worden. Gegen diese Entscheidung ging er vor – und stritt vor Gericht ab, seine Tiere misshandelt zu haben. Er habe jeden Tag nach ihnen geschaut, abgesehen von jenen drei Tagen, während derer der Nachbar und die Polizei vor Ort waren. Zu diesem Zeitpunkt sei es ihm nämlich nicht gut gegangen.

Als er sich dann wieder in seinen Garten begeben habe, habe er bemerkt, dass den Hühnern der Hals umgedreht worden war. Daran seien sie gestorben und nicht an seinem Fehlverhalten.

Der Vertreterin der Staatsanwaltschaft zufolge sei der Angeklagte jedoch für den Tod der Tiere verantwortlich. Der Mann habe keine Empathie für die Tiere gezeigt und die Kadaver nicht einmal entsorgt.

Die dreimonatige Haftstrafe sei demnach angemessen. Da der Angeklagte am Mittwoch aber zum Termin erschienen war, spreche nichts dagegen, die Strafe zur Bewährung auszusetzen. Zudem soll es auch bei der Geldbuße von 1 500 Euro sowie dem Verbot, in den kommenden zehn Jahren Tiere zu halten, bleiben.

Die Urteile ergehen in beiden Fällen am 7. März.

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