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Investitionen in Milliardenhöhe
Lokales 3 Min. 08.10.2021
Landesplanung

Investitionen in Milliardenhöhe

"Die Nordstad wird, neben Esch im Süden und Luxemburg-Stadt, die dritte große Agglomeration sein", meint der Minister für Raumentwicklung, Claude Trumes (déi gréng).
Landesplanung

Investitionen in Milliardenhöhe

"Die Nordstad wird, neben Esch im Süden und Luxemburg-Stadt, die dritte große Agglomeration sein", meint der Minister für Raumentwicklung, Claude Trumes (déi gréng).
Fotos: Gerry Huberty
Lokales 3 Min. 08.10.2021
Landesplanung

Investitionen in Milliardenhöhe

Jean-Philippe SCHMIT
Jean-Philippe SCHMIT
Die fünf Gemeinden der Nordstad sollen zusammenwachsen. An Donnerstag wurde das Mobilitätskonzept den Einwohnern von Ettelbruck vorgestellt.

In den Nordstadgemeinden soll sich in den kommenden Jahren einiges tun. Um die Einwohner über die Pläne für die Zukunft ihrer Stadt zu informieren, waren am Donnerstag zwei Minister nach Ettelbrück gekommen. Ihnen hörten im Kulturzentrum Cape rund 150 Besucher zu. 

„Die Nordstad hat bereits eine lange Vorgeschichte“, sagte Jean-Paul Schaaf (CSV), der Bürgermeister von Ettelbrück. „Die fünf Gemeinden wollen enger zusammenarbeiten und regionale Aufgaben übernehmen.“ Aus den fünf Nordstadgemeinden Schieren, Ettelbrück, Erpeldingen, Diekirch und Bettendorf soll demnach eine zusammenhängende Agglomeration entstehen. 

  Umgehungsstraßen geplant  

„Dazu gab es bereits viele Überlegungen“, erinnerte der Bürgermeister. „Die müssen jetzt in Musik umgesetzt werden.“ Beim Mobilitätskonzept wird es nun konkret. Der motorisierte Individualverkehr soll nicht mehr durch die Innenbereiche der Ortschaften fahren. Dazu sind zwei Umgehungsstraßen geplant. 

Um Ettelbrück herum soll in naher Zukunft eine knapp drei Kilometer lange Umgehungsstraße entstehen, die zu 65 Prozent durch Tunnels führt. In Diekirch wird für den Bau einer ähnlich langen Umgehungsstraße der Herrenberg teilweise untertunnelt. 


Autohaus Wengler bleibt in Ettelbrück
Das Autohaus Wengler errichtet neues Gebäude am aktuellen Standort, weil die Gewerbezone Zano keine attraktive Alternative darstellte.

„Das Auto wurde nicht für kurze Distanzen erfunden“, sagte Mobilitätsminister Francois Bausch (Déi Gréng). Gleichzeitig beruhigte er die Anwohner. „Sie werden weiterhin jeden Ort mit dem Auto erreichen können, auch wenn es nicht mehr auf direktem Weg möglich sein wird.“ 

B7 wird auf 4 Spuren ausgebaut

Die Pläne sehen vor, den Auto-Verkehr zwischen Ettelbrück und Diekirch über den Fridhaff zu leiten. 20.000 Autos fahren jeden Tag über die N7. In Zukunft wird diese Blechlawine über die B7 rollen. Diese wird zu diesem Zweck auf vier Spuren ausgebaut werden. 

Für Autofahrer, die Diekirch besuchen wollen, wird die Strecke dadurch zwar doppelt so lang, die Anwohner der N7 in Ingeldorf werden ihrerseits aber eine deutliche Verbesserung der Lebensqualität erfahren. 

Zuglinie wird verlegt

Die Zuglinie zwischen Ettelbrück und Diekirch wollen die Landesplaner beibehalten. „Das Problem ist, dass sie das Viertel in zwei Teile spaltet“, so Marc Ries von den Ponts et chaussées. Weiter gibt es den Willen, die fünf Bahnübergänge abzuschaffen. Möglich wird dies durch eine Verlegung der gesamten Gleisanlagen nach Norden, an den Rand der Agglomeration.

 Zusätzlich sollen zwei neue Haltestellen in Ingeldorf und Erpeldingen entstehen. Mit den geplanten Änderungen in Ettelbrück zeigten sich die Besucher der Informationsveranstaltung nicht zufrieden. Auf den Hinweis aus dem Publikum, dass der Bahnhof in Ettelbrück nicht abgerissen werden soll, gab es im ganzen Saal Applaus. Bausch musste sich rechtfertigen: „Das aktuelle Gebäude passt nicht in das Konzept und steht auch nicht unter Denkmalschutz.“

 Fahrrad im Mittelpunkt 

Das neue Mobilitätskonzept stellt das Fahrrad in den Mittelpunkt. Dieses soll das Auto ablösen und in Zukunft das bevorzugte Fortbewegungsmittel für Kurzstrecken werden. „Man soll jeden Ort mit dem Fahrrad erreichen können“, sagte Marc Ries. 

Das Herzstück des geplanten Netzes wird der Veloexpressweg, „eine Autobahn für Fahrräder“, sein. Dieser wird entlang der Flussläufe der Alzette und der Sauer entstehen. Zwei neue Fahrradbrücken sind dazu vorgesehen. Ries versprach auch einer Forderung der Bürger nachzukommen: „Der Expressweg wird auch bei Hochwasser befahrbar sein.“ 

Grüne Oasen in der Stadt

Wie Landesplanungsminister Claude Turmes (Déi Gréng) versprach, soll der Hochwasserschutz mit der Nachhaltigkeit verbunden werden. „Eine der beiden Stärken der Nordstad ist die Natur“, stellte er fest. In Luxemburg gäbe es keine andere Agglomeration mit einem so schönen Naturumfeld. In Zukunft soll sich der Vorsprung der Nordstad in diesem Bereich noch vergrößern. 

Der frei werdende Raum, der bisher von den Autos genutzt wurde, wird in grüne Oasen umgewandelt. Aus der Nordstad soll ein großer Landschaftspark werden. An einigen Stellen werden die Wasserläufe der Sauer renaturiert und die naturnahe Auenlandschaft wieder hergestellt. Das Baden im Fluss soll auch wieder möglich werden. 

Umsetzung bis zum Jahr 2035 

Bis zum Jahr 2035 sollen die Pläne umgesetzt worden sein. „Ich werde den Veloexpressweg wohl nicht einweihen“, sagte François Bausch. Wie hoch die Kosten für das geplante Vorhaben sein werden, konnte der Minister nicht genau sagen. Er schätzt, dass sie sich auf 1,2 Milliarden Euro belaufen könnten. Es könnten am Ende aber auch 1,7 Milliarden Euro sein. 

„Dann müssen Sie jetzt Ihre Ärmel hochkrempeln und mit den Arbeiten beginnen“, lautete eine an die Minister gerichtete Wortmeldung aus dem Publikum. „Wir brauchen dringend eine Verkehrsberuhigung. Ich hoffe wir werden sie schnell bekommen.“ 

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